
Wie mir soeben aus »gewöhnlich gut unterrichteten Quellen« zugetragen wurde, wird Bruno Steinert, der Geschäftsführer der Linotype GmbH, zum 1. September (also am kommenden Donnerstag) aus dem aktiven Business des Unternehmens ausscheiden. Linotype, bis vor 3 Wochen 100%ige Tochter der Heidelberger Druckmaschinen AG, wurde am 1. August vom ehemaligen Konkurrenten Monotype Imaging, Inc. (davor Agfa, ehemals Compugraphic, …) übernommen. Ende dieser Woche fanden gemeinsame Gespräche beider Unternehmen in den USA statt, um die Marschrichtung des Mergers zu definieren. Zuletzt hieß es: »Alles bleibt beim Alten …«. Der Abgang Bruno Steinerts scheint ein gegenteiliges Indiz.
Sollte Steinert die Font-Branche für immer verlassen, würde ich das sehr bedauern. Er bewies als einer der wenigen im Schriftengeschäft wirtschaftliches Selbstbewusstsein und betrieb das Font-Business auf hohem strategischen Niveau. Dabei ließ er nie die Rechte der Schriftentwerfer aus den Augen. Mehrere große Schrift-Revivals der letzten Jahre (Frutiger Next, Palatino Nova, Linotype Syntax, …) – betreut von den Original-Entwerfern Adrian Frutiger, Hermann Zapf und Hans Eduard Meier – zeugen vom Erfolg und der Anerkennung dieses Bemühens.
(Abbildung: Bruno Steinert, links, mit Herrman Zapf an dessem 87. Geburtstag im November 2005)