Artikel im Oktober 2009


Volkssport Design: Fontblog berichtet live (1)

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In wenigen Minuten wird Fontblog über das Symposium Volkssport Design zur Lage der Designprofession berichten. Dran bleiben!

Schon mal auf einer Konferenz gebloggt? Oder getwittert? Auch nach 15 Jahren Internet ist das Onlinegehen im öffentlichen Raum ein Abenteuer. Ich denke, in einem Kommunikationsmuseum sollten die Besucher ein offenes, kostenloses Wifi-Netz erwarten können. Fehlanzeige im Museum für Kommunikation. Es gibt zwar einen T-Mobile-Hotspot, der sich nach minutenlangem Warten zu erkennen gibt, aber was soll ich mit dieser Preisliste anfangen, wenn ich von 10:00 bis 18:00 bloggen möchte:
• 60 Minuten für 8,00 Euro
• HotSpot Pass 30 Tage für 29,00 Euro
Wie wäre es mit 1 Stunde für 6 Euro, 24 Stunden für 12 Euro? Danke, liebe Telekom, der Tipp war kostenlos.

Als iPhone-Kunde genießt man eigentlich kostenlosen Zugang zu den Hotspots von T-Mobile, allein die Zugangsdaten werden am tragbaren Rechner ignoriert. Als iPhone-Kunde der ersten Stunde genieße ich – zum Glück – die Nutzung eines Mobile-Sticks, bestückt mit einer 2. Sim-Karte, der sich ohne Mehrkosten über dan bestehende Mobilfunk-Vertrag nutzen lässt. Mit dem habe ich nun ins Internet eingeloggt.

Das heutige Programm:

Web 2.0 im Design

10:10 Volkssport Design – Amateur und Profi in der Gestaltung
Florian A. Schmidt, Dipl.-Designer, Kunsthochschule Berlin

Designwettbewerbe im Netz

10:40 designenlassen.de – ein neuer Ansatz für Kreativprojekte
Michael Kubens, einer der Gründer von designenlassen.de

11:00 Erst Design schafft Bedeutung – Crowdsourcing ist dafür nicht geeignet
Prof. Torsten Stapelkamp, AGD

11:20 jovoto – der Unterschied
Bastian Unterberg, Gründer des Kreativnetzwerkes jovoto

11:40 Fairness bei kommerziellen Designwettbewerben aus rechtlicher Sicht
Sabine Zentek, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht,
Leitung von FIDIUS – Faire Designwettbewerbe e.V.

12:00 Diskussion: Leitung Prof. Dr. Herbert Grüner

12:30 Mittagspause

Wert und Preis von Design

13:30 Think different! Klare Positionierung als Wettbewerbsstrategie.
Wolfgang Beinert, Graphic Designer, Typograph und Fotograf

13:50 Design hat seinen Preis – über Kalkulationen von denen man leben kann
Boris Buchholz, Designer, Dipl.-Soziologe, Pressesprecher AGD

14:10 Designer x.0 – Ein Leitfaden zur Etablierung im Web
Malte Christensen, Kommunikationsdesigner, Blogger

14:30 Open Design- Creativity in IT context (auf Englisch)
Ronen Kadushin, Industrial Designer

14:50 Diskussion: Leitung Prof. Dr. Herbert Grüner

Kaffeepause

Anforderungen an Design-Professionalität

15:30 Von der Designwolke zur Bodenhaftung
Anforderungen aus der Perspektive einer Druckerei Manuela Kreisel, Dipl.-Ing. (FH), LASERLINE Druckzentrum

15:50 Agenturperspektive (Anforderungen an Absolventen)
Thomas Klein, Dipl. Designer, Creative Director, Metadesign

16:10 Kunsthochschulperspektive
Prof. Stefan Koppelkamm, Kunsthochschule Berlin

16:30 Design-Forschung und Promotion im Design
Prof. Dr. Gesche Joost, T-Labs, Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung e.V

