— Aktuell —


Jetzt Bewerben für DMY 2012

Noch bis zum 17. Februar können sich Designer, Firmen, Studios und Institutionen für die Jubiläumsedition des DMY International Design Festivals 2012 bewerben. Darüber hinaus kündigen die Veranstalter weitere Neuigkeiten für das 10. Festivaljahr an. So richtet DMY zum Beispiel den offiziellen Designpreis der Bundesrepublik Deutschland aus. Erstmalig werden alle Nominierungen dieses Preises während des DMY Festivals vom 6.-10. Juni im Flughafen Berlin Tempelhof ausgestellt. Der Preis wird seit 1969 für herausragende Leistungen in den Bereichen Produkt- und Kommunikationsdesign verliehen und jährlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ausgelobt.

Zum DMY 2012 werden über 700 Designer, Firmen und Institutionen auf über 14.000 Quadratmetern neue Produkte, Materialinnovationen und zukunftsweisende Prozesse vorstellen. Bereits zum dritten Mal bilden die weitläufigen Hangars des ehemaligen Flughafens Berlin Tempelhof die beeindruckende Kulisse des Festivals. Neben den Ausstellungen reflektieren zahlreiche Veranstaltungen wie Designer Talks, Workshops und Symposien die aktuellen Strömungen des Designs und laden zum Austausch mit internationalen Designergrößen ein.

Bis zum 17. Februar können sich noch Aussteller für das Festival bewerben. Designer, Firmen, Studios und Universitäten sind willkommen, ihre Produkte und Projektvorschläge für die zentrale Ausstellung im Flughafen Berlin Tempelhof einzureichen. Darüber hinaus bietet das Festival Galerien, Museen und Institutionen aus Berlin die Möglichkeit, Satellitenausstellungen an eigenen Orten innerhalb der ganzen Stadt zu präsentieren.

Ishimoto Yasuhiro 1921—2012, Ausstellung in Berlin

Der von der japanischen Regierung zur »Person of Cultural Merit« ernannte Fotograf Ishimoto Yasuhiro ist am gestrigen Montag im Alter von 90 Jahren in Japan verstorben. Der japanisch-amerikanische Fotograf, am 14. Juni 1921 in San Francisco geboren, hatte in den 1950er Jahren in den USA mit seinen im MoMA ausgestellten Personenaufnahmen für Aufsehen gesorgt. Seine 1960 veröffentlichten Schwarz-Weiß-Aufnahmen der japanischen Villa Katsura bei Kyoto prägten das Bild Japans im Westen maßgeblich und machten ihn weltweit bekannt (Abbildung oben: Katsura, Interieur des Hauptgebäudes, 1981/82 © Ishimoto Yasuhiro)

Anlässlich der aktuell laufenden Sonderausstellung »Die kaiserliche Villa Katsura. Fotografien von Ishimoto Yasuhiro« hatte der Fotograf dem Berliner Bauhaus-Archiv noch im Dezember 2011 fünfundfünfzig seiner wegweisenden Schwarz-Weiß-Werke der kaiserlichen Villa Katsura bei Kyoto geschenkt. Die in Kooperation mit The Japan Foundation realisierte Ausstellung ist noch bis zum 12. März 2012 in Berlin zu sehen. “I feel that there is a kind of fateful link between Bauhaus and me. I would like to donate 55 of my photographs to the Bauhaus Archive Berlin”, kommentierte Ishimoto Yasuhiro kürzlich seine Schenkung in einem Schreiben an das Bauhaus-Archiv.

Ishimoto Yasuhiro trat 1948 dem Institute of Design in Chicago bei, der Nachfolgeinstitution des von László Moholy-Nagy gegründeten New Bauhaus. Er studierte bei Harry Callahan und Aaron Siskind. 1955 waren Personenaufnahmen von ihm Bestandteil der berühmten MoMA-Ausstellung »Family of Man«. Im gleichen Jahr waren Aufnahmen von ihm in der auch für das Nachkriegsdeutschland so wichtigen Ausstellung »Subjektive Fotografie II« in Saarbrücken zu sehen. 1966 siedelte Ishimoto nach Japan über, wurde Professor an der Tokyo University of Art and Design und 1969 japanischer Bürger.

