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Paper for Great Graphic Design, für 14 € statt 37 €

In der Druckwelt beeinflusst die richtige Wahl der Papierart jedes Designprojekt. Gerade Designer klagen oft über den Mangel an wirklich gutem Referenzmaterial. »Paper for Great Graphic Design« versucht die Lücke zu füllen.

Fallstudien zeigen, wie das Papier ausgewählt wurde und welche kreativen Verarbeitungstechniken zum Einsatz kammen: Faltung, Bindung, Beschnitt, Prägung, Druckverfahren etc. Keith Stephenson und Mark Hampshire machen den Erfolg ausgesuchter Drucksachen transparent. Das Buch stellt Arbeiten mit unterschiedlichen Budgets vor und zeigt, wie man das Optimum aus den verschiedenen Papierqualitäten herausholt.

Als Stern der Woche bietet FontShop das Werkzeug für 14,– statt 37,– € an.
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Karl-Heinz Lange (1929 bis 2010)

Ein Nachruf von Ivo Gabrowitsch

Karl-Heinz Lange lernte ich 2007 auf einem unserer ersten Typostammtische kennen. Kurze Zeit später lud er mich in seine Wohnung ein, um seinen ersten Vortrag, den er auf einer der folgenden Veranstaltungen zu halten gedachte, zu besprechen: »Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken«. Anlass für diesen Vortrag war ein Jubiläum der besonderen Art. Lange blickte nämlich gerade zurück auf 60 Berufsjahre. 60 erfolgreiche Jahre des Gestaltens und Schriftentwerfens.
Karl-Heinz Lange

Meine Lieblingsarbeit von ihm: Plakat für das Ballett »Le Papillon« [Der Schmetterling] (© Foto Florian Hardwig)

In seiner mit zahlreichen Grafiken dekorierten Wohnung in Berlin-Mitte zeigte er mir Zeichnungen, die er bereits im Kindesalter anfertigte und sein Talent schon früh erkennen ließen. Er offenbarte faszinierende Arbeiten seines kreativen Schaffens, spielte am Klavier und erzählte genussvoll Anekdoten eines aufregenden Lebens. Eine handelte davon, wie er einmal von seinem Arbeitgeber VEB Typoart den Auftrag bekam, eine Schrift ähnlich der im Westen populären Optima von Hermann Zapf zu zeichnen.

Er übernahm den Auftrag, hoffte aber, dass sich seine eigene Handschrift ausreichend auf die Einzigartigkeit der Formen auswirken würde — schließlich war er eigenständiger Gestalter, kein Plagiator. Anlässlich einer Familienfeier durfte Karl-Heinz Lange nach Frankfurt/Main reisen. Dort traf er sich heimlich mit Zapf, um mit ihm seine Entwürfe zu diskutieren. Nicht ohne Stolz erinnerte er sich, wie sein westdeutscher Kollege sein Einverständnis gab und ihm gar großen Respekt für die geleistete Arbeit zollte. Die Publica war etwas völlig Eigenständiges geworden.

Karl-Heinz Lange

Karl-Heinz Lange an seinem Piano (© Foto Leslie Kuo, Pingmag)

Lange präsentierte mir an seinem Laptop vergnügt seine vorbereiteten Folien, nicht ohne dabei immer weitere Anekdoten zum Besten zu geben. Er lebte jedoch nicht in der Vergangenheit, sondern nahm immer wieder Bezug zum Hier und Jetzt und bekundete ernsthaftes Interesse am aktuellen Geschehen in der Typografieszene sowie an seinem Gast. Lange war intensiv darum bemüht, seine Schriften mit Hilfe jüngerer Kollegen wie zum Beispiel Ole Schäfer in die Zukunft zu retten.

Zum ersten Mal kam ich an diesem Tage mit seiner tiefen Leidenschaft zur Gestaltung von und mit Schrift in Berührung. Sie beeindruckte mich nachhaltig. Das war kein zartes Leuchten in den Augen eines in die Jahre gekommenen Mannes, das war ein Aufflammen in den Augen eines Kind Gebliebenen, das weiterhin die Welt erforscht. Aus einer geplanten Stunde wurde ein ganzer Nachmittag, der mich noch Wochen später beschäftigte. Sein Vortrag schließlich fesselte auch das Publikum auf magische Weise.

