Ansichtskarte von Martina Flor

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Die argentinische Schriftkünstlerin Martina Flor hat einen Online-Grußkarten-Service ins Leben gerufen: Letter Collections. Um diese bekannt zu machen, schickt sie jeden Tag einer Freundin oder einem Freund, die/der gut vernetzt ist, eine gedruckte Ansichtskarte. Diesen Vorgang dokumentiert sie auf Instagram und Twitter. Die Motive wählt Martine Flor sorgfältig aus, passend zur Person.

Heute habe ich ihre Karte erhalten. »Something Wonderful is about to Happen«. Besser hätte ich es nicht sagen können … genau das empfinde ich im Moment. Vielen Dank, Martina, für den lieben Gruß.


ADC-Seminar »Kreativtechniken« in Berlin

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Wo kommt Inspiration eigentlich her? Wie wird aus einem ersten Gedanken ein Konzept oder eine Kampagne? Die gute Nachricht: Kreativität lässt sich fördern und steuern! Das ADC Seminar »Kreativtechniken & Ideenfindung« am 3. September 2014 in Berlin offenbart Kreativen neue Perspektiven und nimmt die Angst vor dem leeren Blatt.
ADC Mitglied Nicole Hoefer-Wirwas hinterfragt mit den Teilnehmern, welche Kreativtechniken für welche Aufgaben am nützlichsten sind, wie man Ideen bewertet, die beste auswählt und weiter optimiert und wie Kreativteams zu besseren Ergebnissen kommen. Weitere Informationen …


Hat FontFont seine Designer getäuscht?

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Vorweg ein Kompliment an die PAGE-Redaktion, die mit zwei Beiträgen (»Monotype/FontShop … Was sagt die Community« Teil 1 und Teil 2) und angesehenen Experten die Debatte um die Akquise anführt. Gerne möchten Ivo und ich die Diskussion mit den Lesern an dieser Stelle fortsetzen. Dabei soll es (erneut) weniger um gute oder schlechte Gefühle bei dem Deal gehen, sondern um Fakten. Genauer: Um den Vorwurf, FontShop bzw. FontFont habe den Verkauf bereits im vergangenen Jahr vorbereitet oder eingefädelt. Als Indiz werden geänderte Vertragsbedingungen für die FontFont-Designer herangezogen, nämlich die Erhöhung der Tantiemen von 20 % auf 30 % und die Verlängerung der Vertragslaufzeit von 5 auf 10 Jahre.

Fakt ist: Es gab 2013 keinerlei Anfragen, Angebote oder Gespräche über einen Verkauf der FontFonts. Wäre dem so gewesen, hätten wir bestimmt nicht  den Designern das Angebot gemacht, ihre Marge zu erhöhen und die Verträge zu verlängern. Das widerspräche jeglicher Verkaufsstrategie, weil es entweder den Verkaufspreis drastisch nach unten gedrückt oder aber den Deal sofort zum Platzen gebracht hätte.

Der Grund für die Anhebung der Marge und die Verlängerung der Verträge waren vor allem geänderte Randbedingungen in der Font-Industrie:

  • es gab noch nie so viele professionelle Foundries, und damit Alternativen für Type-Designer, ihre Schriften auf den Markt zu bringen
  • auch der Schritt zur Ein-Mann/Frau-Foundry war ebenfalls noch nie so einfach und
  • alternative Vertriebswege versprachen höhere Einnahmen als der Verkauf über FontFont/FontShop

Und weil bereits einige FontFont-Designer ihre neueren Schriften woanders oder selbst vertrieben, sollte die angehobene Marge und die Verlängerung der Vertragsdauer dem FontFont-Marketing und -Vertrieb mehr Sicherheit bringen.