Reclam-Bibliothek in neuem Gewand

Jetzt heißt es tapfer sein … seit heute erscheinen die gelben Reclam-Heftchen in neuer Aufmachung. Tatsächlich hat der Bücherklassiker in den letzten Jahrzehnten schon mehrfach sein Äußeres verändert. Und trotzdem nimmt man die Reihe seit den Schulzeiten als unveränderlich wahr. Damit dies so bleibt, haben Friedrich Forssman und Cornelia Feyll der Universalbibliothek ein noch strengeres Korsett verpasst: keine Abbildungen mehr, keine Faksimile, nur noch Text pur. Allein ein weißes Feld ist hinzugekommen.

Relam schreibt dazu auf reclam.de/special: »Ab jetzt erscheinen alle neuen Titel und Nachauflagen von Reclams Universal-Bibliothek in neuer Gestaltung. Bis alle Bände umgestellt sind, wird noch einige Zeit vergehen. Macht aber nichts, denn alte und neue Bände harmonieren aufs Beste.«

Ausstellung: Umstrittene Straßennamen in Münster

»Ehre wem Ehre gebührt?!« … Absolventen der Fachhochschule Münster entwickelten unter diesem Motto ein Ausstellungskonzept zur aktuellen Diskussion über die Umbenennung von Straßennamen in Münster. Sie ist Teil der vom Ältestenrat der Stadt angeregten Dialog- und Informationsphase, die die Öffentlichkeit über das Leben und Wirken der umstrittenen Namenspatrone und ihre Verbindungen zum Nationalsozialismus aufklären soll. Das Ausstellungskonzept haben Philipp Schwerdtfeger und Johannes Vogt, zwei Absolventen der Fachhochschule Münster, auf die Beine gestellt.

Die Ausstellung zeigt – in Form von elf lebensgroßen Silhouetten – Personen einer von Experten vorgeschlagenen Namensgeber-ListeListe. Aufgedruckte Texte informieren über die Rolle der Dargestellten im Nationalsozialismus. Eine der Figuren zeigt den Reichspräsidenten der Weimarer Republik, Paul von Hindenburg, nach dem seit 1927 der größte Platz Münsters benannt ist. Die Kommission empfiehlt dessen Umbenennung – was derzeit den wohl größten Zankapfel in der Diskussion darstellt. Neben Hindenburg zeigt die Ausstellung einige Personen, die vor allem künstlerisch und kulturell tätig waren. Zu ihnen zählt etwa die Dichterin Agnes Miegel, die laut Kommission eine »Stütze des NS-Regimes im Bereich Kultur war und den ›Führer‹ in ihren Werken verherrlichte«.

Zu sehen ist die öffentliche Ausstellung bis zum 16. März in der Bürgerhalle des Rathauses.

Penny: mit neuem Design ins Geschäft

Wie der stets gut unterrichtete Supermarktblog heute verkündet, hat in einigen Berliner Filialen der Rewe-Tochter Penny der »Umbauschlussverkauf« begonnen. Damit nicht genug: Die ersten neuen Transparente hängen schon an den Fassaden. »Wir verändern uns. Frischer. Besser. Überraschend«, verspricht Penny seinen Kunden auf Plakaten, die der Kundschaft den Imagewandel vermitteln … denn sie muss für eine Woche draußen bleiben.

Laut »Lebensmittelzeitung« sollen 2012 rund 800 Märkte in Deutschland neu gestaltet werden, was mit 150 Mio. Euro zu Buche schlagen wird. »Die radikalen Änderungen sind ein mutiger Schritt« schreibt der Supermarktblogger Peer Schader, denn das neue Design sei Welten entfernt »von den Bruchbuden, in denen Penny bisher seine Waren verkauft hat«. Vor allem aber schlage Penny eine völlig andere Richtung ein als die direkte Konkurrenz. Die Läden von Lidl seien zwar in Ordnung, aber kein Design-Highlights; Netto kämpfe immer noch mit der Integration der Plus-Filialen und den übrig gebliebenen orangefarbenen Kassen, »die sich fies mit den eigenen Logofarben gelb und rot beißen«; und Aldi se komplett auf Zweckmäßigkeit eingestellt.

Das neue, kontrastreiche Penny-Logo lehnt sich ang an dem der Mutter Rewe an: weiß auf rotem Grund. Das Gelb ist fast komplett verschwunden, nur der Punkt hinter dem Markennamen trägt noch die Farbe und erinnert ein bisschen an den Namensgeber, den Pfennig. Die Versalbuchstaben P und Y überlappen sich nicht mehr mit ihren Nachbarn, aber sie berühren sich noch – was nicht sein müsste und der Wortmarke eine zweifelhafte Eigenständigkeit verleiht. Überhaupt scheint die Spationierung das Hauptproblem des Logos.