Karl-Heinz Lange

Karl-Heinz Lange und Erik Spiekermann im Oktober 2007 beim Berliner Typostammtisch (© Foto Andreas Seidel)

Wann immer der sympathische Gestalter konnte, bereicherte er unsere Veranstaltungsrunde mit seiner Anwesenheit, was ihm aufgrund seiner Gesundheit nicht immer leicht fiel. Lange war um einen ständigen intensiven Diskurs bemüht und genoss die Gemeinschaft von Gleichgesinnten, egal welchen Alters. Er begegnete ihnen respektvoll und interessiert.

Karl-Heinz Lange

Zirkus (© Foto Florian Hardwig)

Im vergangenen Jahr trat Karl-Heinz Lange mit einer außergewöhnlichen Bitte an mich heran: Anlässlich seines 80. Geburtstages wollte er nach Jahrzehnten der Hörsäle und Konferenzen gern seinen allerletzten Vortrag im Rahmen unserer typografischen Hauptstadtrunde halten. Der Besonderheit und der großen Ehre dieses Momentes bewusst nahmen an jenem Abend im August erstmals mehr als 50 Leute am Typostammtisch teil. Von ihnen bereute niemand die zum Teil weite Anreise. Beginnend mit seinen beschwerlichen Kinderjahren in Westpreußen ließ er sein ganzes aufregendes Leben Revue passieren. Er berichtete auf heitere Weise, wie er jahrelang im Harz eine schwere Tuberkulose kurierte und wie letztlich dort seine ersten künstlerischen Aktivitäten und schließlich die fortan niemals endende Liebe zur Schrift entbrannte.

Karl-Heinz Lange

Doppelseite des Lange-Buchs »Schrift: schreiben, zeichnen, konstruieren, schneiden, malen.« 1965, VEB E.A. Seeman Verlag Leipzig (© Foto Dan Reynolds)

Karl-Heinz Lange hat den visuellen Alltagsausdruck der DDR entscheidend mitgeprägt: vom Telefonbuch über zahlreiche Literatur und verschiedene Unternehmensauftritte. Zweifelsohne zählt der ehemalige Schüler Herbert Tannhaeusers zu den wichtigsten Schriftgestaltern der DDR. Als Beweis dienen auch für spätere Generationen seine Schriften:

Karl-Heinz Lange

Langes Neuzeichnung der Super Grotesk von Arno Drescher für den Fotosatz (© Foto Florian Hardwig)

  • 1955 Diplom-Antiqua (bleibt leider unveröffentlicht)
  • Seine Schriften für VEB Typoart:
    • Bearbeitung der Bleisatzschriften Magna, Primus und Super Grotesk für Fotosatz
    • Publica (1983, Silbermedaille »Bienale of Graphic Design Brno 1984«)
    • Minima (1984, als Satzschrift für Telefonbücher und Gebrauchsanleitungen)
  • Seine Schriften für Elsner+Flake
    • Rotola (1985/2007)
    • Viabella (2009)
  • Seine Schriften für Primetype

Karl-Heinz Lange starb vergangenen Dienstag kurz vor seinem 81. Geburtstag, nach einem – wie er selbst sagte – erfüllten Leben. Die Trauerfeier findet am 16. Juli 2010 um 12 Uhr statt.

»Was ist denn das Weiterleben nach dem Tode? Es funktioniert nur über den Anderen. In den Enkeln. Alle fünf Enkel hatten bei mir Klavierstunde. Jetzt ist die Letzte dran mit Flöte und Klavier. Jeden Montag sitzt sie hier an meinem Flügel. Das ist mein Erbe, das ist mein Weiterleben.« [KHL]

Sein Erbe ist größer. Er lehrte uns, dass Leidenschaft niemals in Rente geht. Er lehrte uns, neuen Herausforderungen aufgeschlossen und interessiert zu begegnen. Im letzten Jahr schrieb er mir im Vorfeld seines Vortrages in einer E-Mail: »Ich bin noch bei der Vorbereitung, die mir viel Freude macht, weil ich dabei durch gute Literatur noch zulerne.« Diese Leidenschaft und dieses Interesse ist Inspiration für unsere Arbeit.

