Artikel im Dezember 2006


Selten: Karikatur mit typografischer Pointe

Die US-Tageszeitung Seattle Post Intelligencer veröffentlichte in ihrer Montagsausgabe eine politische Karikatur, deren Pointe typografisches Wissen voraussetzt. US-Vizepräsident Richard B. Cheney bespricht mit Präsident George W. Bush die Optionen im Irak-Konflikt: »Nachdem Sie nun mit allen über den Irak gesprochen haben: Welche Option nehmen wir? Ich persönlich bevorzuge Sans-Serif-Schriften, Sir.« An der Schautafel steht nur eine einzige Option, nämlich »Keine Kursänderung«, allerdings gesetzt in verschiedenen Schriften, davon 6 mal in serifenlosen Schriften.
Bei Typophile, wo ich die Karikatur gefunden habe, ist man der Ansicht: »Schon interessant, dass der Karikaturist voraussetzt, die Leser wüssten was ›Sans-Serif‹ ist … das wird nur selten der Fall sein.«

Kalle Lasn erwartet Euch …

… zu einer kleinen Vorlesung: The Future of Design.

Saugut (4): Made with FontFonts

Die saug…sten Produkte für 2007 … nicht immer saubillig, aber dafür schweinegut. Es sind unsere heißesten Präsenttipps zum Jahresende, weil: aus eigenem Hause und deshalb mit Glücks- und Liefergarantie.

»Made with FontFont«, herausgegeben von Jan Middendorp und Erik Spiekermann, gestaltet von SpiekermannPartners, ist das Portrait einer wegweisenden Schriftbibliothek. Über 100 Mitwirkende haben Texte und Abbildungen geliefert, ihre eigenen Erfahrungen mit FontFonts notiert, neue Schriftmuster gebaut und Font-Familien auf Doppelseiten inszeniert.

Hier liegt eine 30-seitige Leseprobe (PDF, 3,5 MB) zum Download bereit.
Hier geht es direkt zur »Made with FontFont«-Bestellung …

Saugut (3): TYPO Berlin 2007

Was dem MediaMarkt billig, ist uns nur recht: die saug…sten Produkte für 2007 … nicht immer saubillig, aber dafür schweinegut. Gleichzeitig sind es unsere heißesten Präsenttipps zum Jahresende, weil: aus eigenem Hause und deshalb mit Glücks- und Liefergarantie.

Über die TYPO müssen wir nicht mehr viele Worte verlieren: Es ist die größte Designkonferenz Europas, mit vorzüglichen Sprechern und technisch perfekten Präsentationen. Als Beweis für diese Behauptung laden wir seit gestern täglich einen Vortrag aus vergangenen Konferenzen auf die TYPO-Videopodcast-Seite. Das macht niemand anderes, das ist eine Weltpremiere: ungeschnittene Präsentationen einer kommerziellen Konferenz, für umsonst und trotzdem Gold wert.

Zur TYPO 2007 darf ich schon mal ein weiteres Highlight andeuten, die Premiere eines Films, der mit ›Hel‹ anfängt und mit ›vetica‹ endet. Mehr dazu demnächst.

Hier geht es direkt zur TYPO-2007-Anmeldung…

Kidd schenkt uns eine Stunde seines Lebens

Eleganter Split-Screen im neuen TYPO-Videopodcast: Sprecher links, Leinwand rechts

»Ich muss Euch warnen: Ich werde auf der Bühne trinken.« Mit diesen Worten beginnt Chip Kidd seinen Vortrag auf der TYPO 2006. Ausschnitte seiner grandiosen Präsentation befinden sich auf der TYPO-DVD, die wir vor einer Woche kostenlos verschickt haben. Den gesamten Vortrag findet ihr nun auf der neu gestalteten TYPO-Videopodcast-Seite (nutzt die super-komfortablen RSS-Benachrichtigung für zukünftige Beiträge).

Ich schließe mich der Warnung Chip Kidds an: »Ich klaue euch eine Stunde eures Lebens, die ihr nie mehr zurück bekommt.« Anders herum könnte man auch sagen: Er schenkt uns eine Stunde seines Lebens, und die können wir nun immer wieder genießen. Ich habe es eben wieder getan, und keine Minute bereut. Das Großartige ist, wir haben ihn als Abschluss des zweiten Tages open-end vortragen lassen, was am Ende nicht eine Stunde sondern 85 Minuten Vortrag ergab. Yeah!
WARNUNG: Wenn ihr heute noch etwas Wichtiges zu arbeiten habt, fangt nicht an zu gucken … ihr werdet garantiert nicht aufhören. Ganz sicher! Und noch eine WARNUNG: Ihr wollt garantiert zur TYPO 2007 …

Männermagazin »Benno«: ein Witz, oder?

