Artikel des Autors


PdW 43: Konzepte, Strategien, Design

World Branding Das Zusammenspiel von Produkt, Marke, Unternehmen und Konsument wird in der Wirtschaftstheorie als Branding bezeichnet. Unter Zuhilfenahme von über 600 farbigen Abbildungen untersucht »World Branding« [Gingko Press] die Bedeutung dieses Begriffs als Unternehmensstrategie. In zahlreichen Fallstudien wie Adobe, Audi, The British Library, dem Niederländischen Verteidigungsministerium oder Scandinavian Airlines werden auf insgesamt 300 Seiten erfolgreiche Marken aus aller Welt und deren jeweilige Dachmarkenstrategien beleuchtet.

Bei FontShop gibt es »World Branding – Konzepte, Strategien, Design« als Produkt der Woche für 10 € statt für 45 € [zzgl. MwSt.]. Wie immer sollte man schnell zugreifen, denn der Vorrat schmilzt bei einem solchen Sonderangebot erfahrungsgemäß wie Butter in der Sonne. Die Versandkosten entfallen.

FF Milo wird zur Großfamilie

Schriftmuster FF Milo SerifEs war Mike Abbinks erklärtes Ziel, mit der FF Milo ein robustes Arbeitstier zu gestalten, das sich den schwierigen Aufgaben der Magazin- und Zeitungstypografie stellen konnte. Um dieses Ziel zu erreichen verpasste der in New York lebende Grafikdesigner seiner neuen Schrift besonders kleine Ober- und Unterlängen und hauchte ihr – vor allem in den kursiven Schnitten – einen individuellen Charakter ein, ohne ihn dabei allzu außergewöhnlich werden zu lassen.

Schließlich zeichnet sich eine gute Satzschrift heute dadurch aus, dass sie unscheinbar, im Detail aber persönlich und vor allem hervorragend lesbar ist. Abbinks FF Milo zählt daher längst nicht mehr zu den aufgehenden, sondern bereits zu den scheinenden Sternen in der FontFont-Bibliothek.

Schriftmuster FF Milo Serif
Auch abseits der Zeitungs- und Magazintypografie macht die FF Milo Serif eine gute Figur
[Die Schriftmuster von F. Grießhammer und A. Roth entfalten sich durch Klick auf die Vorschau]

Mit der nun veröffentlichten Ergänzung FF Milo Serif empfiehlt sich die neu entstandene Großfamilie für höhere Aufgaben, sind es doch vor allem die umfangreichen Schriftsippen, die vielen Kunden im Dickicht des Marktes als Orientierung dienen. Gemeinsam mit Paul van der Laan, der Abbink beim Kerning, Spacing sowie der technischen Realisierung unterstützte, schuf der Designer aber nicht nur das perfekt harmonierende Gegenstück zu seiner erfolgreichen 18-schnittigen Familie, sondern eine ganz eigenständige Antiqua, die sowohl hervorragend für sich allein, als auch im Zusammenspiel mit anderen Serifenlosen funktioniert. Dabei trifft sie den Nerv des Zeitgeistes ohne jedoch ihre historischen Wurzeln zu verleugnen. Ein schwieriger Spagat, der nicht nur viel Talent, sondern allen voran viel Erfahrung verlangt. Die hat Mike Abbink mit der FF Milo Serif erneut bewiesen. Wir sind sehr froh, sie mit dem aktuellen Release als Teil unserer schwarz-gelben Schriftbibliothek anbieten zu dürfen.

FF Milo
FF Milo Serif und ihre große Schwester FF Milo [nach einem Schriftmuster von S.Coles]

Ivo Gabrowitsch

FF Dingbats 2.0: Premiere plus kostenloser Sample-Font

Wollten Designer vor 16 Jahren einen Text mit Symbolen aufpeppen, kamen sie an einer Schrift nicht vorbei: Zapf Dingbats – als Systemfont auf Macs und PCs (noch heute) vorinstalliert. Allerdings waren die 1979 entworfenen Zapf-Symbole schon in den 90er Jahren nicht mehr zeitgemäß.

