Artikel im Oktober 2009


Was der Web-Font-Service von Typotheque kostet

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Mit einem interessanten Servicekonzept lizenziert das holländische Schriftenhaus Typotheque (Johanna und Peter Bil’ak) seine komplette Font-Bibliothek für die Gestaltung von Internetseiten. Das Abonnementsystem erlaubt den Designern von Webseiten die CSS-Regel @font-face einzusetzen, durch die alle verwendeten Fonts (verschlüsselt) über einen sicheren Typotheque-Server an die Empfänger der Webseiten geliefert werden. Da @font-face von fast allen Browsern unterstützt wird (Internet Explorer, Firefox, Safari und Opera), können über 95 % der Internetgemeinde solche Seiten genau so sehen, wie sie der Entwerfer eingerichtet hat.

Typotheque offeriert drei Wege der Lizenzierung: Trial (30 Tage; kostenlos), Web und Volllizenz. Die Preise für die Volllizenz entsprechen den bisherigen Lizenzkosten, eine reine Web-Lizenz kostet 1/5 davon. Die monatliche Bandbreite für den Zugriff auf den Typotheque-Web-Font-Server beträgt 500 MB/Font, das entspricht laut Typotheque ca. 27.700 Seitenzugriffen; mit jeweils 1 € lässt sich die Bandbreite um je 1 GB erweitern.

Ein Rechenbeispiel. Angenommen ich möchte hier im Fontblog die Schriftfamilie Fedra Sans einsetzen und damit keine Drucksachen erstellen, dann kostet die Weblizenz für die komplette Familie (1 User) 138,– € (zum Vergleich: Vollizenz 690 €; alle Preis zzgl MwSt). Meine monatlichen Betriebskosten errechnen sich wie folgt:
4 Fonts (Reg, Italic, Bold, Bold Italic), teilweise eingebettet für die deutsche Sprache, ergeben eine durchschnittliche Datenmenge von 20 K/Font (Original-Font-Größe: 490 KB), macht zusammen 4 x 20 = 80 K pro Seitenaufruf. In den zurückliegenden 4 Wochen haben Fontblog-Besucher 400.000 Seitenzugriffe verursacht. Das entspricht einem @font-face-Traffic von 400.000 x 80 K= 32 GB. Da ich pro Font 500 MB Freivolumen habe, also 2 GB, betrügen meine monatliche Kosten demnach 30,– €.

Weitere Informationen: typotheque.com/webfonts

Passfotos, selbst gemacht

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Es gibt drei Wege, zu einem Passfoto zu kommen: Fotograf/Automat, Internet oder DIY (= Do It Yourself). Ich bevorzuge Methode drei, vor vier Jahren habe ich sie im Fontblog ausführlich geschildert: Passfoto-Design: Grinsen verboten!

Clickyourpic, ein Startup von der Freien Universität Berlin, gehört zur Kategorie zwei. Nur drei Klicks und schon hat man mit einer Webcam selbst ein biometrisches Passfoto aufgenommen … und bekommt es – für rund 6 € – nach Hause geschickt.

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Mit der Webseite clickyourpic lassen sich eigene Pass- oder Bewerbungsfotos herstellen

Für die meisten amtlichen Dokumente reichen selbstgemachte Fotos, gedruckt auf einem Tintenstrahl-Printer. Ich habe das zuletzt für meinen Reisepass praktiziert. Tatsächlich ist die Qualität des Fotos fast irrelevant für seine Weiterverarbeitung und Anreicherung mit fälschungserschwerenden Merkmalen: Die für das Auge sichtbare Komponente verwandelt sich in eine weich gezeichnete, überstrahlte Maske.

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Die Tools der Bundesdruckerei zum Downloaden: Passbildschablone Erwachsene, Passbildschablone Kind und Fotomustertafel (300dpi).