Danke, Karl-Heinz. Du wirst uns fehlen.

PdW 43: Konzepte, Strategien, Design

World Branding Das Zusammenspiel von Produkt, Marke, Unternehmen und Konsument wird in der Wirtschaftstheorie als Branding bezeichnet. Unter Zuhilfenahme von über 600 farbigen Abbildungen untersucht »World Branding« [Gingko Press] die Bedeutung dieses Begriffs als Unternehmensstrategie. In zahlreichen Fallstudien wie Adobe, Audi, The British Library, dem Niederländischen Verteidigungsministerium oder Scandinavian Airlines werden auf insgesamt 300 Seiten erfolgreiche Marken aus aller Welt und deren jeweilige Dachmarkenstrategien beleuchtet.

Bei FontShop gibt es »World Branding – Konzepte, Strategien, Design« als Produkt der Woche für 10 € statt für 45 € [zzgl. MwSt.]. Wie immer sollte man schnell zugreifen, denn der Vorrat schmilzt bei einem solchen Sonderangebot erfahrungsgemäß wie Butter in der Sonne. Die Versandkosten entfallen.

FF Milo wird zur Großfamilie

Schriftmuster FF Milo SerifEs war Mike Abbinks erklärtes Ziel, mit der FF Milo ein robustes Arbeitstier zu gestalten, das sich den schwierigen Aufgaben der Magazin- und Zeitungstypografie stellen konnte. Um dieses Ziel zu erreichen verpasste der in New York lebende Grafikdesigner seiner neuen Schrift besonders kleine Ober- und Unterlängen und hauchte ihr – vor allem in den kursiven Schnitten – einen individuellen Charakter ein, ohne ihn dabei allzu außergewöhnlich werden zu lassen.

Schließlich zeichnet sich eine gute Satzschrift heute dadurch aus, dass sie unscheinbar, im Detail aber persönlich und vor allem hervorragend lesbar ist. Abbinks FF Milo zählt daher längst nicht mehr zu den aufgehenden, sondern bereits zu den scheinenden Sternen in der FontFont-Bibliothek.

Schriftmuster FF Milo Serif
Auch abseits der Zeitungs- und Magazintypografie macht die FF Milo Serif eine gute Figur
[Die Schriftmuster von F. Grießhammer und A. Roth entfalten sich durch Klick auf die Vorschau]

Mit der nun veröffentlichten Ergänzung FF Milo Serif empfiehlt sich die neu entstandene Großfamilie für höhere Aufgaben, sind es doch vor allem die umfangreichen Schriftsippen, die vielen Kunden im Dickicht des Marktes als Orientierung dienen. Gemeinsam mit Paul van der Laan, der Abbink beim Kerning, Spacing sowie der technischen Realisierung unterstützte, schuf der Designer aber nicht nur das perfekt harmonierende Gegenstück zu seiner erfolgreichen 18-schnittigen Familie, sondern eine ganz eigenständige Antiqua, die sowohl hervorragend für sich allein, als auch im Zusammenspiel mit anderen Serifenlosen funktioniert. Dabei trifft sie den Nerv des Zeitgeistes ohne jedoch ihre historischen Wurzeln zu verleugnen. Ein schwieriger Spagat, der nicht nur viel Talent, sondern allen voran viel Erfahrung verlangt. Die hat Mike Abbink mit der FF Milo Serif erneut bewiesen. Wir sind sehr froh, sie mit dem aktuellen Release als Teil unserer schwarz-gelben Schriftbibliothek anbieten zu dürfen.

