Artikel im September 2006


Gebündeltes Typowissen von der FH Aachen

Das Projekt Typoknowledgebase (Tkb) der Fachhochschule Aachen ist eine redaktionell gepflegte Wissensdatenbank rund um Schrift und Typografie. Die didaktische Konzeption, alle textlichen Inhalte sowie das Erscheinungsbild und dessen Umsetzung sind von Studierenden der FH Aachen, Fachbereich Design unter Anleitung des Designers Kai Oetzbach (Lehrbeauftragter im Fachbereich Design) erstellt worden.

Die Tkb-Site ist ausdrücklich nicht als Alternative zur Literatur gedacht, sondern soll vielmehr einen Überblick bzw. eine kurze Anleitung zur »Klaviatur« der Typografie bieten – mit dem Ziel, sich mit der Theorie auseinanderzusetzen, bevor man in der Praxis voranschreitet. Und so gehört es zum Konzept, dass an gegebener Stelle auf Standardwerke der Typografie hingewiesen wird.

Danke an Thomas Junold für den Tipp.

Mein erstes selbst gekauftes Album … und deins?

Während einer Klassenfahrt nach Hamburg kaufte ich mir 1969 das Album »Stand Up« von Jethro Tull. Ich müsste lügen, wenn ich nicht zugeben würde: Die Gestaltung des Covers war ausschlaggebend. Auch bei den weiteren Alben von King Crimson und Santana spielte das eine Rolle. Offensichtlich war ich für diese Wusel-Illustrationen empfänglich.

Das besondere bei Stand-Up war eine Aufklapp-Grafik im Inneren des Albums.

Welches war Dein erstes selbst gekauftes Album und wie wichtig war seine Gestaltung? Ich werde mir die Freiheit nehmen, Eure Kommentare mit den entsprechenden Abbildungen zu ergänzen.

Loblied auf die Tropfenserife

FontBook-Autor Stephen Coles beleuchtet auf seiner Typographica-Site ein schriftgestalterischen Stilmittel, dass in den 70er Jahren sehr beliebt war: die Tropfenserife. Sogar Herman Zapf, bekannt für Kalligrafisches und die disziplinierte Optima, lieferte 1976 bei der International Typeface Corporation mit Zapf Book Italic eine Hippie-kompatible Schrift ab.

Ein typografischer Star war Anfang der 70er auch Bodoni Poster, an der kein Plakat- und Plattengestalter vorbei kam. Sie erlebte zu dieser Zeit bereits ihren 2. Frühling, denn der US-Drucker Chauncey H. Griffith entwarf sie schon 1938. Mitte der 60er Jahre diente sie Gary Gillot als Inspiration für Carousel. Eine unserer Lieblingsschriften darf in Coles Hommage natürlich nicht fehlen: Julia Script von David Harris.

Sogar einige Schriften der Neuzeit setzen auf die kugelige Serife, zum Beispiel Miller, Farnham und Perla. Zu ihren Benutzern gehören die rennommierten Magazine Sports Illustrated und das Rolling Stone Magazine.

Wenn ich Stephen richtig verstehe, dann könnte die Tropfenserife »the next big thing in typography« sein, oder?!

Meine erste selbst gekaufte Single

Ich weiß es noch wie heute. Es war im Sommer 1969 in der Frankfurter Nordweststadt, eine futuristische Trabantenburg aus Waschbeton. Während eines Besuchs bei meiner Tante Martha, sie wohnte in der angrenzenden Römerstadt, lief ich eines Mittags zur neu eröffneten »Main Radio«-Filiale. Dort kaufte ich für 5 Mark »In The Year 2525« von Zager & Evans, eine »Nummer 1 in den USA«. Ich kann die A- und B-Seite noch heute mitsingen. Die Bedeutung der Vokabel »Kids« – mein Schulwörterbuch übersetzte sie mit »Zicklein« – erschloss sich mir erst Jahre später. Zum Glück wird Englisch heute praxisnäher gelehrt.

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Jordan Telecom: Drachen-Logo hat ausgedient

Ende Juni hat France Telecom die Mehrheit der jordanischen Telefongesellschaft Jordan Telecom übernommen. Verkäufer war der jordanische Staat, der seine Beteiligung von 41,5 Prozent auflöste. Nun spiegelt sich die Übernahme auch im Corporate Design von Jordan Telecom wieder.

Ahmad Humeid verabschiedet sich in seinem Weblog 360° East vom rot-orangen Drachen und begrüßt das rot-orange Ampersand der französichen Telefongesellschaft.

Jordan Telecom ist der größte Telekomanbieter des Landes mit einem Umsatz von zuletzt 396 Millionen Euro.

