Artikel im Februar 2007


Neue Schweizer Banknotenserie ab 2010

Die Zürcher Grafikerin Manuela Pfrunder hat von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) den Auftrag zum Entwurf einer neuen Banknotenserie erhalten. Beim Ideenwettbewerb der SNB für die neuen Noten im November 2005 hatte die Zürcherin mit ihrer Darstellung der Schweiz als Reiseland den zweiten Platz belegt. Pfrunders Arbeiten hätten sich als »besonders geeignet für die Realisierung erwiesen«, begründete die SNB am Montag ihren Entscheid. Bis Mitte 2008 würden die Entwürfe in gestalterischer und technischer Hinsicht noch grundlegend überarbeitet. 2010 sollen sie in Umlauf gebracht werden.

Für Nicht-Schweizer: die aktuellen Banknoten sind auf dieser (quälend langsamen) Internetseite der SNB zu bewundern.

Die Pressemitteilung der SNB zu den neuen Banknoten …

Vorder- und Rückseiten der Entwürfe von Manuel Pfrunder, die freilich noch grundlegend überarbeitet werden.

Desktop-Frühjahrsputz

Ich kenne Computer, da ist der Desktop bis zur Unsichtbarkeit mit Icons übersät … so eine Art Magnetwand, mit den gesammelten Erinnerungen und To-dos der letzten Monate – die meisten erledigt. Stephen Coles – Kollege bei FontShop San Francisco, FontBook-Mitautor, Redakteur von Typographica und TYPO-Berlin-2007-Sprecher – hat jetzt auf Flickr eine Möglichkeit aufgezeigt, wie man – am Mac – den ganzen versteckten Unrat sichtbar macht, um ihn anschließend in den entsprechenden Schubladen zu versenken (oder ein Poster davon zu drucken): Apfel A (alles auswählen), Apfel O (alles öffnen), F7 (Expose: alle Fenster) … Stephens Desktop auf Flickr …

Oscar-reifer iPhone-Werbespot

Während der Live-Übertragung der Oscar-Verleihung vergangene Nacht schaltete Apple einen Teaser-Spot für das iPhone. Dem Anlass angemessen wurden 30 Telefonszenen aus Oscar-prämierten Filmen zusammengeschnitten, in denen ebenso viele Leinwandlieblinge das Wort »Hello« in die Muschel sprechen/flüstern/schreien … großes Kino! Rund 40 Millionen TV-Zuschauer haben die Sendung verfolgt. Zum iPhone-Spot »Hello« …

FF Meta Serif ist im Anmarsch

Eben im SpiekerBlog gefunden: »Hier das erste öffentliche Muster der neuen Antiqua. Gildet alles noch nicht, aber der Gesamteindruck wird so bleiben. Eine kräftige Werksatzschrift, die in Strichstärke und Mittellänge auf MetaSans abgestimmt ist.«

Toyotas Werbe-Wahnsinn

Auris über alles in Berlin-Tempelhof, Dudenstraße: 5 Großflächenplakate an der Straße, 3 an der Hauswand und hinter mir zwei Haltestellen, doppelt belegt … macht 100 % Toyota-Werbeflächen im Umkreis von 500 Metern

Man könnte sagen, das Berlin heute morgen praktisch werbefrei ist … mal abgesehen von den rund 10.000 Auris-Plakaten, mit denen Toyota fast alle Großflächen, Citylights, Megalights und Bushaltestellen gleichgeschaltet hat. Einzig die Litfasssäulen zeigen noch – lokale – Reklame. Offensichtlich lautete die Devise des japanischen Herstellers: »Alles buchen, was verfügbar ist.«

Laut Bild.de ließ Toyota in alle größeren Städten 200.000 Auris-Plakate kleben … »die größte Plakat-Aktion aller Zeiten!«. Mit einem ordentlichen Vorlauf, was bei der Lancierung eines neuen Automobils möglich ist, hat man in manchen Stadtteilen Quoten von 95 % erreicht. Verantwortlich für den Größenwahn ist die Düsseldorfer Agentur BMZ + more (Pressemitteilung). Laut SPIEGEL-Recherchen könnte das Flächenbombardement zwischen 25 und 30 Millionen € kosten.

Mehr Fotos …

Typografie in der Backstube

Geburtstagskuchen

Heute war ich mit der Familie zum Kindergeburtstag eingeladen, bei Vivien, einer FontFont-Designerin (FF Kurt), deren Tochter Luise 5 Jahre alt wurde. Ich habe schon immer Viviens Talent bewundert, Dinge des Alltags mit spielerischer Eleganz zu beschriften: ob selbst gebrannte CDs, Einladungen oder eine Widmung – das Handgeschrieben ist stets ein typografischer Augenschmaus. Eben hat mich der Anblick ihres Geburtstagskuchens glücklich gestimmt …

Heute in meiner Geldbörse

Eine neue 2-Euro-Münze, herausgegeben am 2. Februar. Die nationale Seite der Gedenkmünze zeigt das Schweriner Schloss mit dem Zusatz »Mecklenburg-Vorpommern« (Design: Heinz Hoyer). Die Bundesbank sagt dazu: »Mit der 2-Euro-Gedenkmünzen-Serie der Bundesrepublik Deutschland (BRD) soll den Bürgerinnen und Bürgern in Europa der föderale Aufbau der BRD näher gebracht werden. Die Ausgabe der Münzen erfolgt in der Reihenfolge der Präsidentschaft im Bundesrat, im Jahr 2007 mit Mecklenburg-Vorpommern.«

Auch die Vorderseite aller Prägungen seit Februar 2007 hat sich geändert. Statt wie bisher die (alten) Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigen die revidierten Geldstücke den Kontinent Europa, inklusive Nicht-EU-Gebiete. Dabei entfällt auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen der Zwischenraum zwischen den einzelnen Ländern, und auf den 1- und 2-Euro-Münzen wird ganz auf die Darstellung von Staatsgrenzen verzichtet. Vergleichsabbildung bei Wikipedia; die Seite zeigt auch, dass Euro-Münzensammler demnächst einige Reisen bzw. Investitionen tätigen müssten. Wer nicht reisen will, ersteigert sich exotische Münzen bei Ebay. Dort gibt es auch die oben gezeigte neue 2-Euro-Münze zum Startpreis von 1,99 Euro.