Dass die 10-Jahresfrist heute für die FontFont-Designer fast wichtiger zu sein scheint als für die Foundry, ist eine Ironie des Schicksals – geplant war es so nicht. (Ivo Gabrowitsch, Jürgen Siebert)


Wie sich ein 7-jähriger das Versal-ß vorstellt

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FontShop hat Post bekommen, von Lukas Mascher, aus Berlin, 7 Jahre alt, 2. Klasse. Kurz vor Ende des Schuljahres schrieb er uns: »Ich wollte oich das große ß zeigen« und legte eine Reinzeichnung dazu. Seine Mutter erläuterte auf einem separaten Briefbogen: »Liebe FontShopler, nachdem Lukas gehört hat, dass es gar kein großes ß gibt, hat er eines erfunden und schickt es euch. Er wird (0der ist) Erfinder und hat den Mangel mal schnell behoben.«

versal_sz_lukasLieber Lukas, wir freuen uns, dass du Erfinder werden möchtest: Hilfreiche Ideen und Geräte machen viele Menschen glücklich, und erst recht den Erfinder selbst. Über einen Großbuchstaben ß, den wir auch Versal-Eszett nennen, haben sich tatsächlich schon einige Experten Gedanken gemacht. Da sich noch keine verbindliche Form durchgesetzt hat, wird der neue Buchstabe noch nicht in der Schule gelehrt. Einen Entwurf mit drei Bäuchen hat übrigens noch kein Schriftentwerfer zur Diskussion gestellt. Vielen Dank für den tollen Vorschlag. Mal sehen, wie deine Idee hier im Fontblog diskutiert wird.


Hans Eduard Meier (1922 – 2014)

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Hans Eduard Meier im Juni 2001 auf der Type-It in Stuttgart (Foto: Michael Bundscherer)

Viel berühmter als der Name des Schweizer Designers ist seine Schrift, die Syntax. Hans Ed. Meier ist der Erfinder eines ganz speziellen und sehr populären Schriftstils, der zur Gruppe der serifenlosen Linear-Antiqua gehört und salopp gerne als »humanistische Sans« bezeichnet wird. Die FF Meta ist vielleicht der populärste Vertreter dieser Gattung, doch bevor es die gab, arbeitet man bei MetaDesign in Berlin mit der Syntax, zum Beispiel als Textschrift für den legendären Marlboro-Design-Shop-Katalog Anfang der 1990er Jahre. Syntax war damals gesetzt, wenn eine sympathische Sans gewünscht war.

syntax_musterMeiers Syntax vereint die Klarheit der Groteskschriften mit der Wärme und Lesbarkeit der Renaissance-Antiqua. Die Großbuchstaben leitet Meyer sogar aus der ganz frühen Römischen Lapidarschrift ab (2. J. v. Chr), die keine Serifen und kaum Kontrast kannte. Jeden Buchstaben, jede Ziffer, jedes Satzzeichen zeichnete Meier mit Tuschepinsel und Feder.  Anschließend korrigierte er mit weißer Farbe oder Rasierklinge so lange, bis die Form exakt seinen Vorstellungen entsprach. Genau 14 Jahre hat Hans Meier an der ersten »Antiqua ohne Serifen« gearbeitet, von 1954 bis 1968.

Mitte 1968 kommt die wegweisende Schrift unter der Bezeichnung »Syntax Antiqua« bei D. Stempel für den Handsatz auf den Markt. Jan Tschichold ist voll des Lobes: »… vorzüglich, sehr gut leserlich, gut zugerichtet: Besser als die ihr verwandte Gill Sans.«

Auch im Digitalzeitalter gab Hans Ed. Meier die Zügel nicht aus der Hand. Die Wiederveröffentlichung und Erweiterung seiner Erfolgsschrift als Linotype Syntax im Jahr 2000 (siehe Abbildung, gesetzt in FontBook) lief komplett über den Rechner des damals 78-Jährigen, vom Entwurf bis zur Bildschirmoptimierung.

Sein Schüler und Weggefährte Beat Stamm schreibt heute in einer Rund-Mail an Kollegen: “This past Tuesday Hans Eduard Meier passed away peacefully. I’ll fondly remember Hans’ humorous yet patient way to teach me the basics of typography. Rest in Peace, Hans.”