Nach der Veröffentlichung der aus Schutz- und Warnzeichen bestehenden FF Care Pack schien dem FontFont-Marketing [damals in den Händen von einem gewissen Jürgen Siebert] der Hamburger Designer Johannes Erler genau der Richtige für die Gestaltung einer modernen Alternative zum Platzhirschen zu sein. Die Anforderungen waren klar: die neue Schrift sollte umfangreicher ausgestattet sein – z. B. mit den Symbolen für neue Kommunikationsmittel – und eine homogene, zeitgemäße Formensprache aufweisen.

Gemeinsam mit Olaf Stein erfüllte Erler das Briefing von FSI FontShop International: FF Dingbats wurde nach ihrer Veröffentlichung 1993 nicht nur ein großer Erfolg sondern auch ein Maßstab für alle danach erschienenen Piktogramm-Fonts.

FF Dingbats 2.0
FF Dingbats 2.0: Neues »Look & Feel« für alle Glyphen und fast 50 Prozent mehr Symbole

In der Zwischenzeit hat sich die Welt weiter gedreht. USB-Sticks nehmen heute den Platz von Disketten ein, E-Mails den von Briefen, iPods den von Walkmans und Energiesparlampen lösen gerade die Glühbirne ab. Höchste Zeit, den jüngsten technischen Trends gerecht zu werden und die FF-Dingbats-Familie aufzufrischen. Ganz nebenbei hat sich die Font-Technologie weiter entwickelt, so dass sich auch in Sachen Ästhetik und Komfort neue Dimensionen für einen Dingbats-Font ergeben.

Für die Renovierung der FF Dingbats sicherte sich Johannes Erler die Hilfe seines Kollegen Henning Skibbe. Gemeinsam mit FSI überlegten sie, wie eine neue universelle Version der Schriftfamilie den gewachsenen Ansprüchen gerecht werden könnte. Veraltete und bezuglose Symbole sollten wegfallen, Lücken gefüllt, unübersichtliche Strukturen ausgeglichen und technische Innovationen berücksichtigt werden.

Mit der heute erscheinenden FF Dingbats 2.0 werden all diese Forderungen umgesetzt, wobei auch von den älteren Zeichen keins unangetastet blieb. Damit sprechen alle Symbole eine einheitliche und zeitgemäße Sprache. Aus ehemals 8 Fonts wurden durch die Aufnahme von rund 50 Prozent neuer Symbole nun 12 Fonts, wobei sich die Namensgebung heute intuitiver erweist. Im Zeichensatz »Strong Forms« gibt es die gebräuchlichsten Symbole speziell aufbereitet für kleine Schriftgrößen und den Einsatz am Bildschirm.

Für manche Symbole wurde eine OpenType-Funktionen integriert, die farbige Binnenräume erlaubt. Hierzu wurden Hintergrundflächen in die Fonts aufgenommen, die man zunächste hintereinander in ein OpenType-fähiges Programm tippt, dann einfärbt und anschließend mit der Funktion Formatvarianten (Formatsatz 1 in Adobe InDesign) übereinander legt. Selbst ohne OpenType-Unterstützung helfen diese Hinterleger weiter, zum Beispiel in Grafikprogrammen, wo man sie frei einfärben und bewegen kann.

FF Dingbats 2.0
FF Dingbats 2.0 – Layer-Funktion: Zuerst Layer auswählen, einfärben und OpenType-Funktion im Anwendungsprogramm aktivieren [hier »Formatvarianten« in Adobe Illustrator]

Neugierig geworden? Dann schnell den kostenlosen Testfont FF Dingbats 2.0 OT Sampler downloaden und ausprobieren. Die Abbildung ganz unten zeigt die enthaltenen Zeichen, die aus 12 verschiedenen FF-Dingbats-2.0-Fonts entnommen wurden.