FF Milo
FF Milo Serif und ihre große Schwester FF Milo [nach einem Schriftmuster von S.Coles]

Ivo Gabrowitsch

FF Dingbats 2.0: Premiere plus kostenloser Sample-Font

Wollten Designer vor 16 Jahren einen Text mit Symbolen aufpeppen, kamen sie an einer Schrift nicht vorbei: Zapf Dingbats – als Systemfont auf Macs und PCs (noch heute) vorinstalliert. Allerdings waren die 1979 entworfenen Zapf-Symbole schon in den 90er Jahren nicht mehr zeitgemäß.

Nach der Veröffentlichung der aus Schutz- und Warnzeichen bestehenden FF Care Pack schien dem FontFont-Marketing [damals in den Händen von einem gewissen Jürgen Siebert] der Hamburger Designer Johannes Erler genau der Richtige für die Gestaltung einer modernen Alternative zum Platzhirschen zu sein. Die Anforderungen waren klar: die neue Schrift sollte umfangreicher ausgestattet sein – z. B. mit den Symbolen für neue Kommunikationsmittel – und eine homogene, zeitgemäße Formensprache aufweisen.

Gemeinsam mit Olaf Stein erfüllte Erler das Briefing von FSI FontShop International: FF Dingbats wurde nach ihrer Veröffentlichung 1993 nicht nur ein großer Erfolg sondern auch ein Maßstab für alle danach erschienenen Piktogramm-Fonts.

FF Dingbats 2.0
FF Dingbats 2.0: Neues »Look & Feel« für alle Glyphen und fast 50 Prozent mehr Symbole

In der Zwischenzeit hat sich die Welt weiter gedreht. USB-Sticks nehmen heute den Platz von Disketten ein, E-Mails den von Briefen, iPods den von Walkmans und Energiesparlampen lösen gerade die Glühbirne ab. Höchste Zeit, den jüngsten technischen Trends gerecht zu werden und die FF-Dingbats-Familie aufzufrischen. Ganz nebenbei hat sich die Font-Technologie weiter entwickelt, so dass sich auch in Sachen Ästhetik und Komfort neue Dimensionen für einen Dingbats-Font ergeben.

Für die Renovierung der FF Dingbats sicherte sich Johannes Erler die Hilfe seines Kollegen Henning Skibbe. Gemeinsam mit FSI überlegten sie, wie eine neue universelle Version der Schriftfamilie den gewachsenen Ansprüchen gerecht werden könnte. Veraltete und bezuglose Symbole sollten wegfallen, Lücken gefüllt, unübersichtliche Strukturen ausgeglichen und technische Innovationen berücksichtigt werden.

Mit der heute erscheinenden FF Dingbats 2.0 werden all diese Forderungen umgesetzt, wobei auch von den älteren Zeichen keins unangetastet blieb. Damit sprechen alle Symbole eine einheitliche und zeitgemäße Sprache. Aus ehemals 8 Fonts wurden durch die Aufnahme von rund 50 Prozent neuer Symbole nun 12 Fonts, wobei sich die Namensgebung heute intuitiver erweist. Im Zeichensatz »Strong Forms« gibt es die gebräuchlichsten Symbole speziell aufbereitet für kleine Schriftgrößen und den Einsatz am Bildschirm.

Für manche Symbole wurde eine OpenType-Funktionen integriert, die farbige Binnenräume erlaubt. Hierzu wurden Hintergrundflächen in die Fonts aufgenommen, die man zunächste hintereinander in ein OpenType-fähiges Programm tippt, dann einfärbt und anschließend mit der Funktion Formatvarianten (Formatsatz 1 in Adobe InDesign) übereinander legt. Selbst ohne OpenType-Unterstützung helfen diese Hinterleger weiter, zum Beispiel in Grafikprogrammen, wo man sie frei einfärben und bewegen kann.

FF Dingbats 2.0
FF Dingbats 2.0 – Layer-Funktion: Zuerst Layer auswählen, einfärben und OpenType-Funktion im Anwendungsprogramm aktivieren [hier »Formatvarianten« in Adobe Illustrator]

Neugierig geworden? Dann schnell den kostenlosen Testfont FF Dingbats 2.0 OT Sampler downloaden und ausprobieren. Die Abbildung ganz unten zeigt die enthaltenen Zeichen, die aus 12 verschiedenen FF-Dingbats-2.0-Fonts entnommen wurden.