Heute beim Creative Morning: Light Printing

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Unser Sprecher beim heutigen Creative Morning ware die Fahrrad-Event-Truppe Trafo Pop, vertreten durch Thomas Gnahm. Er zeigte uns, wie sie in Workshops LED-Klamotten herstellen und Geräte für Performances austüfteln. Eines davon ist der mobile Lichtdruckkopf, mit dem sich eine Grafik zeilenweise in den Raum stellen lässt. Aufgenommen mit einer Langzeitbelichtung ergeben sich Hologrammartige Bilder. Mehr Bilder dazu später …


Warum FontFont so »independent« wie nie ist

FontFont_logoAls gestern der Deal zwischen Monotype und FontFont bekannt gegeben wurde, schrie das Netz auf und beklagte den Verlust der Unabhängigkeit: »FontFont ist nicht mehr die letzte große unabhängige Foundry …«, »It’s never been a better time – and larger argument – for independent type foundries than now.« … und so weiter, zigfach retweetet.

Als Typeboard-Mitglied begleite ich die Geschicke von FontFont seit Release Nº 2 (1991), soeben ist Release Nº 67 erschienen. Ich habe Zeiten erlebt, da fühlten wir uns alles andere als unabhängig. Das rasante Wachstum der Bibliothek und wechselnde Font-Formate fraßen Ende der 1990er Jahre alle Einnahmen auf. Unser Katalog schrumpfte zum CD-Booklet, statt Schriftmuster-Poster konnten wir nur noch Ansichtskarten herausgeben. Die zwischen 1998 und 2001 erschienenen FontFont-Focus-Hefte stemmten der kleine FontShop Benelux und FontSHop Deutschland fast ganz alleine.

Es war eine romantische Zeit. Wir wurden geliebt, die Drucksachen wurden gesammelt. Aber die FontFonts wurde zu wenig gekauft. Wir traten mehrere Jahre auf der Stelle. Viele unserer Schriftentwerfer litten mit uns.

Irgendwann um 2004 sprach sich die technische und die ästhetische Qualität der FontFonts endlich auch in den Marketingabteilungen von Großunternehmen herum. Unsere neuen Kollegen bei FontShop San Francisco sorgten mit einigen fetten Multilizenzen-Verträgen dafür, dass die FontFont-Zentrale in Berlin wieder Luft zum Atmen hatte. Es gab bald wieder einen Marketing-Etat für schöne Drucksachen und eine ordentliche Website. Die internationale Ausweitung des Vertriebs war das Erfolgsgeheimnis und machte sich deutlich bemerkbar.

Ab sofort profitieren die FontFonts von der Vertriebsstärke Monotypes. So wie die Independent Labels (Mute, Stiff, …) ihre Platten von den Majors in die Läden bringen ließen, so wird Monotype die FontFonts an Kundengruppen bringen, die wir in 25 Jahren nie erreicht haben: Gerätehersteller, Software-Entwickler, Betriebssystem-Entwickler. Monotype macht fast 60 % seines Umsatzes in diesem Segment.

Was bedeutet eigentlich »unabhängig« oder »independent« im kreativen Bereich? Doch nichts anderes als »Alle Macht dem Künstler« und so was wie »Vorfahrt für guten Geschmack.« Dafür stehen bei FontFont die fairen Designerverträge (Stichwort: Tantiemen, Urheberrecht) und die Unabhängigkeit des Typeboards. Beides steht nicht zur Debatte. Ja Monotype möchte dem Typeboard und dem FontFont-Marketing-Team unbedingt über die Schulter schauen, um für das Ansehen und die Umsätze  anderer Bibliotheken zu lernen.

Fazit: Die FontFonts werden mit fairen Verträgen, einem unveränderten Typeboard, mit dem gleichen Technikteam und dem unverändert hohen Qualitätsanspruch aller Beteiligten so weiter entwickelt, wie wir das seit 25 Jahren tun – erreichen aber dank Monotypes Kontakte mehr Anwender. Wo ist jetzt was verloren gegangen, außer Romantik?