Die brutale Wahrheit hinter dem Pixar-Intro

Hier ein kleines (typografisches) Horrorvideo, als Einstimmung auf Halloween: College Humor hat ein historisches Filmdokument ausgegraben, das erstmals öffentlich zeigt, was tatsächlich passierte, als die hüpfende Schreibtischleuchte einst auf den Buchstaben I sprang. Nehmt euch bitte in den nächsten Tagen vor todessüchtigen Lampen in acht!

Warum Charlemagne? Galt der Anschlag vielleicht Trajan, der meist verwendeten (und gehassten) Schrift in Hollywood? Liegt eine Verwechslung vor? Wer kann das Rätsel lösen?

Veranstaltungstipp: Audio Branding Congress 2009

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Am 14. November veranstaltet die Audio Branding Academy in Hamburg den Audio Branding Congress und führt erstmals die Elite der akustischen Markenführung zusammen. International anerkannte Experten aus Wissenschaft und Praxis, wie z. B. der britischer Musikpsychologe Prof. Dr. Adrian North (Heriot-Watt University, Edinburgh) oder der Komponist des Intel-Audio Logos, Walter Werzowa aus Hollywood, referieren über die neuesten Erkenntnisse, innovative Ansätze und erfolgreiche Methoden des Audio Branding.

Eines der Highlights ist eine Podiumsdiskussion, bei der neben Ruth Simmons (soundlounge, London) und Brigitte Rode (Audio Management A/S, Kopenhagen) auch die zwei Hamburger Audio Branding Pioniere Wilbert Hirsch (audio consulting group) und John Groves (Groves Sound Communications) über den Status Quo der akustischen Markenführung diskutieren werden. Das Programm, zur Anmeldung …

Taschenkalender »Typisch Deutsch« 2010 [Update]

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Der Schulzstore präsentiert druckfrisch seinen zweiten selbstgestalteten Kalender. Nach dem Tischkalender 2009 kommt dieses Jahr »der noch praktischere Taschenkalender 2010 im DIN-A5 Format«.

Ein paar Extras:

  • Hardcover aus richtig stabiler schwarzer Pappe (Vorder- und Rückseite)
  • Retro-/Usedstyle
  • Gummiband zum Verschließen des Kalenders (nichts fällt raus)
  • Ringbindung, daher einfaches Umblättern ohne Seiten zu biegen.
  • Platz für einen Kugelschreiber in der Ringbindung
  • Pop-Art Motive von Ingo Schulz zum Thema »Typisch Deutsch«
  • Texte von Dr. Florian Langenscheidt (Hrsg.) zu den Bildern
  • Kleinauflage (1000 Stk.), daher besonders individuell!

Der Kalender kostet 19,80 (plus 2,20 € Versand). Wer sich das Geld sparen möchte, kann sich an meinem kleinen Gewinnspiel beteiligen. Einfach im Kommentar diese Frage beantworten: Wie viele Jahre lebte der Bayernkönig Ludwig II. in seinem Schloss Neuschwanstein? Wer am dichtesten dran ist, gewinnt einen von 3 Kalendern. Die Auflösung kommt heute Abend um 18:00 Uhr.

[Update: Und das sind die Gewinner … Tjark (#6), Dennis (#12) und Henry (#16). Bitte mailt mir Eure Postadressen, der Kalender geht frühstens am Freitag raus.]

Veranstaltungstipp, Köln: »Gutes Design«

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Unter dem Motto »Gutes Design« treffen sich auch in diesem Jahr renommierte und ausgezeichnete Designer, Künstler und Wissenschaftler beim 3. Forum Mediendesign, veranstaltet vom Studiengang Mediendesign der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH). Das Filmforum im Museum Ludwig öffnet dazu am Samstag, 7. November 2009, von 13 – 21 Uhr seine Türen.