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Tagesschau: 100 Sekunden kostenlose NPD-Werbung

Es waren genau 100 wertvolle tagesschau-Sekunden (hier noch mal anzusehen), in denen der öffentlich-rechtliche Moderator den mecklenburg-vorpommerschen NPD-Spitzenkandidaten Udo Pastörs von Sockel stoßen wollte … stattdessen schenkte er ihm einen Werbeauftritt im Gegenwert von rund 100.000 €. Zuvor starrten die handzahmen Parteigegner von SPD, CDU und FDP wie die Kaninchen auf die Schlange und heizten das Duell erst richtig an. (weiterlesen …)

FontBook erobert Europa

So langsam treffen die FontBooks bei den europäischen FontShops ein. FontShop Benelux ist hellauf begeisert …

Frecher typografischer Raubzug

Wenn eine Räuberbande einen Streifenwagen überfällt, die Waffen der Polizisten erbeutet und damit Straftaten begeht: dann ist das ein hinterhältiges kriminelles Vergehen.

Wenn eine Immobilien-Gesellschaft in Arizona dem Type Directors Club von New York das Logo klaut, ist dies ein dreister typografischer Raub.

Fontblog-Leser Robert M. Schöne meint dazu: »Vor allem sieht man bei der Fälschung schön, wie schlecht sie gemacht wurde… zoom mal in das Hintergrundbild hinein (Flash).« Das ist dann so wie: 1-A-Polizeipistole klauen und daneben schießen.

Mein Traum-Studium: Plakatwettbewerb [Update]

Der erste Preis ging an Mario Loncar von der FH Mainz

Beim 20. Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks (DSW) wurden zündende Ideen, Visionen und Wunschvorstellungen zum Thema »Das ideal Studium« gesucht. Die Studenten durften fantasieren, ironische Kommentare abwerfen oder die Kluft zwischen Uni-Wirklichkeit und Ideal ins Bild setzen.

Spiegel Online veröffentlichte eben die fünf Sieger des Wettbewerbs und zeigt insgesamt 8 Plakate. Der erste Preis ging an Mario Loncar von der Fachhochschule Mainz (wieder ein Grund für Nick Blume, in Jubel auszubrechen), für den das ideale Studium in Form einer selbt gebrannten Musik-Mix-CD darstellt: man kann es sich selbst zusammenstellen. Er zeigt auf seinem Plakat »Hot Mixin« eine CD, auf der mit Edding alle Zutaten für ein Studium in Form englischer Bandnamen gekritzelt stehen, zum Beispiel »No Boredomz«, »Friends Crew«, »High Motivation« und »Brains United«.

Weitere Preise gingen an die FH Potsdam, die Kunsthochschule Berlin Weißensee und an die Bauhaus Universität Weimar.

Die Auschreibung zum nächsten, dem 21. Plakatwettbewerb des Studentenwerks findet ihr hier.

Das Problem der Sport-Grafik

Die Riesenmaschine hat eine nette Entdeckung gemacht: Für die – von der Weltöffentlichkeit nahezu unbemerkt – im vergangenen Monat in Peking veranstaltete 11. Junior Leichtathletik Weltmeisterschaft wurde in China mit Plakaten geworben, die einen Fackelläufer zeigen, dessen Kontour verdammt dicht dran ist an dem allgegenwärtigen Insel-Sylt-Umriss.

Meine kleine Google-Recherche nach Sylt-Aufklebern förderte eine ganz andere Problematik zu Tage – ganz abgesehen davon, das die Veranstalter der Sylter Leichtathletikfeste und die der Pekinger nichts voneinander lernen können: Warum müssen die Gestalter von Sport-Events immer in jedes Fettnäpfchen treten, dass ihnen Corel Draw in seinen Werkzeugpaletten anbietet?

FontBook Subskriptionsangebot: nur noch heute

Der FontBook Subskriptionspreis für Kunden von FontShop Deutschland (in den Grenzen nach 1989) gilt nur noch heute. Und wir versichern: Sie erhalten ein von unserem Versandteam zu Prüfzwecken geöffnetes und wiederverschlossenes FontBook-Paket, das ein ordentliches Exemplar enthält. Wir sind in der Tat nicht ganz glücklich mit dem Ausmaß des buchbinderischen Ausschusses unserer Aschaffenburger Partner. Wer in dieser Woche ein schlecht beschnittenes Mängelexemplar erhielt – wie lassen es gerne wieder von UPS abholen und durch ein neues ersetzen. Ein Anruf bei Julia Czarnitzki genügt: 030 69596-110.

Berliner Typografie-Stammtisch

Ivo beruft den ersten Berliner Typostammtisch ein, der sich kommenden Donnerstag passenderweise im Lokal Die Eins zusammenfinden wird, dessen Webseite als typografischer Notfall betrachtet werden darf. Henning Krause will kommen, Erik Spiekermann, Christoph Koeberlin (FSI), … Nick Blume und Robert Schöne haben bereits Flüge nach Berlin gebucht ;-) Ich werde mir das nicht entgehen lassen.

Als ich gestern den Arbeitstitel Großbuchstaben Club ins Gespräch brachte, meine Ivo: »Klingt das nicht ein bisschen größenwahnsinnig?«. Zum Glück ist der Name schon vergeben.