Artikel im Juni 2007


Grüße aus Graz

Zwei Tage Bildungsurlaub in Österreich. Morgen besuche ich Versandhäuser in der Nähe von Graz, von denen FontShop etwas lernen kann. Übermorgen nehme ich in Wien am 7. Österreichischen Versandhandelstag teil. Das Schlossberg-Hotel wurde von dem ehemaligen Formel-1-Fahrer Helmut Marco eröffnet. Es liegt im Herzen der Altstadt, am Fuße des Schlossbergs direkt am Murufer. »Sehenswürdigkeiten wie das Kunsthaus, die Murinsel und der Uhrturm sind binnen weniger Minuten zu Fuß erreichbar.« Leider werde ich keine Zeit haben, sie aufzusuchen. Noch näher liegt das Hotelpool …

Jetzt zensiert Flickr den Protest

Spiegel Online: «Flickr zieht den Zorn der Nutzer auf sich. Daß der Bilderdienst für Deutsche vermeintlich brisante Bilder sperrt, ruft eine Anti-Zensur-Bewegung auf den Plan. Doch auch deren Aktionen werden jetzt unterdrückt.« Fontblog berichtete …

Mehr: Die auf rund 12.000 Mitglieder angewachsene Flickr-Gruppe

Against Censorship at FlickrDie Chronologie mit stündlichen Updates bei Till Westermeyer

Ist die neue Apple-Website zeitgemäß?

Gerrit meint ja und beschreibt auf praegnanz.de in wenigen Worten warum. Er ist selbst Web-Designer und -Programmierer, dazu ein Freidenker und nur minimal ideologisch veranlagt … kurz: Er gehört zu der seltenen Spezies von Computer-Experten, denen man vertraut. Das ist wichtig für Laien wie mich, denen Vokabeln wie semantischer Quellcode, script.aculo.us und prototype zwar enormen Respekt einflößen, die aber keinen Schimmer davon haben, was dahinter steckt.

Design-Sommer in Hannover

Vom 26. Juni bis 07. Juli 2007 dreht sich an der Expo Plaza in Hannover alles um Design. Das Gelände neben der Arena ist die Heimat der Fakultät III Medien, Information und Design sowie des Fachbereichs Bildende Kunst der Fachhochschule Hannover (FHH). Zwei Wochen präsentieren Studierende im Rahmen des Design Sommer 2007 ihre Diplome, renommierte Gastredner sprechen über ihren Werdegang in der Designindustrie, Sonderausstellungen zeigen, wie innovative Materialien zukünftig Produkte beeinflussen werden.

Studieninteressierte erfahren in einer Ausstellung, welche Vorteile ein Design-Studium an der FHH bietet. Zudem hält die Mappenberatung jede Menge nützliche Bewerbungstipps für ein Design-Studium bereit. Ein Café bietet Raum für Gespräche mit Jungdesignern. Dort befindet sich auch der neu eröffnete Designshop mit FHH-eigenen Foto- und Grafikbänden sowie selbst entworfenen Büro- und Haushaltsprodukten. Am 07. Juli steht das Design Center Kopf, wenn von den »Beatfreaks« Mode und Popmusikkultur gefeiert werden.

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Logo

Das Shopbetreiber-Blog startete am Freitag einen Selbstversuch und bestellte in der französischen Designer-Community Wilogo ein neues Firmensignet für sich. Das Fontblog zog nach 24 Stunden eine kritische Zwischenbilanz, die heftig kommentiert wurde.

Nun meldet der Auftraggeber »73 Logoentwürfe in 72 Stunden – Selbstversuch erfolgreich abgeschlossen« und empfiehlt zum Beweis einen Blick in die Shopbetreiber-Blog-Logo-Galerie (oben abgebildet: das Siegermotiv laut Online-Bewertung). Worin der Erfolg tatsächlich besteht, wird nicht näher beschrieben. Wir werden es wohl nie erfahren, denn eine kritische Betrachtung des Experiments scheint nicht erwünscht: Mein Kommentar inklusive Hinweise auf unsere Diskussion wurde nicht veröffentlicht.

Sehenswert: PDF-Design-Magazin FF3300

Die aktuelle Ausgabe 3 des italienisch-englischen Designmagazins FF3300 ist erschienen: 219 Seiten, opulente Grafik, viele Foto, anregende typografische Inszenierungen. Herausgeber ist das Designbüro Metastyle Art Group. Auf deren Website können alle bisher erschienenen Ausgaben geladen werden.

Safari für Windows: Screen-Font-Kulturkampf

Wer sich für die unterschiedliche Behandlung von Schriften am Bildschirm (Rendering) unter Windows und Macintosh interessiert, sollte
erst das lesen: De:Bug … Pixelwars
dann das: Joel on Software … Font smoothing, anti-aliasing, and sub-pixel rendering

Kieler-Woche-Plakate aus 60 Jahren

Heute startet die 125. Kieler Woche, die als das größte Segelsportereignis der Welt gilt. Sie findet jedes Jahr in der letzten Juniwoche statt und wird am Samstag davor eröffnet. Weil das Ereignis weltweit beachtet wird, stellt die Kieler Woche seit Jahrzehnten hohe Ansprüche an das Corporate Design. Namhafte Grafikerinnen und Grafiker werden zum Wettbewerb für den grafischen Auftritt der Festwoche eingeladen. Schon das ist eine Auszeichnung, denn der Wettstreit genießt internationales Ansehen, zumal viele Motive mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.