Wer sich ausführlicher über FF Dingbats 2.0 informieren möchte, besuche die eigens eingerichtete Internetseite FFDingbatsFont.com [engl.], die unsere Kollegen bei FontShop USA gestaltet haben. Neben der Story hinter FF Dingbats 2.0 sind dort Screencasts, eine Galerie und viele Anwendungstipps zu finden. Der Kauflink am Ende der Site führt zum FontShop USA. Kunden in Deutschland kommen hier in ihren FontShop, wo die Schrift sowohl im TrueType- als auch im OpenType-Format angeboten wird.

Die (Factor-)Designer selbst widmen ihrer jüngsten Arbeit ein eigenes Monatsheft, das in den nächsten Tagen noch eine Titelseite und weitere Innenseiten erhält. Der aktuelle Zustand kann aber schon geladen und studiert werden. Die Abbildung ganz oben ist dem Heft entnommen.

FF Dingbats 2.0
Kostenloser FF Dingbats-2.0-Sample-Font: Diese Zeichen plus einige mehr enthält der Beispielfont

Ivo Gabrowitsch

We ♥ FFacebook, FFlickr & Co.

von Ivo

Die Online-Kommunikation von Organisationen und Unternehmen mit Interessengruppen und Kunden wird immer wichtiger. Eines der greifbarsten Belege dafür ist sicher der Fontblog selbst. Hier stellt sich Jürgen als Vertreter des FontShops dem kritischen Feedback der Leser, er veröffentlicht zeitnah firmen- und branchenrelevante Neuigkeiten, offeriert exklusive Angebote und bietet nicht zuletzt der gesamten Grafikszene eine gemeinsame und wirkungsvolle Plattform. Ein Engagement also, das in der Regel allen aktiven und passiven Nutzern des Blogs zugute kommt.

FFans auf FFacebook

FFans auf FFacebook

Ein Beispiel ganz besonders erfolgreicher Social-Media-Maßnahmen ist der jüngste Wahlkampf des designierten US-Präsidenten Barack Obama. Millionen seiner Wähler verfolg[t]en seinen Weg ins Weiße Haus über Twitter, YouTube, Facebook und viele weitere Online-Netzwerke. Dabei wird ihnen das Gefühl des gemeinsamen Dialogs mit dem Kandidaten und seinem Team nicht nur suggeriert, sie führen diesen Dialog sogar aktiv und spüren, dass sie als Interessengruppe ernst genommen werden und die Kampagne selbst mitgestalten können. Dies tun die Internetnutzer dann auch in Form konkreten Feedbacks, vor allem aber organisiertem Engagements und der Multiplikation von Obamas Botschaft. Auch hier dürften alle Beteiligten von der geschaffenen Gemeinschaft profitieren.

Ich bin selbst ein großer Fan dieser modernen Form des Dialogs auf Augenhöhe. Ich gebe Musikern Feedback in sozialen Netzwerken, nehme aktiv teil an Blogs von Politikern, bewerte Produkte in Webdiensten. Der Sender wird zum Empfänger, der Empfänger zum Sender. Diese Situation ist ganz schnell ganz normal geworden, kaum noch vorstellbar, dass man nicht schon immer derart einfach seine Meinung den »verdienten« Adressaten entgegenhalten konnte …

Selbstverständlich also, dass sich auch FontShops Schwesterfirma FSI FontShop International diesem Dialog stellt und die für die Kunden und Bibliothek sinnvollsten und wichtigsten Webdienste in Anspruch nimmt. In den letzten Wochen wurden daher einige Überlegungen angestellt, welche Plattformen im Netz sinnvoll sind und einen Mehrwert im gemeinsamen Sinne der Interessierten und der Foundry bieten. Das Ergebnis dieser Überlegungen habe ich nachfolgend aufgelistet.FontFont-Katalog bei issuu.com
FontFont im viralen Web