Grammy 2007: Voormann-Cover wieder dabei

Genau 40 Jahre nach Erscheinen des Beatles-Album »Revolver«, entworfen vom TYPO-2007-Eröffnungssprecher Klaus Voormann, stand sein Art-Work letzte Woche – indirekt – ein zweites Mal auf der Grammy-Bühne. Neal Ashby und Matthew Curry remixten Voormanns wegweisende Grafiken für das opulente Packaging des Thievery-Corporation-Album »Versions« und wurden hierfür Grammy-nominiert.

Auf einer Apple-Pro-Seite wurde heute ein Making-Of des »Versions«-Artwork veröffentlicht. Über zwei Seiten erläutern Ashby und Curry in Wort und Bild, mit welchen Tools sie das CD-Cover, ein 32-seitiges Booklet, Lithografien und Promotion-Material gestaltet haben, darunter 3 kunstvoll gestaltete Skateboards. Sogar eine eigens eingerichtete Website widmet sich »The Art of Version«. Fast 2 Jahre werkelten die beiden Designer immer wieder an dem grafischen Konzept des Electronik-Albums. Matthew Curry über Klaus Voormanns Vorarbeit: »We both loved the ›Revolver‹ album and so in a way it was kind of like the packaging is our remix album of Klaus Voormann’s great album cover. It reflected what was going on with Thievery and what they were doing.«

(Abb: © Apple Inc. & Apple Corp.)

Die Kampfwörter der US-Präsidenten als Tag-Cloud

Eine aufschlussreiche Seite, entwickelt von Chirag Mehta und Erik Avidsson (dynamic slider control): Tag-Clouds mit den Reizwörtern von über 40 US-Präsidenten aus 365 Ansprachen. Dabei bedeuten Schriftgröße = Häufigkeit und Helligkeit = Aktualität. Mit einem Schieberegler lassen sich der Wertewandel sowie das Werteprofil eines jeden Präsidenten anschaulich vergleichen. Es dauert ein paar Momente, bis die Seite komplett geladen ist. (Abb: © Chirag Mehta)

eBay Modusgrotesk Zwischenstand 24 h

Seit gestern 14:45 Uhr versteigert Fontblog-Leser und -Kommentator Heinrich Lischka seine Exklusivschrift Modusgrotesk bei eBay (Fb-Meldung von gestern). Ich verrate keine Geheimnisse, wenn ich nach 24 Stunden zusammenfasse: Zur Zeit stehen die Gebote bei 253,– €, Etienne (Pacifico) ist nach 28 Geboten der Meistbietende und hat unter anderem Jens (SignForm24), Ilja (microboy) und Peter (Typosition) – zwischenzeitlich – aus dem Rennen geworfen.

Wer auf der TYPO was zu sagen hat

Ein paar ausführliche Worte zur Programmplanung.

Wir bekommen eine Flut toller Vorschläge zu möglichen Sprecherinnen und Sprecher für die TYPO 2007. Vielen Dank dafür. Ich nehme das zum Anlass, ein paar Gedanken zur TYPO-Programmplanung aufzuschreiben, die zwar in unseren Köpfen existieren, aber noch nie so richtig festgehalten wurden und vor allen nicht weiter erzählt.

Die TYPO ist primär eine Designkonferenz für typografische begabte/interessierte Entwerferinnen und Entwerfer, wie der Titel der Veranstaltung verrät (für die englischsprachige Besucher bedeutet TYPO allerdings »Tippfehler« – das war bisher auch kein Nachteil). Die Kernthematik der Konferenz ergibt sich aus der Kompetenz ihres Veranstalters FontShop und seiner Kunden. Doch weil wir keine Fachidioten sein oder werden wollen, blickt die TYPO stets in benachbarte Bereiche: Information, Brands, Humor, Play, Music … die jährlichen Themen sorgen für die Erweiterung unseres Horizonts.

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Typografisches Wochenende in London

Heute findet die Ein-Tageskonferenz One Friday in London statt. Die Sprecher: Amelia Noble (Kerr|Noble), Jason Smith (Fontsmith), James Henderson (Brilliant Path), Tom Evans (Mook), Rich Roat (House Industries), René Knip (Atelier René Knip) und Daniel Eatock (Lononer Designer; David Carson kommt nicht, dafür springt Andy Hughes ein.

Wer heute nach London reist, kann die Evening Session mitnehmen: drei Vorträge (Eatock, Knip, Roat) für £ 23,50; Beginn ist 16:45 Uhr.

Morgen dann im Londoner Apple Store: Rich Roat führt live die jüngsten House-Industries-Neuheiten vor. O-Ton Roat: »I’ll be kickin’ some new and different bs at the Apple Store on Regent Street in London.«

TYPO-Berlin-Freunde kennen sowohl René Knipp, als auch Rich Roat von früheren Konferenzen. Zur kommenden TYPO reist Roat mit seinen Kollegen von House Industries in Komplettbesetzung an, inklusive Computer und Instrumente. Clive Bruton (Fontzone), der Veranstalter von One Friday, wird ebenfalls auf der TYPO 2007 sprechen (Workshop).