Ich bin durch eine ganzseitige Anzeige im SPIEGEL auf dieses neue Verlagsbjekt aufmerksam geworden: Benno – Das politische Magazin von Männern. Eine Webseite dazu geht morgen online. Zuerst dachte ich, es handele sich um einen Gegenentwurf zu Emma. Dann vermutete ich ein Brudermagazin zur Titanic. Weil Emma jedoch gerade 30 wird und als einzige im Internet auch schon eine Meinung zu Benno hat, vermute ich hinter Benno eine Marketingaktion von Emma. Und damit ›kommt‹ Benno hoffentlich nur einmal, wie die größenwahnsinnige Tempo-(Männer)-Geburtstagsausgabe. Also ein Fall für den Papierkorb.

Lehmanns Spickzettel für 1 Mio. versteigert

Wir alle haben damals gerätselt, was wohl auf Jens Lehmanns Spickzettel stand … beim Elfmeterschießen Deutschland—Argentinien. Eben wurde der Zettel im Fernsehen gezeigt (Spendengala »Ein Herz für Kinder«), anlässlich seiner Versteigerung. Eine Million wurde gezahlt … von wem eigentlich noch mal … ich glaube, es war ein Energieunternehmen, dass die Reliquie dem Bonner Haus der Geschichte geben möchte.

Der millionenschwere Zettel:

Diese Werbung ist zum Speien

Wer austeilt, muss einstecken können … und deshalb ziehe ich über diese Werbung vom Leder. Seit Jahren beleidigt der MediaMarkt mich und andere potentielle Kunden, indem er uns der Blödheit bezichtigt, wörtlich: »MediaMarkt … ich bin doch nicht blöd«. Nun zieht der Soda Club nach und meint, er könne den Rest der Welt als Deppen bezeichnen. Die obige 1/3-Seite-Anzeige habe ich heute in der Berliner Zeitung gefunden.

Ein Depp ist, wer glaubt, dass mit Soda-Club-Blasen versetztes Leitungswasser ein gleichwertiger Ersatz für Mineralwasser ist. Der Soda Club hat auch keine Lösung für mein Problem, Bier- und Weinkästen in die erste Etage tragen zu müssen. Und weil der Soda Club keine Aufzüge herstellt, soll er gefälligst damit aufhören, alle Menschen zu beleidigen, die tragen müssen und mit dem Tragen ihr Geld verdienen.

Diesen Beitrag widme ich der Umzugsfirma Hapka, die am 30. Juli mit 3 intelligenten Trägern meinen Umzug elegant und schnell über die Bühne gebracht hat.

Das Nicht-Design der Universität Köln

Mir geht es besser, ich kann schon wieder schimpfen … ein Redesign hat mich aufgeweckt. Eben lese ich da bei Hoemmerich, dass die Universität Köln auf eine neues Corporate Design hinweist. Ich kenne das alte nicht, aber das neue sieht aus wie … na, ich schätze mal … 50 alte Corporate Design von Einrichtungen, an die ich mich nicht wirklich erinnere, weil ich sie nicht auseinander halten konnte.

Das liegt zum einen an der originellen Schriftwahl und -kombination (Arial und Frutiger), zum anderen an den dumpfen 80er-Jahre-Farben. Ein Styleguide dokumentiert das Trauerspiel in epischer Breite.

Weil ich die Uni Köln noch nie betreten habe, weiß nun nicht beurteilen, ob die Hochschule diesen visueller Auftritt verdient hat. Ich will es eigentlich auch nicht wissen.

Saftblog ./. Olympia: 1. Rückruderversuch

Michael Schirp, der Pressesprecher Deutscher Olympischer Sportbund, gibt eine  Stellungnahme im marketing-blog.biz ab, die er als Versuch einer Klärung verkauft. Nebenbei teilt er noch ein bisschen aus, unterstellt dem Saftblog (diesem »kleinen Fisch«) bewusstes Vorgehen und Weinerlichkeit. Na ja, mit der 150.000-Euro-Keule in der Hand lässt sich gut reden, so von oben herab.

Jens hat eine Schrift gekauft …

… und schreibt in seinem Blog »Führende Nullen«, wie toll sein Arbeitsleben jetzt ist, mit der FF Unit (zur OpenType-Version bei FontShop). Die Netzallee-Seite …

UDN wird SpiekermannPartners

Wie ich gerade aus erster Hand erfahre, wird aus dem United Designers Network (UDN) ab Januar 2007 das Büro SpiekermannPartners. Auch die Rechtsform ändert sich: von der GmbH zur AG. Mehr Mitarbeiter, mehr Jobs, mehr Kunden … FontShop wünscht einen guten Start in die neue Zukunft. Demnächst mehr unter www.spiekermannpartners.com