FontFont im viralen Web

  • FFacebook: Die »Mutter« aller sozialen Netzwerke. Firmen, Organisationen, Musiker usw. haben hier die Möglichkeit, sogenannte Seiten zu erstellen. Dort können die Nutzer dann »Fans« werden. Auf der FontFont-Fanseite gibt es unter anderem ein Foto- und ein Videoalbum, ein Forum, einen Newsticker und eine Pinnwand. Das Besondere: auch zahlreiche bekannte FontFont-Designer [z.B. Jean-François Porchez, Erik Spiekermann und Joachim Müller-Lancé] sind FFans der Seite. Die Gelegenheit also, ihnen im Diskussionsforum einmal auf den Zahn zu fühlen …
  • FFlickr: Bekanntlich die Bildergalerie schlechthin. Alles bildlich Relevante, also Bilder neuer FontFonts, Specimen-Auszüge, Anwendungsbeispiele usw. werden hier veröffentlicht. Ganz besonders interessant ist aber auch das, was andere Nutzer auf Flickr laden. Regelmäßig schauen wir uns dort um und sammeln die besten Bilder. So haben wir übrigens auch das FF-Meta-Video entdeckt.
  • Twitter: Privat genutzt ist der Mikro-Blogging-Dienst oft eher anstrengend. Als kurzer, prägnanter Informationskanal für Unternehmen entfaltet das Netzwerk jedoch seine Stärke. In 140 Zeichen kommt eben nur das Allerwichtigste unter.
  • Issuu: Auf dieser Plattform werden verschiedene PDF-Dokumente wie Magazine, Kataloge und Präsentationen mit einem innovaten Betrachtungsmodul gezeigt. Die bekannten Funktionen wie Bewertung und Einbetten der Dokumente in dritte Websites runden die Sache ab. Schriften bewerten auf behance.netSo kann man beispielsweise schon vor der Bestellung des gedruckten FontFont-Katalogs darin online schmökern [oder der Umwelt zuliebe ganz auf das Papierexemplar verzichten] oder sich durch den einen oder anderen Specimen hangeln.
  • Behance: Eine noch relativ junge Portfolioplattform für Kreative unterschiedlicher Bereiche. Das Tolle an diesem Netzwerk ist vor allem auch die hohe Qualität der dort gezeigten Arbeiten. So ist es für uns spannend zu sehen, was mit FontFonts allles gestaltet wird.
  • Vimeo: Für Viele ist Vimeo das bessere YouTube, zumindest aber das schönere. Eine Vielzahl typografischer Filme von anderen Nutzern sind dort ebenfalls gelistet. Alle Netzwerke sind somit auch immer eine Motivation für die eigene Arbeit.

Multitouch, oder …

… eine tolle Technologie, die nicht erst seit Minority Report zu einem glänzenden Höhenflug angesetzt hat, obwohl sie nicht gänzlich neu ist.

von Julian Koschwitz

Die ersten Videos von Jeff Han’s Multitouch-Experimenten verleiteten YouTube-User noch, an eine Video-Montage zu denken. Doch als Microsoft mit Surface 2006 erkennen ließ, dass das sogenannte Windows Media Center nun endlich im gesellschaftlichen Leben angekommen ist und nicht mehr in separaten Kabinen abgehalten werden muss, klappten die Kinnladen reihenweise runter. Denn statt mühsam irgendwelche Hocker vor den Monitor zu karren, kann man sich um den Couchtisch gemütlich in die Runde hängen, Fotos tauschen, drehen, größer und kleiner ziehen. Wahnsinn! Endlich ist es einfach, schnell und sexy die Urlaubsbilder zu zeigen oder ein fremdes Land auf einer Karte zu zeigen.

Es war klar: Da wird Großes kommen! Und es kam: Das lang erwartete Apple iPhone brach kurz darauf alle Erwartungen in Verkaufszahlen, Lifestyle und Technologie. Ja, man konnte sogar neben all den Killer-Apps telefonieren. Weiterhin kann man seitdem endlich auch unterwegs Bilder, Karten und Videos drehen und größer und kleiner ziehen. Über-Awesome (S.Jobs)!

