Artikel im Dezember 2009


Mein Wort des Jahres

klimapakastrophe

Es hängt seit Weihnachten bei uns zu Hause in der Küche. Ein Werk des Berliner Designers Oliver Fabel. Titel: »Krisenstickerei #1«. Pseudoidyllische Kreuzstickerei im Echtholzrahmen, dunkel lackiert mit Glas, 20 x 25 cm, 78,– € (direkt beim Entwerfer zu beziehen). Die Schmetterlinge stellen CO₂-Moleküle dar. #Klimakatastrophe

Gesucht: die schönsten Illustrationen 2009

aurelia_1Freistil-online startet die erste Jahresumfrage für Illustration. Das Portal sucht das Beste in den Kategorien Illustrator/in, Buch, Comic , Kinderbuch, Illustrierte, Kampagne, Cover, Website und Flop des Jahres 2009. Jeweils national und international. Bis zum 31. Dezember ist jeder eingeladen, seine ganz persönlichen Favoriten einzusenden. Und bereits am 5. Januar 2010 werden die »Freistil Best Of 2009« veröffentlicht. Dazu verlosen die Veranstalter unter den Teilnehmern 15 attraktive Preise. Also: mitstimmen und gewinnen …

Jahrestreffen der Anonymen Blogger

Suchtgeständnisse: »Ich blogge nachts heimlich unter der Bettdecke.« Quelle: Spiegel Online

PdW 52: Nusskubus … für die letzten Drücker

nusskubus_gross

nusskubus_packungUnser letztes Produkt der Woche (PdW) ist ein Geschenk auf den letzten Drücker … und ein Geschenk für Drücker bzw. Klopfer. Nusskubus bringt dem zivilisierten Menschen die archaische Form des Nussöffnen ins Wohnzimmer. Nicht weit vom Faustkeil entfernt, sitzt der Homo Sapiens – heute festlich gekleidet – am Tisch und sprengt seine Nüsse mit zwei Hartholzwürfeln. Abgesichert wird dieser Vorgang durch drei verschieden große Ambossmulden für gängige Nussgrößen – ausgenommen die Kokosnuss. Was vom Faustkeil bleibt: der gezielte Schlag, das unmittelbare Erfolgserlebnis und das Vergnügen über ein schönes Geschenk. Design: Adam & Harborth. Größe: 75 x 75 x 75 mm. Material: Buchenholz, gewachst. Geschenkverpackung inkl. Anleitung. Diese Woche bei FontShop für 18 € statt 22 € …

Marken-Redesigns 2009

logos_2009_klein

Das Corporate-Designblog Brand New hat sich die wichtigsten Markenüberarbeitungen 2009 angesehen und bewertet: The Best and Worst Identities of 2009. »Es war ein großes Jahr für Brand New mit einer endlosen Flut von Markenüberarbeitungen in aller Welt. Und wir hatten viel Spaß dabei, sie auf ihre Gesundheit hin zu überprüfen – von krank bis kräftig. Heute bringen wir es auf den Punkt: Die Guten und die Schlechten.«

Für jeder Kategorie hat Brand New 12 Kandidaten ausgewählt. Einige sind auch den Fontblog-Lesern bekannt, denn wir habe im vergangenen Jahr ebenfalls heftig mitgestritten. Einige der von Brand New bewerteten Marken sind lediglich von lokaler Bedeutung.

Die 5 schlechtesten Markenüberarbeitungen laut Brand New:
1. Bing 2. msn 3. Xe (vorher: Blackwater), 4. City of Philadelphia und 5. Kraft Foods (zusätzlich Platz 6, weil die Marke zweimal erfolglos überarbeitet wurde)

Die 5 besten Marken-Redesigns laut Brand New:
1. Aol. 2. City of Melbourne 3. Nickelodeon, 4. New York Public Library und 5. Pfizer

Wir gratulierenden Kollegen von Myfonts zu Platz 6 (bei den Guten) und MetaDesign zum Commerzbank-Relaunch auf Platz 10 (ebenfalls unter den Gelungenen).

Karikatur: unbezahlte Grafikdesign-Gefälligkeiten

grafikdesigner

Das aktuelle Wochencartoon des Chicagoer Illustrator Toby Lunchbreath für das Designmagazin Core77 widmet sich einem Problem amerikanischer Grafikdesigner, das auch hierzulande bekannt ist: der Selbstausbeutung.