FontShop schließt sich Monotype an

Der heutige Tag ist wegweisend in der 25-jährigen Geschichte von FontShop, der wichtigste seit unserer Gründung. Das US-Schriftenhaus Monotype übernimmt die Unternehmensgruppe von FontShop International. Zu dem erworbenen Paket gehören, neben der Firmenzentrale in Berlin, die FontFont-Schriftenbibliothek, der US-Vertriebsableger in San Francisco (fontshop.com), sowie die deutsche Filiale FontShop AG. Die FontFonts von Gründer Erik Spiekermann übernimmt Monotype direkt vom Entwerfer, einschließlich aller Verwertungs- und Veröffentlichungsrechte, wobei alle seine Bestseller (FF Meta, FF Info, FF Unit, FF Govan) elementarer Bestandteil der FontFont-Bibliothek bleiben. Spiekermann wird Monotype in Zukunft als typografischer Berater zur Seite stehen. Weitere Informationen zu der Transaktion in einer ausführlichen Pressemitteilung von Monotype …

Durch den Kauf gewinnt Monotype – neben einer zeitgenössischen Type-Library – vor allem neue Kundengruppen, populäre Marketingtools und -kanäle, sowie eine zweites Standbein im deutschen Markt, den der Konzern als einen der vitalsten Font-Märkte bewertet. »Monotypes globale Reichweite, seine finanzielle Stärke und seine Leidenschaft für Schrift, kombiniert mit FontShops komplementärem Know-how, seiner Marketing-Drähte und der angesehenen FontFonts stärkt unser Bestreben, die Märkte weltweit mit professionellen Schrift-Lösungen zu bedienen – für jeden Bildschirm, jede Plattform und jedes Medium.« heißt es in der heute veröffentlichten Pressemitteilung.

Der Präsident und Geschäftsführer von Monotype Imaging, Doug Shaw, fasst die Synergien so zusammen: »Als ein Unternehmen, das sich der Schrift verpflichtet fühlt, ist die Integration von FontShop, wo Design und Typografie tief in den Genen verankert sind, ein Glücksfall. FontShops langjährige Zusammenarbeit mit weltweit angesehenen Schriftentwerfern, das Wissen über den Bedarf der Kreativen, die E-Commerce-Sites und Events wie die TYPO-Konferenzen ergänzen unmittelbar unser Business und helfen uns in unserem Anspruch, der Nummer-1-Anbieter für Schriften, Fonttechnik und Know-how zu sein.«

Auch auf Seiten FontShops ergeben sich positive Impulse für das gemeinsame Geschäft. Petra Weitz, die internationale FontShop-Geschäftsführerin, hebt nicht nur die neuen, weltweite etablierten Vertriebskanäle für die FontFont-Bibliothek hervor, sondern auch spannende Spezialmärkte für diese Schriften, zum Beispiel in Geräten (OEM-Lizenzen) oder Betriebssystemen. Wörtlich sagt sie: »Nach 25 Jahren Vertriebspartnerschaft kennen Monotype und FontShop ihre gegenseitigen Stärken in- und auswendig. Gemeinsam können wir die Type- und Design-Community auf eine Art unterstützen, die uns als eigenständige Unternehmen nicht möglich war. Ich freue mich auf die neuen Möglichkeiten.«

FontShop-Gründer Erik Spiekermann, der die jüngsten Akquisitionen von Monotype mit Interesse zur Kenntnis genommen hat, sieht seine eigenene FontFonts und die der Kollegen in guten Händen: »Als Schriftentwerfer, der tief mit dem Schriftenmarkt verwurzelt ist, habe ich nicht nur Monotypes Fortbestand beobachtet, sondern auch seinen Wachstum und Erfolg. Das Unternehmen ist in der Branche und im Bereich Font-Technik anerkannt. Dass Monotype jetzt meine Schriften ins Programm nimmt, stärkt deren Position im Markt, genau so wie die der FontFont-Bibliothek. Die gesamte Font-Industrie gewinnt an Bedeutung, wenn FontShop sein kreatives Potential mit Monotypes Stärken vereint.«

Für Ivo Gabrowitsch, der gerade mit rund 15 Entwicklern und Designern next.fontshop.com auf die Beine stellt – einen Font-Store mit noch nie gesehenen Testfunktionen – kommt die Partnerschaft mit Monotype gerade recht. »Der limitierte FontShop-Etat stellt unser Projekt mit vielen geplanten Innovationen vor große Herausforderungen. Mit Monotype im Rücken wird die Weiterentwicklung entschieden gestärkt. Davon werden schon bald unsere Kunden profitieren.« Jürgen Siebert, der Programmdirektor der TYPO-Konferenzen, schlägt ähnliche Töne an. »Seit 3 Jahren versuchen wir die TYPO Berlin zu internationalisieren, doch über San Francisco und London sind wir noch nicht hinausgekommen. Gemeinsam mit Monotype kann das TYPO-Wachstum neu Fahrt aufnehmen.«