Wer sich ausführlicher über FF Dingbats 2.0 informieren möchte, besuche die eigens eingerichtete Internetseite FFDingbatsFont.com [engl.], die unsere Kollegen bei FontShop USA gestaltet haben. Neben der Story hinter FF Dingbats 2.0 sind dort Screencasts, eine Galerie und viele Anwendungstipps zu finden. Der Kauflink am Ende der Site führt zum FontShop USA. Kunden in Deutschland kommen hier in ihren FontShop, wo die Schrift sowohl im TrueType- als auch im OpenType-Format angeboten wird.

Die (Factor-)Designer selbst widmen ihrer jüngsten Arbeit ein eigenes Monatsheft, das in den nächsten Tagen noch eine Titelseite und weitere Innenseiten erhält. Der aktuelle Zustand kann aber schon geladen und studiert werden. Die Abbildung ganz oben ist dem Heft entnommen.

FF Dingbats 2.0
Kostenloser FF Dingbats-2.0-Sample-Font: Diese Zeichen plus einige mehr enthält der Beispielfont

Ivo Gabrowitsch

We ♥ FFacebook, FFlickr & Co.

von Ivo

Die Online-Kommunikation von Organisationen und Unternehmen mit Interessengruppen und Kunden wird immer wichtiger. Eines der greifbarsten Belege dafür ist sicher der Fontblog selbst. Hier stellt sich Jürgen als Vertreter des FontShops dem kritischen Feedback der Leser, er veröffentlicht zeitnah firmen- und branchenrelevante Neuigkeiten, offeriert exklusive Angebote und bietet nicht zuletzt der gesamten Grafikszene eine gemeinsame und wirkungsvolle Plattform. Ein Engagement also, das in der Regel allen aktiven und passiven Nutzern des Blogs zugute kommt.

FFans auf FFacebook

FFans auf FFacebook

Ein Beispiel ganz besonders erfolgreicher Social-Media-Maßnahmen ist der jüngste Wahlkampf des designierten US-Präsidenten Barack Obama. Millionen seiner Wähler verfolg[t]en seinen Weg ins Weiße Haus über Twitter, YouTube, Facebook und viele weitere Online-Netzwerke. Dabei wird ihnen das Gefühl des gemeinsamen Dialogs mit dem Kandidaten und seinem Team nicht nur suggeriert, sie führen diesen Dialog sogar aktiv und spüren, dass sie als Interessengruppe ernst genommen werden und die Kampagne selbst mitgestalten können. Dies tun die Internetnutzer dann auch in Form konkreten Feedbacks, vor allem aber organisiertem Engagements und der Multiplikation von Obamas Botschaft. Auch hier dürften alle Beteiligten von der geschaffenen Gemeinschaft profitieren.

Ich bin selbst ein großer Fan dieser modernen Form des Dialogs auf Augenhöhe. Ich gebe Musikern Feedback in sozialen Netzwerken, nehme aktiv teil an Blogs von Politikern, bewerte Produkte in Webdiensten. Der Sender wird zum Empfänger, der Empfänger zum Sender. Diese Situation ist ganz schnell ganz normal geworden, kaum noch vorstellbar, dass man nicht schon immer derart einfach seine Meinung den »verdienten« Adressaten entgegenhalten konnte …

Selbstverständlich also, dass sich auch FontShops Schwesterfirma FSI FontShop International diesem Dialog stellt und die für die Kunden und Bibliothek sinnvollsten und wichtigsten Webdienste in Anspruch nimmt. In den letzten Wochen wurden daher einige Überlegungen angestellt, welche Plattformen im Netz sinnvoll sind und einen Mehrwert im gemeinsamen Sinne der Interessierten und der Foundry bieten. Das Ergebnis dieser Überlegungen habe ich nachfolgend aufgelistet.FontFont-Katalog bei issuu.com
FontFont im viralen Web