(Foto: Supermarktblog, mit freundlicher Genehmigung)

Nationaler Designpreis in neuen Händen

Seit Jahren Thema im Fontblog und heftig diskutiert: Der Design-»Preis der Preise« ist. Ins Rollen gebracht wurde die Debatte vor fünf Jahren mit einem offenen Brief von Juli Gudehus an den damaligen Wirtschaftsminister Michael Glos, den sie hier im Fontblog veröffentlichte: Offener Brief von Juli Gudehus. Nach PAGE, Süddeutsche und FAZ griff das ARD-Wirtchaftsmagazin WiSo das Thema auf, Jury-Mitglieder legten ihr Amt nieder (»Preis schadet dem Ansehen des deutschen Designs …«), angesehene Designer – zum Beispiel Mirko Borsche – distanzierten sich öffentlich von dem Preis.

Nun endlich wird der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland reformiert. Die vom Bundesminister für Wirtschaft und Technologie gestiftete und seit 1969 jährlich für Spitzenleistungen in den Kategorien Produkt- und Kommunikationsdesign vergebene Auszeichnung wird in neuem Gewand ausgelobt. Die Eckpunkte des Preises werden neu ausgerichtet, sein Erscheinungsbild wird geschärft und seine Wahrnehmbarkeit erhöht.

Der Parlamentarische Staatssekretät beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Hans-Joachim Otto, erläuterte heute in Berlin gegenüber der Presse: »Gutes Design ist ein Alleinstellungsmerkmal und steigert die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Dies unterstreicht auch der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, der die Besten für ihre Design-Spitzenleistungen auszeichnet. Es ist wichtig, dass wir – so wie unsere Designer – auch bei der Ausgestaltung von Auszeichnungen mit der Zeit gehen. Deshalb begrüße ich, dass der Designpreis in Organisation, Inhalt und Außendarstellung modernisiert wurde. Mit einer Kombination aus Bewährtem und Neuem werden wir dafür sorgen, dass der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland seine Spitzenstellung als ›Preis der Preise‹ weiter festigt.«

Zu den Neuerungen des Designpreises:

  • Ausschreibung, Prämierung der Arbeiten und die Preisverleihung werden im selben Kalenderjahr stattfinden. Dieser neue zeitliche Ablauf unter Vermeidung von Jahreswechseln beugt Mißverständnissen vor, macht die Organisation kompakter und und den Preis verständlicher.
  • Die Vergabe wird zukünftig in Berlin stattfinden. Die Durchführung der Preisverleihung als gesellschaftliches Ereignis jeweils im Herbst eines Jahres soll die Ehrung aufwerten und breiteres Besucher- und Medieninteresse schaffen.
  • Mit der Einführung der zusätzlichen Kategorie Ökologisches Design wird dem Aspekt der Ressourcenschonung Rechnung getragen.

In einer erstmalig durchgeführten Ausschreibung wurde das Team von DMY Berlin als Ausrichter des Designpreises für das Jahr 2012 ausgewählt. DMY verfügt über Erfahrung in der Ausrichtung von Designveranstaltungen und führt das Wettbewerbsverfahren als Dienstleistungskonzessionnehmer auf eigenes wirtschaftliches Risiko durch. Über die in der Vergangenheit kritisierten Kosten und Gebühren für die Teilnehmer wurden heute noch keine Details veröffentlicht.

Unmut über neues Logo der EU-Kommission

Die Europäische Kommission hat sich in den vergangene Monaten von einem belgischen Designbüro eine visuelle Identität und ein neues Logo (siehe rechts) entwickeln lassen, die im kommenden Monat eingeführt werden. Das Logo zeigt die Europa-Flagge auf 26 grauen Linien, die das sternförmige Hauptquartier der Brüsseler Behörde andeuten. Noch vor der offiziellen Ankündigung regt sich Protest unter EU-Abgeordneten, vor allem aus Großbritannien.