Zu den Referenten zählen in diesem Jahr:

  • Lars Büchel, Regisseur, element e, Hamburg
  • Dieter Blum, Fotograf, Düsseldorf und Esslingen
  • Prof. Fons Hickmann, Grafikdesigner, m23, Berlin
  • Prof. Andreas Hykade, Trickfilmer, Stuttgart
  • Prof. Indra Kupferschmid, Typografin, Bonn und Saarbrücken
  • Prof. Joachim Sauter, Medienkünstler & -gestalter, art+com, Berlin
  • Götz Ulmer, Geschäftsführer Kreation, Jung von Matt, Hamburg
  • Prof. Peter Wippermann, Trendforscher, Trendbüro, Hamburg

Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es auf der Website www.forum-mediendesign.de

PdW 44: die »belastbare« Cezanne von P22

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Cezanne im Einsatz: bei einer weltweit führenden Kaffeehauskette, im Art-work der Musik-CD »Birmingham Road« von Jeff Black und auf dem Etikett eines spanischen Rotweins

Inspiriert von der Handschrift des französischen Malers Paul Cezanne entstand 1995 die erste Version der P22-Schrift Cezanne, als Hausschrift für das Philadelphia Museum of Art. In den folgenden Jahren wurde der Font mehrfach erweitert und jüngst ins OpenType-Format überführt, was die Lebendigkeit der Script dramatisch steigerte: 1.200 Zeichen bieten Sprachunterstützung für Osteuropa (einschl. kyrillisch) sowie automatische Schwungbuchstaben, Ligaturen, Ziffernarten und Wortmarken. Die Buchstaben tauschen sich automatisch aus, um optimale Kombinationen zu bilden. Dadurch erhält man einen viel natürlicheren handschriftlichen Effekt.

Die P22 Cezanne ist eine ungekünstelter, lebhafter und »belastbarer« Script-Font, vielseitig einsetzbar und weniger aufdringlich als viele der glatten Script-Bestseller.
Für alle, die OpenType noch nicht nutzen sowie die Schrift unter Office (Word usw.) einsetzen möchten, sind alternativ die TrueType- und PostScript-Versionen als Einzelschnitte im Paket enthalten!

Als Produkt der Woche kostet das Cezanne-Pro-Set nur 45,– € statt 69,– € (zzgl. MwSt., Rabatt wird im Warenkorb angezeigt). Zur Bestellung im FontShop …

Seit heute bloggt BILD-Chef Kai Diekmann zurück

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Der inoffizielle BILDblog, das schärfste Online-Geschütz gegen das Berliner Boulevardblatt und seinen Chefredakteurs Kai Diekmann, ist vor 5 Jahren gestartet. Seit heute wird zurückgeschossen. Kai Diekmann bloggt, »grandios großkotzig« (BILDblog), »absolut nicht ausgelastet« (taz), »das einzig wahre BILD-Blog, weil: über sich« (medienrauschen).

Mit einer soliden Grundbefüllung, bestehend aus Texten, Fotos, Videos, Biografie, Anekdoten und einem amüsanten (wohltätig ausgerichteten) Souvenir-Shop ist die Seite www.kaidiekmann.de heute morgen live gegangen. Das Gute – aus der Sicht der Kritiker – gleich vorweg: Diekmanns Experiment scheint auf 100 Tage begrenzt zu sein. Hoffentlich hat er die Blogs seiner Chefredakteurkollegen sorgfältig studiert, denn das ein oder andere verwaiste ziemlich schnell, weil es doch mehr Arbeit macht, als einem lieb war. Als Bereicherung der Bloglandschaft »von oben« kann man kaidiekmann.de nur begrüßen.

Wilhelm Braun-Feldweg Förderpreis 2009

bf09_coverDer aus einer Privatinitiative hervorgegangene Wilhelm Braun-Feldweg Förderpreis für designkritische Texte wird zum fünften Mal verliehen. Mit ihm sollen Designstudierende gefördert werden, die mit aktuellen Fragestellungen zum Design einen kritischen Beitrag zum Designdiskurs leisten. Der Förderpreis ist mit der Veröffentlichung des Preistextes als Buch dotiert. Er erinnert an einen Pionier des Industriedesigns, Prof. Dr. Wilhelm Braun-Feldweg (1908-1998).