16:50 Diskussion: Leitung Prof. Dr. Herbert Grüner

Kaffeepause

Abschluss-Panel

17:30 Boris Buchholz, AGD
Prof. Dr. Gesche Joost, T-Labs, DGTF
Prof. Dr. Walter Scheiffele, Kunsthochschule Berlin
Florian A. Schmidt, Kunsthochschule Berlin
Moderation: Prof. Dr. Herbert Grüner

18:30 Ende

Einblattkalender 2010

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Der Einblattkalender ist das, was er der Name sagt: ein Jahreskalender auf einem einzigen (hochwertigen) Blatt Papier. Er erscheint in limitierter Auflage von 400 Exemplaren. Durch einen Stempel mit Nummerierung wird jeder Kalender zum Unikat. Geliefert wird Einblattkalender in einem stabilen, transparenten Köcher.

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Gestaltet und von Hand gezeichnet haben ihn die Düsseldorfer Künstlerin Nadine Vericat und Nina Witkiewicz, Produktdesignerin aus Berlin. Ihr Anspruch war, »einen Kalender herzustellen, der leicht überschaubar, wie in sich harmonisch ist und dabei umso schöner wird, je mehr man ihn benutzt.«

Druck: A1+ 102 x 70,5 cm auf 170 g/m² Papier, mit Angabe von Feiertagen und Kalenderwochen, in transparentem Köcher. Rund 16 €, hier erhältlich …

Grüße aus der Vergangenheit

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Ich entrümpele – wieder mal – den Dachboden meines (Urgroß-)Elternhauses. Heute bin ich auf eine Kladde meines Urgroßvaters (1877–1954) gestoßen, in der er Briefe, Ansichtskarten und Fotografien sammelte, in einem ausrangierten Klassenbuch von 1899. (weiterlesen …)

PdW 43: Konzepte, Strategien, Design

World Branding Das Zusammenspiel von Produkt, Marke, Unternehmen und Konsument wird in der Wirtschaftstheorie als Branding bezeichnet. Unter Zuhilfenahme von über 600 farbigen Abbildungen untersucht »World Branding« [Gingko Press] die Bedeutung dieses Begriffs als Unternehmensstrategie. In zahlreichen Fallstudien wie Adobe, Audi, The British Library, dem Niederländischen Verteidigungsministerium oder Scandinavian Airlines werden auf insgesamt 300 Seiten erfolgreiche Marken aus aller Welt und deren jeweilige Dachmarkenstrategien beleuchtet.

Bei FontShop gibt es »World Branding – Konzepte, Strategien, Design« als Produkt der Woche für 10 € statt für 45 € [zzgl. MwSt.]. Wie immer sollte man schnell zugreifen, denn der Vorrat schmilzt bei einem solchen Sonderangebot erfahrungsgemäß wie Butter in der Sonne. Die Versandkosten entfallen.

Grüße aus der Provinz, Fontblog macht Urlaub

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McDonald’s, Laucha, Thüringen

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Das schön gelegene Eppstein im Taunus

Bei »Kausche Manfred«, dem Haushaltswarengeschäft in meiner Heimatstadt, gibt es Austauschteile, die kein Baumarkt in Deutschland mehr hat (zum Beispiel einen Wasserhahnverlängerungsschlauch) und die reizvollsten Preisschilder der Republik (klicken zur Vergrößerung).

Typografischer Posterkalender 2010

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Fontblog-Leser Christian Büning schreibt mir: »Ich sehe gerade, dass das Typodarium wieder erhältlich ist. Da will ich natürlich niemandem vorenthalten, dass es auch in diesem Jahr wieder den Typografischen Kalender mit der Ziffern der wunderbaren FF Unit gibt.«

Mehr Informationen (und Bilder) gibt es hier: http://cbfunkt.de Lieferbar ist der Kalender ab dem 22. 10. 2009. Wichtige Info: Alle, die schonmal bei den Lernplakaten bestellt haben, zahlen keine Versandkosten mehr.