Wie der Daily Express berichtet, seien die 135.000 Euro für die Entwicklung des neuen grafischen Auftritts nur der Auslöser für eine Kostenlawine, die am Ende weit über fünf Millionen Euro liegen dürfte. »Die Einführung des kommissionsweiten Logos im nächsten Monat führt zur Verschrottung von 400 Abteilungs- und Behördenlogos … ganz zu schweigen vom Druck neuer Geschäftspapiere und Faltblättern.« heißt es in dem Bericht.

Der britische Europaskeptiker Daniel Hannan, seit 1999 Mitglied des Europäischen Parlaments, äußerte gegenüber der Presse: »Es ist schon außergewöhnlich, wenn 27 EU-Mitgliedsstaaten gerade ihre Haushalte zusammenstreichen und jeden gesparten Penny nach Brüssel überweisen, dass mit diesem Geld solche Pläne verfolgt werden.« Sein Kollege Paul Nuttall von der United Kingdom Independence Party, deren Hauptziel der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union ist, schlägt in die gleiche Kerbe: »Das Redesign ist ein Fall extravaganter Eitelkeit. Ein weiters Beispiel dafür, wie weit die Brüssler Elite von den Menschen entfernt ist, die ihre stetig wachsenden Rechnungen begleichen.«

Ein Vertreter der EU-Kommission, so der Express, widersprach den britischen EU-Skeptikern gestern Abend. Tatsächlich spare das neue, einheitliche Corporate Design jede Menge Kosten, weil es viele individuelle Entwürfe ersetze. Wörtlich zitiert ihn die Tageszeitung: »Eine einheitlicher Auftritt der Kommission wird deren Aktionen und Produkte in der Öffentlichkeit klarer erkennbar machen.« Natürlich würden bestehende Drucksachen weiter genutzt, bis sie vergriffen oder veraltet seien.

Marcus Botsch 1961 – 2012

»Ich komme aus einer anderen Welt und habe von Typografie keine Ahnung«, begann der Berliner Industriedesigners Marcus Botsch seinen Vortrag auf der TYPO Berlin 2003, die unter dem Motto Humor stand. Sein Thema: die »Designinitiative des Deutschen Humors«. Immer wieder ermahnte der Redner die Zuhörer, doch bitte nicht zu lachen, denn »Humor diskreditiert« (Kurt Tucholsky). So unglaublich witzig seien die meisten Jobs eines Designer sowieso nicht, was er mit Beispielen aus der eigenen Praxis belegte. Bei seinem beruflichen Ausflug in die Medizintechnik entwarf er unter anderem ein Endoskopie-System, Laser für die Neuro-Radiologie, Beatmungsgeräte für die Pädiatrie, und allem voran »Kunstherzen, bis der Arzt kommt«.

Auch als Accessoire-Designer habe er sich versucht. Am Entwurf eines Kleiderbügels sei er kläglich gescheitert. »Zum Glück ist das berufliche Spektrum im Design so groß und weit, dass jeder irgendwann sein Terrain findet«. Markus Botsch fand es unter anderem mit der Gründung der Satirezeitschrift »Designrevue«, die er 1997 mit seinem Kollegen Nils Holger Moormann ins Leben rief. »Wir wollten Fakten, Fakten, Fakten, ein Pendant zur Titanic, nur für die Designszene« und ruckzuck wurde die Publikation auf den Designmessen zum Selbstläufer. Schlagzeilen wie »Meine Designer waren alle Versager« sorgten noch sechs Jahre später für Lacher im Saal. Einen weiteren Triumph feierte Botsch als Schirmherr des Red Nose Award, die »Designinitiative des Deutschen Humors«, eine Parodie auf den Red Dot Award und Titelgeber für seinen Vortrag. Botschs Humor-Fazit auf der TYPO 2003: »Der Kampf geht weiter … und Humor ist die beste Medizin gegen graue Haare und Magenschmerzen.«

Wie wir erst heute erfahren haben, ist Marcus Botsch am 6. Januar plötzlich und unerwartet in Berlin gestorben. Der in Münster geborene Industriedesigner wird uns durch seine Entwürfe im öffentlichen Raum in Erinnerung bleiben, zum Beispiel den Berliner Trinkbrunnen, das Public Design für Alt-Sachsenhausen oder die Mastleuchte Potsdam. Auch seine pointierten Texte und Kolumnen dürften noch lange zitiert werden. Im Verlag form erschienen zwei von ihm verfasste Bücher: Die Mineralwasserflasche von Günter Kupetz und 7 bis 9 Grad. Public Design für Potsdam.