Parallel dazu entwickeln unzählige Studenten, Techniker und Designer eigene Multitouch-Tische, -Wände und andere Objekte. Von klein und Low-Cost bis XXL und auf hohem technologischen Niveau. In Communities wie dem NUI-Group Userforum kann man sich einen Eindruck machen und Personen wie Projekte kennenlernen.

Bei der PDC 2008 konnte man sich nun das mit Spannung erwartete Windows 7 vorstellen lassen, das, wie man schon erahnen konnte, durch mehrere simultane Berührungen bedienbar ist.

Doch nun findet man all diese technologischen Höchstleistungen in einem weißen Nichts. Denn obwohl die meisten Computer-Nutzer aus Angst vor dieser Leere zwar den ganzen Tag ihre Fotoalben hoch und runter skalieren und in alle Himmelsrichtungen drehen, mit beiden Händen durch Google Earth rudern und CD-Cover in iTunes in Höchstgeschwindigkeit durchblättern, drängt es manche gelegentlich auch wieder in ihr Office-Körbchen, wo sie die Kolumnen nun doch lieber wieder mit den Pfeiltasten durchlaufen, die Diagramme an ihren winzigen Ankerpunkten mit der Maus anklicken und den Text über die Tastatur rein-hämmern.Passt nicht Quo vadis Multitouch? Doch nicht etwa in den Desktop-Computer-Bereich? Ist es ein typisches Phänomen, dass auf Biegen und Brechen versucht wird, die für Tastatur und Maus entwickelten Anwendungen nun als »besser-durch-Multitouch« zu verhökern? Ebenso wie vergeblich versucht wurde, typografische Regeln und Erkenntnisse aus dem Printdesign einfach auf den Screen zu übertragen? Erinnert etwas an nebenstehendes Bild.

Kann es sein, dass vor lauter Euphorie die Technologie ohne Design und Konzept gegangen ist, ohne jemals nach dem »Wozu?« zu fragen?

Forscher entdecken wahren Grund für Lesbarkeit


Laufweitenextreme am Beispiel der FF Reminga Titling [in Kürze als OT- und Pro-Version]

Schriftgröße, Satzbreite, Schriftcharakter … alles wohl bekannte Faktoren für die Lesbarkeit. Einer von Neurowissenschaftlern der New York University im Fachjournal Nature Neuroscience vorgestellten Studie nach ist der entscheidende Faktor für lesefreundliche Texte jedoch der Buchstabenabstand. Demnach muss mindestens ein »kritischer Abstand« überschritten werden, damit das Gehirn Wörter und Texte ohne Mühe lesen kann. Liest man ein Buch aus größerer Distanz, rücken die Buchstaben zusammen und verschwimmen. Auch wenn dieser Fall in der Praxis glücklicherweise eher selten auftritt, bestätigt die Forschung die erschwerte Entschlüsselung von Text mit unpassender Laufweite. Die Zwischenräume seien übrigens auch bei der Betrachtung alltäglicher Objekte entscheidend. Sind die Objekte weit entfernt, muss auch ihr Abstand zueinander größer sein.

Ich glaube natürlich weiterhin einzig an die kombinierte Kraft der typografisch bekannten Lesbarkeitsfaktoren wie Schriftart, Schriftgröße, Farbe, Zeilenlänge, Zeilenabstand, Medium und eben auch die Laufweite. Wozu Gehirnforscher, wenn ich meinen Willberg habe?

[via innovations-report, Bericht in NYU Today, mehr zur Studie hier und hier]

Leckere Briefmarken mit Typogeschmack

Eine kleine Auswahl der umfangreichen Briefmarkensammlung von Michael Russem
Eine kleine Auswahl der umfangreichen Briefmarkensammlung von Michael Russem

Die Gestaltung von Briefmarken ist trotz ihrer Demokratisierung nicht gerade die einfachste Disziplin im Grafikdesign. Auf einer derart kleinen Fläche gestalterische Höchstleistungen zu vollbringen hat seine Tücken. So ist es immer wieder erstaunlich, was doch auf den wenigen zur Verfügung stehenden Zentimetern möglich gemacht wird. 

