
Auf dem ersten gemeinsamen Sommerfest von Create Berlin und dem Internationalen Design Zentrum IDZ, das gerade in den Hallen des Bauhaus-Archivs/Museum für Gestaltung stattfindet, wurden soeben die 3 Sieger des Code-Plakatwettbewerbs bekannt gegeben (siehe unten) – aus 567 Beiträgen und 20 Nominierungen.
Was bisher dahin geschah, beim größten Plakatwettbewerb Berlins, ist in diesen drei Beiträgen aus dem Fontblog-Archiv nachzulesen:
Der Code-Plakatwettbewerb ist gestartet | Code Plakatwettbewerb … Restart| 1000 × Berlin: die Code-Plakate hängen
Die 3 Siegerarbeiten und die Begründungen der Jury
Platz 3: Ett la Benn/Moritz Grund »Tempelhof«
Die Meinung der Jury zu »Tempelhof«: »Im Wettbewerb ging es um das Aufspüren von Codes, die der Stadt Berlin zu Grunde liegen, die Sie beschreiben. Flughäfen sind weltweit häufig ein Wahrzeichen für Städte. Aus der Historie heraus oder aufgrund der schieren Größe. Auch der einst größte Verkehrsflughafen der Welt, Berlin-Tempelhof, ist in vielerlei Hinsicht ein großes Symbol für die Stadt Berlin.
Sehr präsent in den Köpfen aller Berliner Bürger seit seiner zuletzt vollzogenen und bis zum Ende sehr umstrittenen Schließung. Bis heute ist nicht endgültig über eine Nachnutzung aller zur Verfügung stehenden Flächen entschieden worden. Auch die Designer von ett la Benn, Danilo Dürer und Oliver Bischoff sowie Moritz Grund, waren an einem Wettbewerb beteiligt. Dabei hatten Sie die großartige Chance, kurz vor der Schließung noch dieses einmalige Foto zu machen. Den Künstlern gelingt es, in einem einzigen Bild einen Blick auf die Vergangenheit und die Zukunft dieser Stadt zu werfen. Die Kraft, die ein einziges Foto dabei entwickeln kann, ist enorm. Die Vergänglichkeit eines bedeutsamen Infrastruktursymbols, die Berücksichtigung der unterschiedlichen Wetterstimmungen und letztlich die nicht weiter ausgeführte, sondern für sich selbst sprechende Codierung/De-Codierung mit Hilfe der bereits vorhandenen Rollbahnmarkierungen ist bemerkenswert. Die Jury hatte keine Schwierigkeiten, dieser Fotoarbeit den ihr gebührenden dritten Platz im Plakatwettbewerb zu geben.”
Platz 2: Sara o’Dea »DNA«

Die Meinung der Jury zu »DNA«: »Dieses Motiv hat das Thema Code getroffen und auf wunderbare Weise visualisiert. Es geht um Berlin bei Nacht. Das Poster stellt den Nahverkehrsplan Berlins, die Spinne, als Sternenhimmel dar. Das ist eine phantasievolle Interpretation, die wiederum an die Phantasie appelliert. Was kennzeichnet den Berliner Nacht-Code, der über die Grenzen der Stadt geschätzt wird: dezentralisiertes Entertainment, umweltbewusstes Party-Hopping, Kommunikation, Mobilität.
Es gab unterschiedliche Meinungen in der Jury, ob das Wörtchen Berlin überhaupt dort stehe müsse. Ja, muss es, denn das Plakat soll natürlich nicht nur für die Besitzer einer BVG-Monatskarte verständlich sein. Es soll und muss auch außerhalb der Stadt funktionieren. Und das auf den ersten Blick. Ein Code, der sich nicht gleich entschlüsselt, hat beim Betrachter verloren, er wendet sich ab, ohne ihn aufzulösen. Dieses Plakat spielt mit dem zweiten Blick. Als erstes lese ich Berlin und denke: Aha, interessant. Eigentlich interessiert mich Berlin, aber wo ist es versteckt. Der Betrachter decodiert nun, und bald wird er die Lösung gefunden haben.«
Platz 1: Martina Wember »B_Parks«

Die Meinung der Jury zu »B_Parks«: »Als die Berliner Illustratorin Martina Wember den Aufruf zum CODE-Wettbewerb erhielt, war sie gerade in Paris. Dort versuchte sie vergeblich, mit ihrem Hund im Park spazieren zu gehen, was dort, wie in vielen anderen europäischen Städten, mittlerweile verboten ist. Und so stand ihr Thema relativ schnell fest – Berlin und seine Parks. Die Metropole gilt als grünes Paradies, was Martina Wember in einem Schau- und Suchbild dargestellt hat. Handgezeichnet und koloriert. Eine ebenso einfache wie überraschende Argumentation für Berlin. Und damit ein überzeugender Sieger, den die Jury einstimmig gewählt hat.«
Die 3 Plakate – in der Wettbewerbsausstattung – als PDFs:
Martina Wember »B_Parks« (0,8 MB)
Sara o’Dea »DNA« (0,6 MB)
Ett la Benn/Moritz Grund »Tempelhof« (1,4 MB)