Soviel zu den Aussichten und zukünftigen Projekten. Was bleibt bestehen? Eigentlich alles, was uns und unseren Freunden wichtig ist. Auch wenn der Unternehmensname FontShop in Rente geht, das Online-Geschäft läuft weiter unter der Marke FontShop, FontFont bleibt FontFont, und FontBook App bleibt FontBook App. Auch der Fontblog wird weiterhin seine Meldungen und Meinungen hinausposaunen. Und wir gehen schwer davon aus, dass dies auch im Interesse aller Leser ist – trotz des Eigentümerwechsels. Weitere Informationen in unserem Q&A …


FAQ zum Monotype-FontShop-Deal [Update]

(wird ständig aktualisiert und ergänzt)

Was ist FontShop?

FontShop (später: FontShop AG) wurde 1989 von Joan und Erik Spiekermann als weltweit erstes Versandhaus für Schriften in Berlin gegründet. Zwei Jahre später starteten Joan, Erik und Neville Brody die international ausgerichtete FontShop International GmbH (FSI) und hoben die bis heute erfolgreiche FontFont-Schriftenbibliothek aus der Taufe. In den 1990er Jahren wurde das FontShop-Netzwerk mit Filialen u. a. in Kanada, Österreich, Benelux und in den USA ausgebaut.
Außer mit der eigenen Font-Bibliothek erwarb sich die FontShop-Gruppe weltweites Ansehen durch wegweisenden Publikationen (z.B. FUSE, Druk, …), dem unabhängigen Nachschlagwewerk FontBook (heute eine iOS-App), den internationalen TYPO-Konferenzen und diversen digitalen Plattformen (FontStruct, fontfont.com, etc).

Wer ist Monotype?

Ursprünglich war Monotype der Name für eine Setzmaschine, die 1897 vom amerikanischen Ingenieur Tolbert Lanston erfunden wurde. Die Lanston Monotype Machine Company wurde nach mehreren Aus- und Umgründungen 1998 von Agfa/Compugraphic übernommen. Ein Jahr später folgte die Auslagerung der Schriften-Sparte in die neu gegründete Agfa Monotype. 2004 wurde Agfa Monotype an die Beteiligungsfirma TA Associates verkauft und in Monotype Imaging, Inc. umbenannt. 2007 ging Monotype unter dem Kürzel TYPE in die Börse (NASDAQ Global Market Exchange). Zum Monotype-Portfolio gehören heute u. a. die Schriftbibliotheken von Linotype, Bitstream, ITC und Ascender, die E-Commerce-Sites fonts.com, myfonts.com und linotype.com, sowie diverse Tools für Schriftbenutzer, zum Beispiel FontExplorer, Skyfonts und Typecast.

Warum hat Monotype FontShop übernommen?

Als börsennotiertes Unternehmen ist Monotypes Bestreben, ein international marktführender Anbieter für Schriften, sowie den damit verbundenen Technologien und dem Know-how zu werden. Monotypes Anspruch ist, für Designer und Unternehmen die schriftliche Kommunikation und Markenintegrität komfortabel und qualitätsvoll zu gestalten, unabhängig von Geräten, Plattformen oder Sprachen.

Mit FontShop und den FontFonts gewinnt Monotype erstmals eine Schriftbibliothek, die sich ausschließlich dem zeitgenössischen Schriftdesign widmet und jede Menge »moderne Klassiker« enthält, wie FF DIN, FF Dax, FF Scala, FF Meta und viele andere. Da sich FontShop seit seiner Gründung unter dem Motto »Von Designern für Designer« stets an kreative Kundengruppen gewandt hat, erschließt die Übernahme für Monotype Anwenderkreise, die das bisher auf Unternehmen un Marken fokussierte Profil ergänzen. Damit eng verbunden ist die Übernahme entsprechend geschulter Vertriebsmitarbeiter, Marketingkanäle und -Tools. Auch die in den USA und in Europa etablierte TYPO-Konferenz ergänzt die bestehenden Event wie Brand Perfect und Pencil to Pixel.