FontFont im viralen Web

  • FFacebook: Die »Mutter« aller sozialen Netzwerke. Firmen, Organisationen, Musiker usw. haben hier die Möglichkeit, sogenannte Seiten zu erstellen. Dort können die Nutzer dann »Fans« werden. Auf der FontFont-Fanseite gibt es unter anderem ein Foto- und ein Videoalbum, ein Forum, einen Newsticker und eine Pinnwand. Das Besondere: auch zahlreiche bekannte FontFont-Designer [z.B. Jean-François Porchez, Erik Spiekermann und Joachim Müller-Lancé] sind FFans der Seite. Die Gelegenheit also, ihnen im Diskussionsforum einmal auf den Zahn zu fühlen …
  • FFlickr: Bekanntlich die Bildergalerie schlechthin. Alles bildlich Relevante, also Bilder neuer FontFonts, Specimen-Auszüge, Anwendungsbeispiele usw. werden hier veröffentlicht. Ganz besonders interessant ist aber auch das, was andere Nutzer auf Flickr laden. Regelmäßig schauen wir uns dort um und sammeln die besten Bilder. So haben wir übrigens auch das FF-Meta-Video entdeckt.
  • Twitter: Privat genutzt ist der Mikro-Blogging-Dienst oft eher anstrengend. Als kurzer, prägnanter Informationskanal für Unternehmen entfaltet das Netzwerk jedoch seine Stärke. In 140 Zeichen kommt eben nur das Allerwichtigste unter.
  • Issuu: Auf dieser Plattform werden verschiedene PDF-Dokumente wie Magazine, Kataloge und Präsentationen mit einem innovaten Betrachtungsmodul gezeigt. Die bekannten Funktionen wie Bewertung und Einbetten der Dokumente in dritte Websites runden die Sache ab. Schriften bewerten auf behance.netSo kann man beispielsweise schon vor der Bestellung des gedruckten FontFont-Katalogs darin online schmökern [oder der Umwelt zuliebe ganz auf das Papierexemplar verzichten] oder sich durch den einen oder anderen Specimen hangeln.
  • Behance: Eine noch relativ junge Portfolioplattform für Kreative unterschiedlicher Bereiche. Das Tolle an diesem Netzwerk ist vor allem auch die hohe Qualität der dort gezeigten Arbeiten. So ist es für uns spannend zu sehen, was mit FontFonts allles gestaltet wird.
  • Vimeo: Für Viele ist Vimeo das bessere YouTube, zumindest aber das schönere. Eine Vielzahl typografischer Filme von anderen Nutzern sind dort ebenfalls gelistet. Alle Netzwerke sind somit auch immer eine Motivation für die eigene Arbeit.

Multitouch, oder …

… eine tolle Technologie, die nicht erst seit Minority Report zu einem glänzenden Höhenflug angesetzt hat, obwohl sie nicht gänzlich neu ist.

von Julian Koschwitz

Die ersten Videos von Jeff Han’s Multitouch-Experimenten verleiteten YouTube-User noch, an eine Video-Montage zu denken. Doch als Microsoft mit Surface 2006 erkennen ließ, dass das sogenannte Windows Media Center nun endlich im gesellschaftlichen Leben angekommen ist und nicht mehr in separaten Kabinen abgehalten werden muss, klappten die Kinnladen reihenweise runter. Denn statt mühsam irgendwelche Hocker vor den Monitor zu karren, kann man sich um den Couchtisch gemütlich in die Runde hängen, Fotos tauschen, drehen, größer und kleiner ziehen. Wahnsinn! Endlich ist es einfach, schnell und sexy die Urlaubsbilder zu zeigen oder ein fremdes Land auf einer Karte zu zeigen.

Es war klar: Da wird Großes kommen! Und es kam: Das lang erwartete Apple iPhone brach kurz darauf alle Erwartungen in Verkaufszahlen, Lifestyle und Technologie. Ja, man konnte sogar neben all den Killer-Apps telefonieren. Weiterhin kann man seitdem endlich auch unterwegs Bilder, Karten und Videos drehen und größer und kleiner ziehen. Über-Awesome (S.Jobs)!