Your question to Adrian Frutiger …

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Our friends from Typeradio just informed me that they will meet Adrian Frutiger on Friday to do an interview. They had the idea to add some questions from our readers to their own questionnaire. Please leave your question (just one) as a comment below this post, either in English, German or Swiss German. Liza, Donald, Akiem, Sami and Bas will select the most interesting queries and submit them to Adrian.

FF Netto Icons, geadelt durch Porsche

Unser FontShop-San-Francisco-Kollege Michael Pieracci reiste vor 2 Wochen durch Deutschland und besuchte unter anderem mit seinen Eltern das Porsche Museum in Stuttgart. Auf seiner Flickr-Seite hat er nun das Foto einer Piktogramm-Reihe aus dem Leitsystem des Museums veröffentlicht. Es zeigt die FF Netto Icons im live-Einsatz (Fontblog: FF Netto, von Daniel Utz). Kann es eine bessere Empfehlung geben? FF Netto im FontShop … (via @fontfont)

iTunes-LP-Artwork: kein sicheres (Font-)Format?

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Apple kündigte es als die elektronische Alternative zum Album-Booklet an: iTunes LP. Was ist iTunes LP? Es ist vergleichbar mit einem DVD-Menü und wird zur Zeit mit einem guten Dutzend Alben im iTunes Store ausgeliefert (von über 4 Millionen). Ein iTunes-LP-Album bietet Menüpunkten wie »Album hören«, »Texte«, »Bilder«, »Videos« und ähnliches. Inzwischen gibt es die ersten Designbüros, die iTunes-LP-Artwork erstellen.

Noch ist nicht sicher, ob iTunes LP überleben wird. Die Unterstützung ist gering, die Major Companies liefern keinen Content, die kleinen Labels fühlten sich ausgeschlossen. Auf eines jedoch sollten die Gestalter von iTunes-LP-Content achten: Das Konzept ist bezüglich eingebetteter Fonts nicht sicher (siehe Beitrag zuvor). Wie ich eben festgestellt habe, enthält ein .itlp-Paket einen Fonts-Ordner (Kontextmenü ›Paketinhat anzeigen‹) mit offenen Fontdateien. In meinem Beispiel (The Doors »40 th Aniversary«) entdecke ich dort den kommerziellen Display-Font Antique Half Block von Letterhead im OpenType-Format (Design: Chuck Davis), der gewöhnlich für 35 Dollar zu lizenzieren ist und nicht weitergegeben werden darf.

Ob es möglich ist, Font-Daten zu verschlüsseln und wie das .svg-Format (im Fonts-Ordner zu werten ist, muss ich noch prüfen.

Buchmesse-Thema: Font-Embedding, eBooks, ePaper …

Vor 3 Monaten schrieb ich hier den Beitrag: Warum Verlage auf/mit FontFont setzen sollten. Ich wiederhole aus aktuellem Anlass (Buchmesse, verstärkte Anfragen im FontShop zu eBook-Embedding) die essenziellen Erkenntnisse zu diesem Thema.

Seit wenigen Wochen erlauben die neuen, liberalisierten FontFont-Lizenzbedingungen das Einbetten dieser Fonts in kommerzielle elektronische Dokumente, zum Beispiel PDFs, ePaper oder eBooks. Früher erfordert dies eine spezielle Zusatzlizenz, jetzt reicht die Grundlizenz für diese Zwecke aus … soweit 3 Bedingungen erfüllt sind, was in 90 % aller Anwendungen gegeben ist: 1. sicheres Format, 2. Subsets, 3. nicht editierbar.

Zu 1.: Sicher meint in diesem Zusammenhang verschlüsselt, so wie das beispielsweise Adobe Acrobat macht. FontFont-Dateien dürfen nicht auf dem Zielsystem installiert und anderen Anwendungen nutzbar gemacht werden. Damit sind auch neuere Web-Techniken wie @font-face durch eine Grundlizenz nicht abgedeckt.