Was hat FontShop von dem Deal?

Als vergleichsweise junges und keines Schriftenhaus wird FontShop von der jahrzehntelangen Marktdurchdringung Monotypes profitieren, vor allem auch im Großkunden-Geschäft. Die finanzielle Stärke Monotypes hilft zudem, eigene Entwicklungen mit der gewünschten Qualität fortzusetzen, zum Beispiel next.fontshop.com oder die FontBook-App. Vor diesem Hintergrund kann sich auch die erfolgreich TYPO-Konferenz weiter entwickeln.

Was haben die Kunden von dem Zusammenschluss?

Schriften verschiedener Hersteller wachsen noch dichter und mit einer größeren Format-Bandbreite (.otf, .woff, .eot, …) unter einem E-Commerce-Dach zusammen, so dass sie sich einfacher vergleichen, testen und lizenzieren lassen. Parallel dazu versuchen die besten Leute aus beiden Unternehmen den Service zu verbessern, sowohl im Bereich E-Commerce, als auch im Telefon- und Großkundengeschäft. Schließlich soll über Blogs, Social-Media und Events das Wissen über Schrift und Typografie noch leichter zugänglich werden.

Warum spielen Erik Spiekermanns FontFonts eine Sonderrolle?

Die seit der Gründung von FontFont üblichen designerfreundlichen Verträge enthalten Urheberrechts- und Ausstiegsklauseln, die den Schriftenwerfern große Freiheit gewähren. Dies schränkt den Herausgeber der Schriften allerdings bei bestimmten Lizenz- und OEM-Geschäften ein. Da sich Monotype auf diesem Gebiet für die Bestseller von Erik Spiekermann maximale Handlungsfreiheit wünscht, wurde für diese das »schöpferische Eigentum« (intellectual property) mit erworben. Gleichwohl bleiben die Schriften von Erik Spiekermann Bestandteil der FontFont-Bibliothek, so wie alle anderen FontFonts auch.

Wird sich Erik Spiekermann aus dem Font-Business zurückziehen?

Ganz im Gegenteil. Erik Spiekermann zieht sich zwar aus dem Tagesgeschäft seines Designbüros EdenSpiekermann zurück, wird sich aber in Zukunft verstärkt in der eigenen Galeriewerkstatt seiner Leidenschaft Typografie und Druck widmen. Er bleibt aktives Mitglied des FontFont-Typeboard, wird die TYPO Berlin 2015 moderieren und für Monotype als Berater zur Verfügung stehen.

Wird die Marke FontShop sterben?

Nein, sie besteht weiter und wird weiter entwickelt, so wie FontFont, FontBook, TYPO und andere erfolgreiche »gelb-schwarze Marken«.

Bleibt Berlin als Standort erhalten?

Ja. Monotype erachtet den Standort Berlin als »strategisch wertvoll« für das Deutschland- und das Europageschäft.

Was geschieht mir FontShop Benelux und FontShop Österreich?

Beide gehen ihren Geschäften nach wie bisher.

Werden die TYPO-Konferenzen fortgesetzt?

Ja, die TYPO San Francisco findet vom 30. April bis zum 1. Mai statt, die TYPO Berlin vom 21. bis zum 23. Mai. Beide Konferenzen werden von denselben Teams organisiert wie bisher, teils mit Verstärkung. Der Character der TYPO-Konferenzen bleibt erhalten: “Design, Culture, Society and a little bit of kerning”.

Schade, dass die FontFont-Bibliothek keine unabhängige Foundry mehr ist.

Die FontFont-Bibliothek ist so abhängig oder unabhängig wie bisher. Mehr dazu in diesem Beitrag: Warum FontFont so »independent« wie nie ist


Teilnahmeschluss MFG-Award: 1. Aug 2014

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Noch bis zum 1. August 2014 können Arbeiten zum MFG-Award eingereicht werden. Seit 1992 gibt es den vom Bundesverband Druck veranstalteten Designwettbewerb Wettbewerb für herausragende Druckerzeugnisse aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wegen seiner nicht-kommerziellen Ausrichtung gilt der MfG als einer der fairsten Designwettbewerbe, kleine wie große Unternehmen können sich eine Teilnahme leisten. Gewinner werden nicht mit zusätzlichen Kosten belastet.