In diesem Jahr waren die Designer Markus Dreßen, Leonardo Sonnoli, Gerwin Schmidt, Andreas Uebele sowie eine Gruppe Studierender der Muthesius-Kunsthochschule Kiel geladen. Am Ende entschied sich die Jury für ein Entwurf von Markus Dreßen (Leipzig), der das zentrale Thema »125 Jahre Kieler Woche« am plakativsten widerspiegelt. »Eine sehr raffinierte Lösung«, lobte Jury-Vorsitzender Prof. Hans Günter Schmitz, weil das Motiv, von Weitem gesehen, sehr gut erkennbar sei. Je näher der Betrachter aber komme, desto geheimnisvoller werde der Entwurf.

Erstmals gibt es auf der Internetseite der Kieler Woche eine Galerie mit Plakaten aus 60 Jahren Kieler-Woche-Designgeschichte. Die virtuelle Austellung ist ein eindrucksvolles Spiegelbild der jüngeren Grafik-Geschichte, und sie belegt den sicheren Geschmack der Veranstalter.

Germany’s Next Top-Label: Mitch & Co.

Einen Überraschungscoup landete Tchibo mit der neuen Mode- und Designkollektion Mitch & Co. Seit dem 6. Juni ist das Sommer-Sortiment in mehreren tausend Tchibo-Filialen erhältlich … viele Teile sind bereits vergriffen. Die »Grundausstattung zur modischen Selbstverwirkli­chung« wurde mit dem bodenständigen Star-Designer Michael Michalsky entwickelt, der zuvor elf Jahre lang der kreative Kopf hinter Adidas war.

Der Name des Labels, das international klingen soll, setzt sich zusammen aus Michalski und Tchibo. Das Logo, fand PAGE heraus, sowie das grafische Konzept für die Verpackungen entwarf Marc Naroska (Naroska Design, Berlin). Als Inspiration dienten visuelle Stile der 50er Jahre. Die Wortmarke ist aus der Berthold-Schreibschrift Ariston gesetzt.

RTL fordert Änderung von Kabelnetz-Logo

Spiegel Online meldet: »RTL wehrt sich mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Kabelnetzbetreiber Unity Media. Der hatte sich erst vor kurzem ein neues Logo zugelegt, das mit seinen drei kleinen Kästen in den Farben blau, gelb und rot auffällig dem RTL-Markenzeichen ähnelt.«

Dabei hätte alles so schön werden können. Nach Aufkäufen beerdigte Unity Media, die Mutter des Bezahlsenders Arena, im Mai diesen Jahres die regionalen Gruselmarkenzeichen ish (NRW), iesy (Hessen) und Tele Columbus West. Das jetzt frisch eingeführte Unitymedia-Logo sieht zwar gut aus, ist jedoch RTL ein Dorn im Auge, vor allem wenn der Schriftzug wegfällt und die Sprechblase mit den drei Farbflächen solo zum Einsatz kommt. Auch der Slogan »Ein Kabel alles möglich« steht zur Diskussion: Die kleinere Kabelfirma ewt wirbt mit »Ein Kabel. Alles drin.«

Fazit: Zum Entwurf eines Unternehmenslogo bzw. eines neuen Claims gehören sorgfältige Marktrecherchen. Das wird gerne von jenen Kritikern vergessen, die sich bei der Vorstellung eines neuen Logos schnell über die Kosten für das Design aufregen. Richtig teuer wird ein vermeintlich preiswertes Logo, wenn man es nach der aufwändigen Einführung wieder zurückziehen muss.

Beruhigend: Logo-Schrott aus der Design-Community

Das Shopbetreiber-Blog hat sich gestern Nachmittag zu einem Selbstversuch entschlossen, und bestellte in der Designer-Community Wilogo ein Firmensignet für sich. Auf der Online-Plattform spucken angeblich »40 Designer« Unternehmenslogos im Minutentakt aus. Tatsächlich trafen nach weniger Stunden 21 Entwürfe beim Shopbetreiber-Blog ein … hier sind sie alle zu bewundern und zu bewerten. Die erste Einschätzung des Auftraggebers: »Durchaus von unterschiedlicher Qualität, aber man kann erahnen, welch kreatives Potential in der ›Crowd‹ steckt!« Ist das jetzt die diplomatische Umschreibung für Schrott? Das Shopbetreiber-Blog wird den Pitch zu bewerten wissen, verfügt er doch über ein professionelles Logo, das ich gegen keines der Wilogo-Entwürfe tauschen würde.

Live-Design-Wettbewerb in Berlin

Der Bühnen-Design-Wettbewerb Cut & Paste wurde Ende 2005 erstmals in New York vor 850 Zuschauern ausgetragen. Nach der erfolgreichen Premiere ging die Idee auf Weltreise. Am 27. Oktober wird Cut & Paste in Berlin Station machen. Hier geht es zur Bewerbung …

Bei Cut & Paste kreieren 8 Kandidaten in 4 Runden à 15 Minuten vor Publikum und einer fünfköpfigen Jury Entwürfen zu verschiedenen Themen und Motiven. Der Entstehungsprozess kann live auf vier großen Leinwänden verfolgt werden. Die Ergebnisse werden von den Juroren und den Zuschauern nach jeder Runde bewertet. Die Kriterien: Originalität, Technik und Gesamteindruck. Für Partystimmung sorgen DJs und Lichtkünstler. Als Preise winken: Wacom Display, Adobe Creative Suite, MacBooks und mehr.

Die Berliner Jury: Anna Berkenbusch, David Linderman, Lulu, Lukas Kircher und Stefan Landrock. (Via: agenturblog)