Wir sehen einen Designer in einem Schiff mit Namen »Oh nein!« übers Meer gleite, vor dem ein Seeungeheur lauert, die gefürchtete Killerqualle der Grafikdesign-Gefälligkeiten. »Welcher Fangarm wird dich gleich erwischen?« Der Designer: »Sie wird mich in die Tiefe ziehen«.

Jeder Fangarm steht für eine andere Gefälligkeit:
• T-Shirt-Design für ein nette Person, die dich danach für immer ignoriert
• Powerpoint-Folien in letzter Minute für einen Kunden, der dafür nie zahlen wird
• E-Mail-Bombardement für ein unorganisiertes Kultur-Event
• Illustrationen für das nie veröffentlichte Kinderbuch der Frau deines Chefs
• Webshop für die handgefertigten Kerzen deiner Schwägerin
• Logo für die geile Snowboardmarke, die dein Bruder nie zum Laufen bringt
• Geburtskarte für Freunde, die man danach nie wieder trifft, weil sie Babys haben

Fazit: »Als Grafikdesigner investierst du 92 % deiner Zeit in unbezahlte Gefälligkeiten.« (Via @swissmiss)

Die Zukunft der Zeitschrift (2)

Gemeinsam mit ihren Freunden von Bonnier R&D hat sich die Londoner Agentur Berg Gedanken zur Zukunft der digitalen Zeitschrift gemacht. Ihr Projekt heißt Mag+. Im oben eingebetteten Video erläutert einer der Mag+ Interface-Designer das Konzept. Creative Review hält das Berg-Konzept für durchdachter als den jüngst vorgestellten Prototyp(en) von Sports Illustrated (Fontblog berichtete).

100 beste Plakate 09 D–A–CH

100_beste_banner

Zum 1. Januar 2010 schreibt der 100 Beste Plakate e.V. wieder den internationalen Designwettbewerb »100 beste Plakate des Jahres Deutschland Österreich Schweiz« aus. Plakatgestalter, Auftraggeber und Druckereien aus den drei Ländern sind aufgerufen, bis 15. Februar 2010 Plakate aller Genres und Gestaltungsmittel einzureichen, die im Jahr 2009 gedruckt und veröffentlicht worden sind.

Der Wettbewerb finanziert sich aus den Gebühren der Teilnahme: für ein Plakat 50, bis drei Plakate 90, bis fünf Plakate 130, bis 9 Plakate 150, ab 10 Plakate 200 €. Studierende und Mitglieder des Vereins 100 Beste Plakate e. V. entrichten jeweils die Hälfte.

Die Auswahl erfolgt Ende Februar 2010 in Berlin durch eine vom Vorstand des 100 Beste Plakate e.V. berufene internationale Jury mit Trix Barmettler (Grafik-Designerin, CH Zürich), Prof. Günter Karl Bose (Grafik-Designer, D Berlin), Flavia Cocchi (Grafik-Designerin, CH Lausanne), René Grohnert (Kurator am Deutschen Plakat Museum, D Essen) und Reinhold Luger (Grafik-Designer, A Bregenz). Weitere Informationen: www.100-beste-plakate.de

Ein Jahr Fontgetwitter

twitter_dialogVor genau einem Jahr schrieb ich: Fontblog zwitschert jetzt regelmäßig. … »… weil die Zeit zwischen den Jahren die beste ist für neue Ideen und Vorsätze«.

Damals existierte mein Twitter-Konto @fontblog schon fast 2 Jahre. Doch ich meldete mich nur sporadisch zu Wort, weil ich mit dem Dienst noch nichts anfangen konnte. Woher die Neubesinnung? Vielleicht war einfach nur die Zeit reif, Stichwörter ›kritische Masse‹, ›Killerapplikation‹.

Zur Begründung schrieb ich: »Der Kurzmitteiling-Dialog im Netz ist schneller und mobiler als Bloggen (Handy, iPhone, …). Twittern geschieht auf Augenhöhe, es gibt kein oben und kein unten, keine Trennung zwischen veröffentlichen und kommentieren. Jeder Twitterer bloggt auch.«

Heute möchte ich diesen Informationskanal nicht mehr missen. Warum das so ist versteht nur, wer selbst twittert. Mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen. Ich freue mich, dass  3344 Follower genauso denken.