50 Jahre ☮

Am Karfreitag 1958 machte sich eine Gruppe britischer Rüstungsgegner auf den 50 Kilometer langen Weg von London zum Atomwaffenlabor Aldermaston. Dabei trugen sie ein eigens für diesen Anlass entworfenes Zeichen auf Schildern vor sich her: das inzwischen weltbekannte Friedenssymbol ☮.

Das umgedrehte V in einem Kreis, der durch eine vertikale Mittellinie geteilt wird, entwarf der Friedensaktivist Gerald Holtom, im Zivilberuf Textildesigner. Zunächst wollte er ein Kreuz für Plakate und Spruchbänder verwenden. Erst im letzten Moment entschied er sich für ein Symbol ohne religiösen Hintergrund. Wie Holtom sich erinnerte, brachte er das Signet am 21. Februar 1958 zu Papier, wobei es eine ganz banale Bedeutung hatte: Die Striche stellen die beiden Buchstaben N und D im Marine-Winkeralphabet dar – N = zwei Arme unten, D = ein Arm unten, einer oben –, der Kreis rundherum steht für die Weltkugel. »ND« bedeutet »Nuclear Disarmament«, mit der Weltkugel gemeinsam also die Forderung nach weltweiter nuklearer Abrüstung.

Das Logo ging vom Ostermarsch 1958 aus um die ganze Welt, unter anderem verbreitet durch Mitarbeiter Martin Luther Kings bei den US-Bürgerrechtsbewegungen. Später wurde es als Symbol des Widerstandes gegen den Vietnamkrieg und der 68er-Bewegung benutzt. Gerald Holtom sah den Siegeszug seines Zeichens mit Genugtuung und Stolz. Um es möglichst weit zu verbreiten, hatte er bewusst darauf verzichtet, es gesetzlich schützen zu lassen. Auch deshalb wird es bis heute wie kaum ein anderes für kommerzielle Zwecke verwendet.

Das Peace-Symbol ☮ hat im Unicode-Zeichenraum die Position U+262E.


27 Kommentare

  1. fhuber

    Das arme Ding hätte aber einen besseren Schnitt verdient in deiner Fließtextschrift
    ☮ sieht ja furchtbar aus, wie passt denn das O zum ☮ ?
    O☮ – gar nicht.
    Anscheinend mag Microsoft die Friedensbewegung nicht! Ui, ich sehe Verschwörungen am Horizont auftauchen ;-)
    Ach als treuer Leser: Danke für die interessanten Beiträge.

  2. peter

    im firefox iss leider nen fragezeichen. liegt das an mir?

  3. Jürgen

    Um das Peace-Zeichen aus dem Unicode in Fließtext zu sehen, müsstet Ihr die Textcodierung Eures Browsers auf UTF-8 (Unicode) stellen.

  4. Florian

    … und einen Font installiert haben, der die entsprechende Glyphe enthält. Auf Mac OSX z.B. wäre das standardmäßig Apple Symbols.

  5. Jürgen

    Stimmt, Florian, den Font-Zusatz hatte ich vergessen … Danke.

  6. nora

    Zum Thema gibt es auch bald ein Buch: »Peace: The Biography of a Symbol« von Ken Kolsbun – National Geographic Society. via: http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/7292252.stm

  7. Max

    Anscheinend mag Microsoft die Friedensbewegung nicht! Ui, ich sehe Verschwörungen am Horizont auftauchen ;-)

    Heimlich programmiert Microsoft wahrscheinlich die Software für Atomraketen :-P. Und deswegen sind sie gegen das Zeichen….

  8. maxbatu

    Diese Trackbacks in den Kommentaren gehen mir auf den Sack.

  9. Achim B.

    der ipod touch kann das ☮ auch nicht darstellen …

  10. Phillip

    maxbatu: Mir auch. Es muss doch eine Möglichkeit geben, Trackbacks standardmässig minimiert darzustellen. Vielleicht ein Vorschlag für die nächste große Fontblog-Revision. :)

  11. Ivo

    Oder einfach gar nicht mehr anzeigen. Was meinst du, Jürgen?

  12. Jürgen

    Was meinst Du mit nicht mehr anzeigen: manuell löschen? Oder nur den Link deaktivieren? Gibt es eine Automatik?

  13. Ivo

    Ja. Es gibt eine Automatik. Die kann man generell ändern oder für jeden Beitrag einzeln. Manuell löschen geht sowieso. Wie es also beliebt.

  14. Webrocker

    @16 Jürgen: man kann auch zwischen dem Typ des »Kommentars« in WordPress unterscheiden, also ob es ein Trackback, Pingback oder Kommentar ist, und im Kommentar-Template entsprechend filtern oder sortieren.

  15. Jürgen

    Danke Webrocker. Ich habe in den Vorstellungen die Option gefunden:
    (•) Erlaube Link-Benachrichtigungen von anderen Weblogs (Pingbacks und Trackbacks).
    … und deaktiviert. Mal sehen, ob es hilft.

  16. Christian Büning

    Super Info, war mir neu! Danke!

  17. Michael Preidel

    Holtom entschied sich übrigens nicht ganz freiwillig gegen das Kreuz im Kreis. Siehe auch Peace.

  18. Martin

    Momentmomentmoment, einfach die Trackbacks deaktiviert?! Die sind nicht ganz unwichtig für Diskussionen. Vielleicht mal die Lösung bei Spreeblick anschauen.

    Ach ja: Danke für den Beitrag, sehr interessant.

  19. Max

    Danke Webrocker. Ich habe in den Vorstellungen die Option gefunden:
    (•) Erlaube Link-Benachrichtigungen von anderen Weblogs (Pingbacks und Trackbacks).
    … und deaktiviert. Mal sehen, ob es hilft.

    Eigentlich ist hier der falsche Ort um über so Sachen zu diskutieren, aber da muss ich auch Einspruch einlegen:
    Trackbacks sind wichtig, insbesondere wenn Bloginhaber einen ausführlicheren Kommentar abgeben wollen, der den Umfang eines normalen Kommentars sprengen würde. (Hat aber auch Martin schon richtig eingewendet)

    man kann auch zwischen dem Typ des »Kommentars« in WordPress unterscheiden, also ob es ein Trackback, Pingback oder Kommentar ist, und im Kommentar-Template entsprechend filtern oder sortieren.

    Richtig. Und ich würde meine Hand ins Feuer dafür legen, dass es dafür auch ein Plugin gibt. Wenn Onkel Suchmaschine nicht hilft, vielleicht fragst du mal nett bei www .free tagger. com (ich will mir nicht vorwerfen lassen, ich würde Werbung machen, deswegen die Leerzeichen) an, der Inhaber von eben diesem Blog hat das nämlich so gelöst, dass Trackbacks und Kommentare völlig getrennt gelistet werden.

  20. Ivo

    Trackbacks sind wichtig, insbesondere wenn Bloginhaber einen ausführlicheren Kommentar abgeben wollen, der den Umfang eines normalen Kommentars sprengen würde.

    Sorry, aber das ist doch Quatsch. Ab wann wird denn der Umfang eines normalen Kommentars gesprengt, dass es hilfreich wäre, die Diskussion zu splitten?

    Die Lösung bei Spreeblick ist durchaus interessant. Ob dadurch eine höhere Diskussionsqualität erreicht wird, wage ich zu bezweifeln. Es fördert vor allem die Verlinkung und dadurch auch den Pagerank aller Beteiligten. Letztlich kriegt man die Referrer schon mit und kann somit als Blogbetreiber notfalls zusätzlich auf einen weiteren Blog hinweisen, wenn es wichtig erscheint.

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