Ottmar Mergenthaler, der Erfinder der Linotype-SetzmaschineÜber 300 Briefmarken der typografisch besseren Art werden nun auf der Website von Kat Ran Press gezeigt. Seit fast zehn Jahren recherchiert, katalogisiert und sammelt der »typomane« Firmenchef Michael Russem besonders die Marken, die von Schriftentwerfern gestaltet wurden. Zu sehen sind in der Online-Sammlung bereits Arbeiten von Designergrößen wie Wim Crouwel, Adrian Frutiger, Eric Gill, Erik Spiekermann, Georg Trump, Gerard Unger und Hermann Zapf. 

Würde mich Michael Russem fragen, ob ich Lust auf seine Briefmarkensammlung hätte … ich würde wohl mitgehen!

Neues Jobportal für die Kreativbranche

Mit der offensiven Zielsetzung, das optimale Stellenportal für die Kreativbranche zu sein, startete dieser Tage CreativeSet. Für Studios, Agenturen und Unternehmen ist das Ganze kostenlos. Jobsuchende erhalten ein sehr schnelles Filter-Suchsystem mit Live-Suchfunktion. Damit kann man schneller als andere den Traumjob finden. Alle weiteren Fragen beantwortet die FAQ-Seite des Portals.

Zeichen, Symbole und Ornamentschriften

Slanted #06 - Signs, Symbols, Ornaments

Zu Beginn dieser kühlen Herbstwoche freue ich mich, auf das neueste Slanted-Magazin hinweisen zu können. Mit der Ausgabe 6 starten unsere Freunde aus Karlsruhe in eine neue Ära. Ab sofort erscheint Slanted nämlich nicht mehr nur halbjährlich, sondern quartalsweise. Weiterhin immer um ein anderes Schwerpunktthema kreisend, wird es somit doppelt so oft Interviews, illustrierte Fontnamen, Typolyrics, Musikbesprechungen, Portraits, Fotostrecken und Studentenarbeiten geben. Ganz nebenbei wird das vielfach ausgezeichnete Magazin nun nicht mehr im Digital-, sondern im Offsetdruck produziert. Eine Abonnementmöglichkeit wird ebenfalls angeboten.

Die aktuelle Ausgabe widmet sich zum verringerten Preis von 12 € auf 194 Seiten diesmal den Zeichen, Symbolen und Ornamentschriften. Die Redaktion konnte dazu neben eigenen auch Beiträge von Marian Bantjes (die auch das Cover gestaltete), Prof. Johannes Bergerhausen, Typosition und vielen weiteren Typografen zusammentragen. Als Interviewpartner standen unter anderem Hubert Jocham, PetPunk, Kurt Weidemann, Raban Ruddigkeit und Jan Middendorp Rede und Antwort.

Als »Typoporno« habe ich das Slanted-Magazin mal bezeichnet. Ich denke, das trifft es auch weiterhin ganz gut. Zumindest, wenn man auf gedruckte Schrift steht … 

Slanted #06 - Signs, Symbols, Ornaments

Aus SpiekermannPartners wird EdenSpiekermann

Das stetigste im Leben ist die Veränderung hat mal ein schlauer Geist von sich gegeben. Dies scheint auch das Motto unseres Firmengründers Erik Spiekermann zu sein. Genau zwei Jahre nachdem aus seinem United Designers Network SpiekermannPartners wurde, erfährt die Branding- und Designagentur eine weitere Umbenennung. Zu Beginn des kommenden Jahres wird EdenSpiekermann den bisherigen Namen ablösen. Angedeutet hatte sich dies bereits im Februar, also die Fusion mit Eden Design & Communication aus Amsterdam bekannt wurde. Der weitere Schwerpunkt der gemeinsamen Agentur soll auf internationalen Aktivitäten in den Bereichen Design, Branding und User Experience liegen. Das erklärte Ziel ist eine führende Rolle im europäischen Design-Business. Wir wünschen dafür alles Gute.

