Am 1. April 2008 ging Fontstruct an den Start, das erste Online-Font-Erstellungs-Tool, auf die Schienen gesetzt von dem genialen Rob Meek, FontShop USA und FSI FontShop International (Fontblog berichtete: Modulare Fonts online entwerfen). Nach monatelanger Planung, Gestaltung, vielen Tests und der Entwicklung eines freundlichen Lizenz-Modells auf CC-Basis, atmeten die Kollegen in San Francisco an diesem Tag tief durch und öffneten ganz vorsichtig die Schleusen … für die begabten Schriftdesign-Talente in aller Welt. Um die Server nicht zu überlasten, ließ man die Fontstruct-Nachricht in die Branche sickern, anstatt einen Big Bang zu veranstalten. Doch sie fegte wie ein Lauffeuer um den Globus.
Stephen Coles (FontShop USA) schreibt heute im Fontstruct-Weblog Brick by Brick: »Ein paar Tage später schaute ich unseren Praktikanten Ivo an, der mir gegenüber sitzt, und flüsterte ihm die bis dahin unglaubliche Zahl zu: 1500. So viele Nutzer hatten sich nach einer Woche registriert.« Doch damit nicht genug. Die Zahl der erstellten und angefangenen Schriften lag um einiges höher, was nichts anderes bedeutet als: Das Schriftenbauen mit Fontstruct macht Spaß!

Noch beeindruckender als die Menge der Schriften war deren Qualität. Binnen weniger Stunden hatten sich die ersten Fontstrukteure mit ihren Schöpfungen in die Top-50 hochgearbeitet, die mehr als bloße Pixel-Spielereien enthalten.
• Gareth Finucane konstruierte mit dreieckigen Bausteinen die plastische Schrift xtrude,
• Zara Evens schuf einen eleganten Inline-Schnitt für Headlines und Packaging,
• Nate Cox baute originalgetreu die Display-Schrift von San Franciscos Nahverkehrszügen nach,
• der FontShopper Ivan Bettger nutzte die Zeit zwischen Feierabend und Aufstehen, um die verblüffende Frakturschrift Struktur zu basteln.
• Mark Simonson kramte 30 Jahre alte Buchstabenentwürfe auf Millimeterpapier aus, um sie mit Fontstruct erstmals zu digitalisieren (Boxy 1, Boxy 2);
• nicht zuletzt überzeugt Stephen Coles selbst mit seiner Western-Schrift Morricone, die heute die Führung in der Galerie übernommen hat.
Fontstruct ist erst 21 Tage am Start und noch immer überrascht uns jeden Tag der Eifer und die Schöpfungskraft der Benutzer. Das sind die Statistiken des FontShop-Babys von heute morgen:
21.620 registrierte Anwender
23.323 Fontstruktionen (716 veröffentlicht)
367.921 entworfene Zeichen
29.991 FontStruction-Downloads
Fazit: Noch bevor der April zu Ende ist, haben meine Kollegen in San Francisco den »Beta«-Aufkleber aus dem Kopf der Fontstruct-Seite entfernt. Das System ist reif, es gibt keine Beschwerden auf Seiten der Benutzer. Wenn es eines letzten Beweises bedurft hätte, dass man mit Fontstruct brauchbare Schriften entwerfen kann, dann wäre dies Wolfgang Krimmels vor kurzem fertig gestellte Texture, eine gebrochene Schrift, die ihre modulares Konstruktionsprinzip überzeugend verschleiert.
Im Frühsommer rollt die 




Bei MM ist das Gelaber allumfassend: »





Unter dem Motto »Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär« findet pünktlich zum Start der EM, vom 6. 6. – 8. 6. 2008, zum 18. Mal die sagenumwobene Fußballweltmeisterschaft der Kunst- und Filmhochschulen (oder Medienhochschulen oder was auch immer) statt. Diesjähriger Austräger ist das »Team Hansawelle« der Hochschule für Künste Bremen.
Der Klappentext skizziert die Entstehungsgeschichte der Meta: »Ende 1984 entwickelt das Berliner Büro Sedley Place Design neue Drucksachen für die Bundespost. Als man Hunderte von Post-Drucksachen gesichtet hat, die mit echten und falschen ›Helveticas‹ produziert waren, lautete der Ratschlag für Europas größtem Arbeitgeber (500.000 Angestellte): eine Exklusivschrift muss her, eine zweckmäßige Type, belastbar, ökonomisch und unverwechselbar. Doch woher nehmen, wenn nicht neu entwerfen?