Am diesjährigen Wettbewerb beteiligten sich 36 Studierende aus elf Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit insgesamt 1700 Seiten Text. Die fünfköpfige Jury zeichnete drei Arbeiten aus:
Je eine Anerkennung erhielten Peter Lasch, Absolvent der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, für „Free Design!“ und Jörn Weidenmüller, Universität der Künste Berlin, für „Whole Earth – Ein Katalog der Alternativen“. Den bf-preis 2009 erhält Anne Theresia Wanders, Kunsthochschule Berlin-Weißensee, für „Slow Fashion – Alternative Modekonzepte“.

Aus der Jurybegründung: „Die Arbeit Slow Fashion beschäftigt sich mit nachhaltigen Konzepten in der Mode. Ohne moralischen Zeigefinger untersucht die Autorin in einer frischen Sprache und unverkrampft die Möglichkeiten alternativer Designarbeit. Fortbildung von Gestaltern und Gestalterinnen in Bezug auf umweltschonendes Design, Open Source und Vernetzung sowie die Sinnfälligkeit von kurzen Wegen in der Herstellung sind ihre wichtigsten Ansatzpunkte“

Das Buch erscheint, mit einer Einführung von Ruedi Baur, in der Reihe „Designkritische Texte“ im Schweizer Niggli Verlag. Preisverleihung mit Buchpräsentation: Montag, 30. November 2009, 19:00 Uhr, Akademie der Künste Berlin, Pariser Platz 4, 10117 Berlin.

Volkssport Design: Fontblog berichtet live (4)

Den Werbebeitrag von Sponsor Laserline (»Anforderungen aus der Perspektive einer Druckerei, Manuela Kreisel, Dipl.-Ing.) überspringe ich mal.

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Thomas Klein (Dipl. Designer und Creative Director bei Metadesign) spricht über Agenturperspektiven und Anforderungen an Absolventen. Klein wirft die Werte seines Unternehmens in den Raum und lässt sie von seinen Kolleginnen und Kollegen in kurzen Videos erläutern: Kompetenz, Empathie, Interdisziplinarität, Nachhaltigkeit und Internationalität.

Welche Impulse ergeben sich hieraus für die Berufsanfänger. Er hat sie ganz schnell aufgezählt, weil die Vortragszeit bereits zu Ende war, ich konnte so schnell nicht mitschreiben. Schreibt ihm einfach eine Mail mit der Bitte um die Zustellung seiner Folien: mail@metadesign.de

Prof. Stefan Koppelkamm, Kunsthochschule Berlin:
Über Designerportale wie jovoto uns designenlassen.de: »Designqualität ist kein demokratischer AKt sondern entsteht aus ganz radikaler Subjektivität.«
Über das Vordrängen der Amateure: »Die Fotografie begann als Amateurbeschäftigung, heute arbeiten Profis und Amateure friedlich nebeneinander.«
Über die Rolle der Hochschulen: »Wir sind weder Hase, noch Igel, vielleicht sind wir Schildkröten, die zunächst beobachten und dann urteilen.«
Über Erfolg im Design: »Aus der Reihe tanzen.«

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Gesche Joost (T-Labs, Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung e.V.) über Design-Forschung und Promotion im Design:
• Design arbeitet interdisziplinär und projektorientiert.
• Design umfasst Analyse, Projektion und Synthese.
• Design reagiert auf »wicked problems«.
• Design befasst sich mit Menschen in Alltagssituationen.

Sie berichtet vom Projekt »Call Girls« (Frau und Kommunikationstechnik), als Alternative zum bisherigen Rezept der Handy-Hersteller: »Shrink it and pink it«.

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Vom links nach rechts: Gesche Joost, Prof. Stefan Koppelkamm, Prof. Dr. Herber Grüner, Thomas Klein und Manuela Kreisel

Volkssport Design: Fontblog berichtet live (3) [Update]

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Wolfgang Beinert (links) und der Gastgeber Prof. Herbert Grüner

Endlich lerne ich mal Wolfgang Beinert kennen (vgl. Diskussion im Fontblog vom Juni 2008). Optisch entspricht er dem Prototyp eines Designers, eine Mischung aus Jan Tschichold und Otl Aicher: Bürstenhaarschnitt, kräftige Statur, schwarze Kleidung, bequeme Schuhe, seltenes Lächeln.