Neuer FontFont: Mister K

Seit Monatsbeginn darf ich meine Liebe zur Schrift – Jürgen hatte das bereits erwähnt – nun als Marketingleiter der FontFont-Bibliothek ausleben. Diese wird bekanntlich vor allem mit zeitgenössischen Neuentwicklungen in Verbindung gebracht. Der neueste FontFont zeigt jedoch, dass dies die Veröffentlichung von Schriften mit historischem Hintergrund nicht ausschließt.


FF Mister K Pro: In Kürze erscheinender FontFont

Die finnische Grafik- und Schriftgestalterin Julia Sysmäläinen fühlte sich derart von den Manuskripten des Schriftstellers Franz Kafka inspiriert, dass sie beschloss, seine Handschrift mit ihren außergewöhnlich kräftigen kalligrafischen Eigenschaften zu einem Script-Font umzusetzen. Dabei meisterte die studierte Philologin die Herausforderung, Kafkas zum Teil exzentrische Buchstabenformen in einen gleichmäßigen typografischen Fluss zu bringen. Sie verpasste der FF Mister K Pro nicht nur einige hundert Ligaturen, die jeweils aus zwei, drei oder sogar vier Einzelzeichen bestehen, sondern integrierte Alternativzeichen für verschiedene Buchstabenverbindungen, um Wiederholungen von Buchstabenformen, die es bei einer echten Schreibschrift nicht gibt, zu reduzieren. Hinzu kamen hilfreiche OpenType-Funktionen wie zum Beispiel stilistische Alternativen für verschiedene Arten der Schraffierung sowie des Unter- und Durchstreichens.

Am Ende entstanden drei völlig unterschiedliche Einzelschnitte. Neben dem normalen Schnitt auch Crossout, mit dem umfangreich ganze durchgestrichene Absätze gestaltet werden können und Onstage, der noch einmal deutlich extravaganter und schnörkeliger wirkt. Mit allen enthaltenen Fremdsprachen und Features enthält allein der Standardschnitt ganze 1.517 Zeichen.


Dass man auch ganz witzige Sachen mit der FF Mister K Pro gestalten kann, beweist die ebenfalls aus Finnland stammende Designerin Oili Kokkonen.

Die Schreibschrift FF Mister K wird in Kürze im FontShop erhältlich sein. Bis dahin darf unter den belesenen Fontblogkommentatoren gern diskutiert werden, aus welchen von Kafkas Werken der Name der Schreibschrift abgeleitet wurde. Auch ein downloadbares Specimen-PDF soll die Wartezeit auf den neuesten FontFont verkürzen.

Führungswechsel im IDZ Berlin

Der Beginn meiner Vertretung hier gestaltet sich schwieriger als erwartet. In erster Linie wollte ich dabei die Gelegenheit nutzen und etwas detaillierter auf das aktuelle Schaffen meines Arbeitgebers eingehen, doch bleibt der Fontblog natürlich weiterhin was er ist: nämlich immer auch eine Art kleine »Nachrichtenagentur« für Designer. In diesem Selbstverständnis werden dann auch Nachrichten wie jene aufgegriffen, die uns vom Internationalen Design Zentrum Berlin erreichte.

IDZ BerlinDort gab Dr. Silke Claus überraschend die Leitung an die Designerin Cornelia Horsch ab, die sich bisher für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins verantwortlich zeichnete. Claus widmet sich nun – wie es immer und auch hier so schön heißt – neuen Herausforderungen. Cornelia Horsch möchte das IDZ weiterhin vornehmlich auf die Felder »Universal Design« und »Nachhaltigkeit« konzentrieren und den »aktuellen Entwicklungen im Design eine öffentliche Plattform« bieten. Dabei soll die strategische Partnerschaft mit dem Rat für Formgebung fortgeführt werden. Über weitere Hintergründe zum Führungswechsel wurde indes nichts bekannt.

IG