Parallel dazu entwickeln unzählige Studenten, Techniker und Designer eigene Multitouch-Tische, -Wände und andere Objekte. Von klein und Low-Cost bis XXL und auf hohem technologischen Niveau. In Communities wie dem NUI-Group Userforum kann man sich einen Eindruck machen und Personen wie Projekte kennenlernen.

Bei der PDC 2008 konnte man sich nun das mit Spannung erwartete Windows 7 vorstellen lassen, das, wie man schon erahnen konnte, durch mehrere simultane Berührungen bedienbar ist.

Doch nun findet man all diese technologischen Höchstleistungen in einem weißen Nichts. Denn obwohl die meisten Computer-Nutzer aus Angst vor dieser Leere zwar den ganzen Tag ihre Fotoalben hoch und runter skalieren und in alle Himmelsrichtungen drehen, mit beiden Händen durch Google Earth rudern und CD-Cover in iTunes in Höchstgeschwindigkeit durchblättern, drängt es manche gelegentlich auch wieder in ihr Office-Körbchen, wo sie die Kolumnen nun doch lieber wieder mit den Pfeiltasten durchlaufen, die Diagramme an ihren winzigen Ankerpunkten mit der Maus anklicken und den Text über die Tastatur rein-hämmern.Passt nicht Quo vadis Multitouch? Doch nicht etwa in den Desktop-Computer-Bereich? Ist es ein typisches Phänomen, dass auf Biegen und Brechen versucht wird, die für Tastatur und Maus entwickelten Anwendungen nun als »besser-durch-Multitouch« zu verhökern? Ebenso wie vergeblich versucht wurde, typografische Regeln und Erkenntnisse aus dem Printdesign einfach auf den Screen zu übertragen? Erinnert etwas an nebenstehendes Bild.

Kann es sein, dass vor lauter Euphorie die Technologie ohne Design und Konzept gegangen ist, ohne jemals nach dem »Wozu?« zu fragen?

Forscher entdecken wahren Grund für Lesbarkeit


Laufweitenextreme am Beispiel der FF Reminga Titling [in Kürze als OT- und Pro-Version]

Schriftgröße, Satzbreite, Schriftcharakter … alles wohl bekannte Faktoren für die Lesbarkeit. Einer von Neurowissenschaftlern der New York University im Fachjournal Nature Neuroscience vorgestellten Studie nach ist der entscheidende Faktor für lesefreundliche Texte jedoch der Buchstabenabstand. Demnach muss mindestens ein »kritischer Abstand« überschritten werden, damit das Gehirn Wörter und Texte ohne Mühe lesen kann. Liest man ein Buch aus größerer Distanz, rücken die Buchstaben zusammen und verschwimmen. Auch wenn dieser Fall in der Praxis glücklicherweise eher selten auftritt, bestätigt die Forschung die erschwerte Entschlüsselung von Text mit unpassender Laufweite. Die Zwischenräume seien übrigens auch bei der Betrachtung alltäglicher Objekte entscheidend. Sind die Objekte weit entfernt, muss auch ihr Abstand zueinander größer sein.

Ich glaube natürlich weiterhin einzig an die kombinierte Kraft der typografisch bekannten Lesbarkeitsfaktoren wie Schriftart, Schriftgröße, Farbe, Zeilenlänge, Zeilenabstand, Medium und eben auch die Laufweite. Wozu Gehirnforscher, wenn ich meinen Willberg habe?

[via innovations-report, Bericht in NYU Today, mehr zur Studie hier und hier]

Leckere Briefmarken mit Typogeschmack

Eine kleine Auswahl der umfangreichen Briefmarkensammlung von Michael Russem
Eine kleine Auswahl der umfangreichen Briefmarkensammlung von Michael Russem

Die Gestaltung von Briefmarken ist trotz ihrer Demokratisierung nicht gerade die einfachste Disziplin im Grafikdesign. Auf einer derart kleinen Fläche gestalterische Höchstleistungen zu vollbringen hat seine Tücken. So ist es immer wieder erstaunlich, was doch auf den wenigen zur Verfügung stehenden Zentimetern möglich gemacht wird. 