Zu 2.: Subsets sind eine Untermenge des Zeichenvorrats einer Schrift, die durch das Entfernen der Outlinebeschreibung erreicht wird. Der Leser merkt von diesen Reduzierung nichts, denn Subset = alle im Dokument verwendete Zeichen.

Zu 3.: Nicht editierbar bedeutet, dass mit einer FontFont-Grundlizenz keine Dokumente mit eingebetteten Schriften erstellt werden dürfen, die von Dritten weiterbearbeitet werden können (z. B. Formulare oder Do-it-Yourself-Drucksachen).

Bücher frisch ausgepackt (6): »Atlas der abgelegenen Inseln«

Atlas_der_abgelegenen_InselnJudith Schalansky hat wieder ein Buch gemacht. Wir erinnern uns: Fraktur  mon Amour begleitet seit 2006 das Revival der gebrochenen Schriften (Fontblog berichtete: »… das ist Typo-Sex, was Du hier machst«). Seit über einem Jahr widmet sich Schalansky einem ganz anderen Thema, nämlich »Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde«.

Dass es noch Orte gibt, die schwer zu erreichen sind, erscheint uns heute kaum vorstellbar. Doch Judith hat sie gesammelt: 50 entlegene Inseln in den Ozeanen der Welt. Aus historischen Begebenheiten und Berichten spinnt sie zu jeder Insel eine Prosaminiatur, absurd-abgründige Geschichten, wie sie nur die Wirklichkeit sich auszudenken vermag, wenn sie mit wenigen Quadratkilometern im Nirgendwo auskommen muss. Sie handeln von seltenen Tieren und seltsamen Menschen, von gestrandeten Sklaven, einsamen Naturforschern, Entdeckern, Sträflingen, meuternden Matrosen und einsamen Leuchtturmwärtern.

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Und selbstverständlich hat es sich die Autorin und Designerin nicht nehmen lassen, das Buch als (typo)grafischen Augenweide zu inszenieren. Kunstvoll illustriert und durchgehend in fünf Sonderfarben gedruckt, zeigt er nach Ozeanen geordnet alle Inseln im jeweils identischen Maßstab illustriert. Verwendete Schrift: MVB Sirenne. Eine wunderbare Mixtur aus Lesebuch, Atlas und Wunschzettel.
Hinweis in eigener Sache: Den »Atlas der abgelegenen Inseln« gibt es nicht im FontShop.

Weitere Informationen: Die Webseite zum Buch … und eine Leseprobe (PDF, 1.1 MB).

Bücher frisch ausgepackt (5): Nanni Balestrini »Tristano«

12579_BalestriniFrisch ausgepackt … und im Buchhandel erhältlich: ein multipler Roman in Einzelausgaben, nummeriert und jeder ein Unikat. Der Autor Nanni Balestrini, geboren 1935 in Mailand, veröffentlichte 1961 unter dem Titel »Tape Mark I« das erste je auf einem Computer geschriebene Gedicht. Seit dieser Zeit verfolgt ihn eine radikale Idee: am Rechner einen Liebesroman verfassen, in seine Bestandteile zerlegen und diese willkürlich kombinieren.

1966 erschien sein »Tristano« bei Feltrinelli – als »normales« Buch mit 10 Kapiteln zu jeweils 30 Abschnitten in einer festgelegten Reihenfolge. Vier Jahrzehnte später erlaubt die digitale Drucktechnik, das Buch so zu veröffentlichen, wie der Autor es ursprünglich geplante hatte: Per Computer werden aus den 30 Abschnitten der 10 Kapitel jeweils 20 ausgewählt und in eine neue, zufällige Reihenfolge gebracht.

Somit ist jedes der 2.000 Exemplare dieser deutschen Originalausgabe ein Unikat. Alle Bände sind auf dem Umschlag fortlaufend nummeriert. Die ersten 5.999 Exemplare sind in italienischer Sprache erschienen, die deutsche Ausgabe beginnt mit der Nummer 6.000 und endet mit der Nummer 7.999.

Weitere Informationen bei Suhrkamp, hier eine Leseprobe als PDF.