(Foto: Gerhard Kassner)

Neue Ausstellung bei Mota Italic, Berlin

So schnell kann’s gehen: Die erste Ausstellung des Jahres 2012 hängt bereits, bei Mota Italic am Helmholtzplatz, Prenzlauer Berg: Rotation Reflexion, Repetition, Repetition. Sie zeigt 44 individuelle typografisch experimentelle Muster, die von Studenten der Visuellen Kommunikation an der UdK Berlin erstellt wurden. Die Ausstellung läuft bis zum 29. Januar. Wer die Vernissage verpasst hat, freue sich auf die Médissage, am Freitag, den 20. Januar; Freigetränke gibt’s ab 18:00 Uhr.

Darüber hinaus lädt die Galerie alle Fontblog-Leser ein, Fotos für die kommende Ausstellung »New Vintage Digital Vernacular Letters« einzureichen. »Wir werden interessante typografische Funde von Typophilen aus der ganzen Welt zeigen. Wir freuen uns darauf, eine Auswahl Eurer Lieblingsbilder zu zeigen!« schreiben Sonja und Rob Keller. Mehr Infos zur Teilnahme gibt’s hier (auf Englisch). Die Deadline ist schon bald. »Um Eure Bilder in die Ausstellung aufnehmen zu können, brauchen wir sie bis zum 25. Januar. Die Ausstellung läuft dann den ganzen Februar und März.«

Das deutsche Ei hat jetzt ein Logo

Um dem Verbraucher schon auf den ersten Blick eine klare Orientierungshilfe beim Eierkauf zu bieten, hat die deutsche Eierwirtschaft ein »Deutsches-Ei-Logo« für die Eierkartons entwickelt, das sich aktuell in der Markteinführung befindet. »Dieses einheitliche Herkunfts-Logo stellt eine wesentliche Hilfestellung bei der Kaufentscheidung für das deutsche Ei dar« erläutert der Verbandschef der deutschen Legehennenhalter Dr. Bernd Diekmann heute gegenüber der Presse in Berlin. Die deutsche Eierwirtschaft hat den Abschied von der seit Anfang 2012 EU-weit verbotenen konventionellen Käfighaltung bereits Ende 2009 vollzogen und sieht jetzt mit Sorge, dass europäische Nachbarstaaten wie Polen, Frankreich oder Spanien die Frist zur Umsetzung missachten. »Mit dem Prädikat ›deutsche Herkunft‹ hat der Verbraucher eine ganz einfache Handhabe, sich beim Kauf von Schaleneiern vor illegal produzierter Ware zu schützen«, ergänzte Diekmann. (Quelle: na-presseportal und deutsche-eier.info).

OT-Features im Web … wer braucht das?

Vor wenigen Stunden hat Microsoft eine Demo-Website freigegeben (mit IE 10 oder Firefox ansehen), auf der typografische Leckerbissen live zu bewundern sind, die wir bisher nur vom Papier kannten: Kerning, Kapitälchen, Mediävalziffern, Ligaturen und Zierbuchstaben. Zwar kann man im Internet derartige Typo-Raffinessen schon länger darstellen, allerdings muss der – offline aufbereitete – Text hierfür in eine statische Abbildung umgewandelt werden. Unter den Nachteilen dieser Methode leiden bis heute sowohl Webdesigner, als auch die Leser solcher Work-around-Worte. Erstere müssen jede Textänderung und -aktualisierung umständlich über Grafiken einbauen, einschließlich versteckter Realtexte, denn auch die Google-Volltext-Roboter sollen die Inhalte lesen können, damit die Site später gefunden wird. Die Betrachter einer Textbild-Site müssen den langsameren Aufbau schlucken (Datenmenge), auch die Übernahme einer zum JPG gefrorenen Textpassagen per Copy & Paste, beispielsweise in einen E-Mail-Text, können sie sich abschminken.

Die schnelle Verbreitung der Webfonts seit zwei Jahren (vgl. Fontblog-Premieren-Bericht: Heute ist Webfont-Tag) war nur der erste Schritt, um Papier und Bildschirm (genauer: Druck und Internet) typografisch auf gleiches Qualitätsniveau zu bringen. Weiterhin ungeklärt waren die harmonische Zurichtung (Unterschneidungen, auf englisch: Kerning), die freie Wahl einer Ziffernart (zum Beispiel Tabellen- oder Old-Style-Ziffern) oder kontextsensitive Ersetzungen, die man besonders bei verbundenen Schreibschriften zu schätzen weiß. Ästhetische Feinheiten dieser Art werden von Experten auch als »OpenType-Features« bezeichnet, weil sie erst mit dem OpenType-Font-Format standardisiert und für Applikationen (wie auch Anwender) benutzbar wurden. 