Ottmar Mergenthaler, der Erfinder der Linotype-SetzmaschineÜber 300 Briefmarken der typografisch besseren Art werden nun auf der Website von Kat Ran Press gezeigt. Seit fast zehn Jahren recherchiert, katalogisiert und sammelt der »typomane« Firmenchef Michael Russem besonders die Marken, die von Schriftentwerfern gestaltet wurden. Zu sehen sind in der Online-Sammlung bereits Arbeiten von Designergrößen wie Wim Crouwel, Adrian Frutiger, Eric Gill, Erik Spiekermann, Georg Trump, Gerard Unger und Hermann Zapf. 

Würde mich Michael Russem fragen, ob ich Lust auf seine Briefmarkensammlung hätte … ich würde wohl mitgehen!

Neues Jobportal für die Kreativbranche

Mit der offensiven Zielsetzung, das optimale Stellenportal für die Kreativbranche zu sein, startete dieser Tage CreativeSet. Für Studios, Agenturen und Unternehmen ist das Ganze kostenlos. Jobsuchende erhalten ein sehr schnelles Filter-Suchsystem mit Live-Suchfunktion. Damit kann man schneller als andere den Traumjob finden. Alle weiteren Fragen beantwortet die FAQ-Seite des Portals.

Zeichen, Symbole und Ornamentschriften

Slanted #06 - Signs, Symbols, Ornaments

Zu Beginn dieser kühlen Herbstwoche freue ich mich, auf das neueste Slanted-Magazin hinweisen zu können. Mit der Ausgabe 6 starten unsere Freunde aus Karlsruhe in eine neue Ära. Ab sofort erscheint Slanted nämlich nicht mehr nur halbjährlich, sondern quartalsweise. Weiterhin immer um ein anderes Schwerpunktthema kreisend, wird es somit doppelt so oft Interviews, illustrierte Fontnamen, Typolyrics, Musikbesprechungen, Portraits, Fotostrecken und Studentenarbeiten geben. Ganz nebenbei wird das vielfach ausgezeichnete Magazin nun nicht mehr im Digital-, sondern im Offsetdruck produziert. Eine Abonnementmöglichkeit wird ebenfalls angeboten.

Die aktuelle Ausgabe widmet sich zum verringerten Preis von 12 € auf 194 Seiten diesmal den Zeichen, Symbolen und Ornamentschriften. Die Redaktion konnte dazu neben eigenen auch Beiträge von Marian Bantjes (die auch das Cover gestaltete), Prof. Johannes Bergerhausen, Typosition und vielen weiteren Typografen zusammentragen. Als Interviewpartner standen unter anderem Hubert Jocham, PetPunk, Kurt Weidemann, Raban Ruddigkeit und Jan Middendorp Rede und Antwort.

Als »Typoporno« habe ich das Slanted-Magazin mal bezeichnet. Ich denke, das trifft es auch weiterhin ganz gut. Zumindest, wenn man auf gedruckte Schrift steht … 

Slanted #06 - Signs, Symbols, Ornaments

Aus SpiekermannPartners wird EdenSpiekermann

Das stetigste im Leben ist die Veränderung hat mal ein schlauer Geist von sich gegeben. Dies scheint auch das Motto unseres Firmengründers Erik Spiekermann zu sein. Genau zwei Jahre nachdem aus seinem United Designers Network SpiekermannPartners wurde, erfährt die Branding- und Designagentur eine weitere Umbenennung. Zu Beginn des kommenden Jahres wird EdenSpiekermann den bisherigen Namen ablösen. Angedeutet hatte sich dies bereits im Februar, also die Fusion mit Eden Design & Communication aus Amsterdam bekannt wurde. Der weitere Schwerpunkt der gemeinsamen Agentur soll auf internationalen Aktivitäten in den Bereichen Design, Branding und User Experience liegen. Das erklärte Ziel ist eine führende Rolle im europäischen Design-Business. Wir wünschen dafür alles Gute.