Noch bis zum 1. August können die besten Druckprodukte zum MfG-Award 2014 für die folgenden Kategorien eingereicht werden:

  • Raffinesse (ausgezeichnet werden Drucksachen, die durch drucktechnische Andersartigkeit überraschen)
  • Umweltbewusstsein (ausgezeichnet werden Drucksachen, die Ressourcen durch die Verwendung von Recyclingmaterial schonen oder neue Materialien unter Berücksichtigung natürlicher Ressourcen verwenden)
  • Vereinfachung (ausgezeichnet werden Drucksachen, die bei der Bewältigung von Komplexität helfen – zum Beispiel benutzerfreundlich gestaltete Bedienungsanleitungen oder Gebrauchsanweisungen oder Printmedien mit hohem Infografik-Anteil)
  • Emotion (ausgezeichnet werden Drucksachen, die durch das Zusammenspiel von Inhalt und Umsetzung das Herz der Jurorinnen und Juroren berühren)
  • Individualität (ausgezeichnet werden Drucksachen, die in hohem Maße für den Nutzer angefertigt wurden, z. B. durch individuelle Ansprache, handschriftliche Personalisierung etc.)

Außerdem gibt es noch die Kategorie Debütanten, in der Einsendungen von Auszubildenden und Studenten bewertet werden.


Morgen in Berlin: Bock auf Design

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Zusammen mit vier befreundeten Künstlern und dem »Topmodel« Barbara Meier veranstaltet der Shootingstar der Berliner Illustrationsszene, Frank Höhne, morgen im Fluxbau ein Grafik-Happening. Hinter der Kunstaktion »Bock auf Design« steht der Studiengang Marken- und Kommunikationsdesign (Visual and Corporate Communication) der Berliner AMD Akademie Mode & Design, betreut von Prof. Alex KlugProf. Ralf Lobeck (AMD Düsseldorf), Hendric Wilke (AMD München) und Michael Weies (AMD Hamburg).

Frank Höhne, zukünftiger Dozent, sucht spontane und außergewöhnliche Motive visueller Darstellung zu den Standorten der AMD, Hamburg, Düsseldorf, München und Berlin. Höhne wird auf eine 6,50 m breiten Wand die ersten Skizzen positionieren, die dann von den vier eingeladenen Illustratoren Mawil, Florian Sänger, Serafine Frey und Sebastian Lörscher weitergezeichnet werden. Am Ende wird ein gigantisches Bild entstehen, dass in 26 Teile segmentiert wird. Durch die öffentliche Veranstaltung führt »Germany’s Next Topmodel«-Gewinnerin Barbara Meier. Weitere Informationen …


Design-Werkschau an der TH Nürnberg

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Am Freitag, den 18. Juli 2014, feiert die Fakultät Design der Technischen Hochschule Nürnberg über 50 frisch gebackene Absolventinnen und Absolventen. Diese präsentieren mit der Werkschau Sommer 2014 ihre Abschlussarbeiten aus den Bereichen Cast, CGI, Film & Animation, Fotografie, Illustration, Interaktionsdesign, Grafikdesign, Raum- und Eventdesign, Typografie und Verbale Kommunikation. Die Ausstellung bietet Zeit und Raum, um einen Überblick über das kreative Schaffen der Studierenden zu gewinnen und mit den Absolventen ins Gespräch zu kommen.

Das Spektrum der Arbeiten ist auch dieses Jahr breit gefächert. »Ikone: Gesichter elektronischer Musik« basiert auf den Schwarz-Weiß-Fotografien von David Rasche und ist visueller Streifzug durch die deutsche elektronische Musiklandschaft. Nina Kreitlein hat mit »escape«: ein System für die Kommunikation und Interaktion einer Reise-Community gestaltet. »The Taste of Color« widmet sich unter anderem der Frage, ob Paprika wirklich rot und die Heidelbeere tatsächlich blau schmeckt. Auch eine neue, zeitgenössische Schrift ist zu bewundern, Franz Sans. Weitere Informationen …