Dabei geht es um mehr als Ästhetik. Erst OpenType und seine Features brachten die klare Trennung zwischen Inhalt und Form in die digitale Typografie. Warum diese Trennung im Workflow bzw. für die Weiterverwertung von Texten so wichtig ist weiß jeder, der bis heute seine Texte von Hand mit Kapitälchen (Small Caps) oder Ligaturen ausstattet, also zum Beispiel einen Begriff wie »UNESCO-Welterbe« manuell mit verkleinerten Großbuchstaben gewichtet (erst »unesco« schreiben und dann die Schritart wechseln), oder das fi in finden durch die fi-Glyphe ersetzt. Derartige Manipulation gehen jedem Texter gegen den Strich, weil er ständig von Schreiben auf Gestalten umschalten muss, und nach und nach sein Manuskript zerstört. Wer solche Texte später aus dem Layout herauskopiert ist genauso wenig glücklich, weil die typografischen Manipulationen gerne mit Ersatzzeichen quittiert oder zurückgebaut werden müssen. 

Erst die typografischen Features von OpenType (und die Mac-OS-eigenen Interpretation dieser Features) lösten solche Verbiegungen. Die Abbildung oben zeigt das Fenster des Mac-OS-Programms TextEdit sowie das typografische Schatzkästchen der Schrift FF Ernestine. Mit dieser lassen sich Small Caps und Petite Caps je nach Laune einbauen: unter Beibehalt von Versalion oder als Komplettaustausch. Auf den Grundtext haben die typografischen Operationen keinerlei Auswirkung.

Zurück zur Microsoft-Demo-Site Use The Whole Font, die für den Internet Explorer 10 gebaut wurde (auch der Firefox interpretiert sie richtig). Die drei Schriftenhäuser The Font Bureau, Monotype Imaging und FontFont zeigen dort mit ihren Fonts, wie die Zukunft der Typografie im Internet aussieht. Zukunftsmusik ist dies noch aus zwei Gründen: Erstens müssen mindestens noch die Browser Chrome und Safari die OT-Features unterstützen, um mit Internet Explorer und Firefox die ausreichende kritische Akzeptanzbasis zu bilden. Und zweitens müssen noch die geeigneten Fonts angeboten werden. Die meisten Webfonts werden im Moment – wenn überhaupt – mit Standard-Ligaturen, Kerning und vielleicht mit alternativen Ziffernsätzen ausgeliefert. Das kann sich jedoch schnell ändern, wenn der typografische Vorstoß von Microsoft auf größeres Interesse im Webdesign stößt.

Schreibt doch mal in den Kommentaren, ob OT-Features im Internet überhaupt wichtig für euch sind und wenn ja, welche.

Die 25 schönsten Bücher 2012 werden gesucht

Um als Impulsgeber für herausragende Gestaltung und Verarbeitung – über die Herstellungs- und Gestaltungsszene hinaus – Kontur anzunehmen, geht der Wettbewerb »Die schönsten deutschen Bücher 2012« gestrafft in einen neuen Rhythmus. Er richtet sich nach wie vor an Verlage, Buchgestalter und produzierende Betriebe. Beurteilt werden die Qualität des Buches in Hinblick auf Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung sowie der ästhetische Gesamteindruck. Einsendeschluss für Bücher mit Erscheinungsdatum zwischen 1. 11. 2010 und 31. 3. 2012 ist der 31. März 2012.

Die schönsten deutschen Bücher 2012, zukünftig eine festgelegte Anzahl von 25 Büchern, die sich durch erstklassige Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung auszeichnen, sind gleichzeitig die Nominierungen für den mit 10.000 Euro dotierten »Ersten Preis der Stiftung Buchkunst«, der für das schönste deutsche Buch vergeben wird. Der Förderpreis für junge Buchgestaltung – ab 2012 ein eigenständiger Wettbewerb – läuft zukünftig ohne Altersbegrenzung. 

Formulare zur Anmeldung gibt es auf stiftung-buchkunst.de -> Der deutsche Wettbewerb -> Teilnahme 2011/2012.