Beinerts Thema: Think different! Klare Positionierung als Wettbewerbsstrategie. Und er weiß, wovon er spricht. »Designer werden zu Prekariern, analoge Handlungsweisen werden zur digitalen Flexibilität und viele berufliche Rahmenbedingungen werden sich nachhaltig verändern. Wer sich heute als freiberuflicher Grafik- bzw. Kommunikationsdesigner etablieren will, muss sich klar entscheiden: Erfüllungsgehilfe oder hochwertiger Dienstleister? Masse oder Klasse? Aber der Wille alleine reicht nicht: denn nach wie vor beginnt Qualität mit Q wie Qual und eine klare, authentische Positionierung ist heute wichtiger denn je. Denn die Dinge sind nicht so wie sie scheinen und Design ist nicht gleich Design …«

Der größte Feind des Designers ist – laut Beinert – das »totalitäre Zeitdiktat«. Und der Designer selbst, denn er bildet sich nur mangelhaft oder überhaupt nicht weiter: »Ich kenne keine Branche, die sich so wenig weiterbildet.« Kann ich irgendwie bestätigen. Ich kenne Kollegen, die arbeiten seit 10 Jahren unter Mac OS 9, damit sie FreeHand weiterhin einsetzen können – nur nicht mit alternativen Programmen beschäftigen.

Ein Tipp von Beinert: Sprecht gegenüber einem Auftraggeber (nicht Kunde) nicht von »Honorar«, sondern von »Vergütung«.

Boris Buchholz: Design hat seinen Preis. Buchholz ist Pressesprecher der Allianz Deutscher Designer (AGD). »Es gibt in Deutschland rund 42.000 Designer, davon sind 3223 in der AGD organisiert.« Er spricht über das Hauptthema seines »Service-Verbandes«, die realistische Kalkulation eines selbständigen Designers. Rein rechnerisch muss ein Designer im Monat 3835 € erwirtschaften. Von den 160 Stunden im Monat, kann man rund 80 Stunden in Rechnung stellen – der Rest ist Selbstverwaltung. So ergibt sich ein Stundensatz von 48 €.

Die AGD hat festgestellt, dass tatsächlich nur 1/3 der Arbeitszeit den Auftraggebern berechnet wird, was einen Stundensatz von 71 € ergibt. Also empfiehlt der AGD 76 € für die Entwurfsstunde (inkl. 5 € für Rücklagen). Dazu addieren sich Nutzungsvergütungen.

Ein Rechenbeispiel. Eine Briefschaft (Signet, Briefbogen, Visitenkarte) beansprucht rund 30 Stunden Arbeitszeit, macht 2280 € Vergütung.

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Malte Christensen (kopfbunt) spricht jetzt über »Designer x.0 – Ein Leitfaden zur Etablierung im Web.« Er kam jüngst so an einen Job: »Sie wurden mir empfohlen vom Twitterer meines Vertrauens«. Früher: Demokratisierung der Produktionsmittel … Heute: Demokratisierung der Publikationsmittel. Sein Schlusssatz: »Egal wie digital es auch wird, es endet immer im Realen.«
Bitte morgen auf seinem Blog nachsehen, er veröffentlicht dort seine Folien plus wertvolle Links.

[Update: http://kopfbunt.de/volkssport-design-aufarbeitung/4927/]

Diskussion:

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Von links nach rechts: Wolfgang Beinert, Ronen Kadushin, Gastgeber Prof. Herbert Grüner, Malte Christensen, Boris Buchholz

Volkssport Design: Fontblog berichtet live (2)

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Mitveranstalter Florian A. Schmidt bereitet das Publikum auf das Thema des Symposiums vor

Eröffnet wird das Symposium vom Mitveranstalter Florian A. Schmidt, freischaffender Kommunikationsdesigner und Autor, der in Berlin lebt und arbeitet. In seiner Diplomarbeit, befasste sich Schmidt mit dem Verschwimmen der Grenzen zwischen Amateur und Profi in der Gestaltung. Den Schwerpunkt seiner Untersuchungen bildet die Integration von Web 2.0 Strategien in den Designprozess.

Seine persönliche Prognose: »Niederes Design« bricht weg. Ein Großteil der Designaufgaben erfordert Fähigkeiten (Kommunikation, dauerhafte Betreuung, Beratung, …), die durch die Amateurbewegung nicht berührt werden. Er beendet seine Präsentation mit dem Märchen vom Hasen und dem Igel. Der Hase (Profi) lässt sich unnötigerweise vom Igel (Amateur) provizieren und begibt sich in einen Wettbewerb mnit ihm. Mit viel List und weiteren Igeln gelingt es diesem, den Hasen auszutricksen. Schmidts Fazit: Professionelle Designer müssen sich nicht mit den Amateuren vergleichen.

Bastian Unterberg über Jovoto: »Von 10.000 angemeldeten Usern sind ›nur‹ 3500 als Designer aktiv. Jovoto ist leider ein Invitation-only-Modell«. Warum leider?

Fontblog berichtete mehrmals über Jovoto-Projekte: Frank-Walter Steinmeier tappt in Crowdsourcing-Falle, Crowdsourcing vs Designbüro: Ein Interview, und Gratulation an Würzburg: Provinz auf Weltniveau.

Michael Kubens, von designenlassen.de. Das Amateurdesign-Portal startete am 2. November 2008. Es war ursprünglich eine fixe Idee von Kommunikationsdesignern, Vorbild war 99 Designs. Reaktionen auf designenlassen.de: »Youporn für Mediengestalter«, aber auch Lob von Auftraggebern, zum Beispiel den Entwicklungslotsen »Eine professionelles Designbüro hätte uns für diese kleine Aufgabe nicht mal die Tür geöffnet.« (verhaltener Applaus beim Publikum)

Im Gegensatz zu Jovoto legt der selbstbewusste Kubens interessante Zahlen offen: 98.217 Designs wurden seit der Gründung hoch geladen, 149.541 € Preisgelder wurden ausgeschüttet, 3467 registrierte Designer werkeln auf designenlassen.de und bis heute wurden 853 Projekte ausgeschrieben.

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Torsten Stapelkamp: »Erst Design schafft Bedeutung – Crowdsourcing ist dafür nicht geeignet«

Torsten Stapelkamp, Dipl.-Designer und Professor für Kommunikationsdesign an der FH Hof, spricht Klartext. Wer auf designenlassen.de mitmache, erledige einen Designjob für durchschnittlich 347 €. Weil dabei zig Mitbewerber um jeden Auftrag pitchen, entstünde zudem ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 12.000 € (großer Applaus). »In meiner Familie nennt man die Nutznießer solcher Geschäfte Schmarotzer oder fieser Möpp.« Den Nutzen von Crowdsourcing-Portalen hätten alleine die Betreiber und die Auftraggeber, die Designer seien die Verlierer.

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Die Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht Sabine Zentek widmet sich den urheberrechtlichen Fragen des Designs

Sabine Zentek, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht und Leiterin von Fidius – Faire Designwettbewerbe e.V. fordert Fairness bei kommerziellen Designwettbewerben. Als Horsd’œuvre zerpflückt sie erst mal die Geschäftsbedingungen von designenlassen.de. Ihrer Ansicht nach bewege sich das Portal rechtlich auf wackligen Beinen, da sich mit guten Anwälten eine Menge Nachforderungen für verletzte Nutzungs- und Urheberrechte von den Auftraggebern einklagen ließen – bei Verwendung eines Wettbewerbsiegers. Anschließend erläutert Sie die ethischen Richtlinien von Fidius für faire Designwettbewerbe, die den meisten Fontblog-Lesern bekannt sind.

Diskussion

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Von links nach rechts: Diskussionsleiter Prof. Dr. Herbert Grüner, Michael Kubens, Bastian Unterberg, Sabine Zentek und Torsten Stapelkamp